Rüsselsheim Rathaus

Presseinformationen

19.01.2018

Kooperationsprojekt fördert Akzeptanz von Vielfalt der Geschlechter und sexuellen Orientierungen

Foto: Präsentation der Ergebnisse

„Offen und bunt – Jugendarbeit macht Vielfalt sichtbar“ lautet das Kooperationsprojekt der Jugendbildungswerke des Kreises Groß-Gerau und der Stadt Rüsselsheim am Main, das sie gemeinsam an der Werner-von-Heisenberg durchgeführt haben. Bevor die Jugendlichen die Ergebnisse präsentierten, wies Schulleiter Peter Querbach darauf hin, dass es sich bei dem Projekt um einen Meilenstein der wiederholten Zusammenarbeit mit den Jugendbildungswerken handele. 22 Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer der Fachschule für Sozialwesen mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik hatten unter Begleitung der Jugendbildungswerke Materialen erarbeitet, um die Akzeptanz von Menschen mit unterschiedlichen geschlechtlichen und sexuellen Identitäten zu fördern. Diese sollen nun bei Projekten an den weiterführenden Schulen und in den Jugendhäusern zum Einsatz kommen. Unterstützt wurde das Projekt vom Land Hessen im Rahmen des Landesaktionsplans für Akzeptanz und Vielfalt.

Landrat Thomas Will sagte bei der Präsentation der Ergebnisse: „Die jungen Menschen haben sehr engagiert und kreativ gearbeitet und sehr gute Materialien und Produkte für die pädagogische Arbeit mit Jugendlichen im Alter von elf bis 14 Jahren erstellt. Diese werden die Präsenz des Themas in der Öffentlichkeit und die Aufklärungsarbeit ein gutes Stück voran bringen.“ Mit der Erprobung der entstandenen Module in den Jugendeinrichtungen und Schulen könnten nun wichtige Impulse gesetzt werden. Der Landrat bedankte sich für das Engagement der Jugendlichen und ihre Bereitschaft, sich auf dieses Thema einzulassen, sowie bei der Schule, die diese Projektwoche ermöglicht hat.

Rüsselsheims Bürgermeister Dennis Grieser hob hervor, dass 2017 zwar die Ehe für alle ermöglicht wurde, im selben Jahr jedoch die AfD in den Bundestag eingezogen sei. Dies zeige, dass weiterhin ein großes Maß an Aufklärung notwendig sei: „Wir müssen zu einer Normalität kommen, in der die Gesellschaft Unterschiedlichkeit als Vielfalt begreift, die wiederum die Gesellschaft stärkt.“ Mit Aufklärung gelte es, jeglicher Form von Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit entgegenzutreten.

Unter Moderation von Peter Schlimme vom Jugendbildungswerk des Kreises Groß-Gerau und Uta Dogan vom Jugendbildungswerk der Stadt Rüsselsheim am Main stellten die Teilnehmenden die Materialien vor, die sie erstellt haben. Eine Gruppe hat ein Video erarbeitet, für das sie zwischen 900 und 1.000 einzelne Bilder gelegt und zu einem Erklärvideo zusammengefügt haben. Einen Kurzfilm über Transsexualität hat eine zweite Gruppe erstellt. Eine weitere Gruppe erstellte zunächst Drucke mit Bildern und Sprüchen zu einzelnen Geschlechtern und Orientierungen, um im Anschluss daran Plakate zu gestalten. Außerdem entwarfen die Jugendlichen ein Memory. Die vierte Gruppe gestaltete ein Brettspiel und produzierte ein Quiz als Spiel, ein Actionbound. Alle entstandenen Materialien regen zur Auseinandersetzung mit der eigenen Identität an und öffnen die Augen für den Normierungsdruck, unter dem vor allem Jugendliche stehen. Sie werben für eine offene und akzeptierende Haltung gegenüber der Vielfalt.

Die Jugendlichen wurden von den Jugendbildungswerken und auch durch Mediengestalterinnen und -gestalter sowie Grafikerinnen und Grafiker unterstützt. Fachlich wurde das Projekt durch Nicole Peinz, Koordinatorin von SCHLAU Hessen  und Vereinsvorsitzende von Our Generation Frankfurt, begleitet.

 

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