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16.03.2017

Lachebad: Innenausbau hat begonnen und Anbindung ans Nahwärmenetz ist bereits erfolgt

Foto: Hans-Peter Scheerer (Geschäftsführer Stadtwerke), Patrick Burghardt (Oberbürgermeister) und Sven Halling (Stadtwerke)

Abschluss des Rohbaus im Januar, Abdichtung des Dachs im Februar und nun der Beginn des Innenausbaus im März: Der Bau der neuen Schwimmhalle des Lachebads schreitet zügig voran. „Die Fertigstellung soll bis Ende des Jahres erfolgen. Das ist ein enger Zeitplan, aber bisher ist auf der Baustelle alles reibungslos verlaufen. Wir sind daher optimistisch, dass es so weiter geht“, erklärte Oberbürgermeister Patrick Burghardt anlässlich einer Baustellenbegehung mit dem städtischen Bauteam, bestehend aus Frank Kohmann, Fachbereichsleiter Umwelt und Planung, der Bäderverantwortlichen Anette Tettenborn und Silvia Gillhausen, technische Prüferin der Stadtverwaltung.

Seit letzter Woche werden die großen, bis zu dreifach verglasten Fensterfronten eingebaut. Parallel erfolgte die Anlieferung der großen Edelstahlbecken für die beiden Becken. Im Keller, wo die Haus- und Schwimmbadtechnik ihren Platz finden soll, sind die großvolumigen Filteranlagen montiert worden. Und auch wenn es noch kein Wasser zu heizen gibt: Die Stadtwerke haben bereits eine 500 Meter lange Nahwärmeleitung von der benachbarten Hochschule Rhein-Main verlegt, die das Schwimmbad umweltfreundlich und gleichzeitig kostengünstig mit Wärme versorgen wird.

Bei der Begehung konnte Oberbürgermeister Burghardt die bereits fertig eingepassten Scheiben auf der Seite in Richtung Am Brückweg in Augenschein nehmen. In wenigen Tagen folgen die großen Panoramafenster im Badbereich, die einen ungehinderten Blick nach draußen erlauben werden. Die Kosten für die Wärmeschutzgläser einschließlich des Einbaus und einer gläsernen Hallentrennung betragen rund 400.000 Euro. In Kürze werden auch die beiden Hallenbadbecken in Angriff genommen. Die Beckenhälften aus Edelstahl sind bereits angeliefert worden und die dafür nötigen Halterungen an den Seitenwänden der Schwimmbecken sind eingelassen. Das große Becken wird nach Abschluss der Maßnahme ein Fassungsvermögen von 800.000 Litern und das kleinere Lehrbecken von 200.000 Litern aufweisen. Zum Vergleich: Eine Badewanne fasst in etwa 200 Liter Wasser. Die Kosten für das Mehrzweckbecken und das Lehrschwimmbecken belaufen sich auf rund 700.000 Euro, hinzukommen noch mal rund 800.000 Euro für die Sanierung des Außenbeckens.

Im Keller sind inzwischen die Pumpen und autogroßen Filteranlagen angeliefert und montiert worden. Über die Filter im Keller läuft später dauerhaft das Wasser, das über die Überlaufrinnen der Becken in den Keller abfließt. Das Ganze ist ein geschlossener Kreislauf, bei dem die Pumpen das Wasser der Hallenbecken innerhalb von zwei Stunden komplett einmal austauschen. Dabei filtrieren die neuen Filteranlagen in verschiedenen Schichten (Kohle, Sand, Kies) zunächst die Schwebstoffe aus dem Wasser. Ehe es wieder ins Becken zurück fließt, wird das Wasser mit Chlor desinfiziert und durch einen leistungsstarken Durchlauferhitzer erwärmt.

Nahwärme von der Hochschule
Für die Wärme im neuen Bad sind die Stadtwerke Rüsselsheim verantwortlich. Dazu haben sie eine 500 Meter lange Nahwärmeleitung von der benachbarten Hochschule Rhein-Main verlegt, durch die 80 bis 90 Grad warmes Wasser zum Lachebad transportiert wird, berichtete Stadtwerke-Geschäftsführer Hans-Peter Scheerer beim gemeinsamen Termin am Ort. Wenn die Sanierung der Hochschule abgeschlossen ist, wird künftig weniger Energie benötigt, um die dann gut isolierten Gebäude zu beheizen. „Daher bietet es sich an, die Heizanlage in der Hochschule besser auszulasten, indem auch das Hallenbad mit Wärme versorgt wird“, erläutert Scheerer. Ergänzt wird die Heizanlage im Hallenbad durch ein Blockheizkraftwerk (BHKW), das neben Wärme auch Strom erzeugt und einen hohen Wirkungsgrad aufweist.

Die Gesamtkosten für Kessel und BHKW belaufen sich auf 350.000 Euro; hinzu kommen 300.000 Euro für die Rohrleitungs- und Tiefbauarbeiten, erklärte Sven Halling, Leiter Netzservice und Energiedienstleistungen bei den Stadtwerken. Das Land Hessen beteiligt sich mit einem Zuschuss von 50.000 Euro. Der Bau der Fernwärmeleitung wird zugleich genutzt, um die Wasserleitung im  Bereich „An der Lache“ von der August-Bebel-Straße aus zu erneuern und Leitungen für Glasfaser zu verlegen.

Die Stadt Rüsselsheim am Main muss indes für die Wärmeversorgung keine Investition tätigen. Sie hat mit den Stadtwerken einen Vertrag geschlossen, wonach sie nur einen Grund- und einen Wärmepreis zahlt. „Ein Hallenbad ist ein großer Wärmeverbraucher“, macht Geschäftsführer Scheerer deutlich, „mit dieser Lösung ist aber eine sehr umweltfreundliche und kostengünstige Versorgung gewährleistet.“

 

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