Rüsselsheim Rathaus

Presseinformationen

23.01.2018

Kulturförderung in Zeiten der vorläufigen Haushaltsführung

Das Jahr 2017 war in kultureller Hinsicht deutlich durch den Hessentag geprägt, zu dessen Gelingen Akteurinnen und Akteure aus der Rüsselsheimer Kulturszene maßgeblich beitrugen. Das Stadtprogramm war vollgepackt mit lokalen Beiträgen und bot zahlreiche Gelegenheiten zu zeigen, wie stark die Rüsselsheimer Kulturszene ist. 2017 war für Rüsselsheimer Kulturschaffende in Teilen jedoch auch schwierig, da aufgrund der fehlenden Haushaltsgenehmigung die städtische Förderung, wie zum Beispiel die Bezuschussung kultureller Vereine, komplett entfallen musste . Auch der freien Projektförderung war außerhalb des Hessentages ein Riegel vorgeschoben.

Grundsätzlich fällt die Kulturförderung in den Bereich der sogenannten „freiwilligen Leistungen“ und ist daher ohne genehmigten Haushalt in weiten Teilen nicht möglich. Ein Beispiel dafür, wie man sensibel mit städtischen Geldern umgehen und zugleich neue Wege der Zusammenarbeit beschreiten kann, ist die Vorlage eines Zwischenberichts zum Thema „Kunst im öffentlichen Raum“. Am 27. April 2017 beschloss die Stadtverordnetenversammlung, ein Kataster aller öffentlichen Denkmäler und Kunstobjekte im öffentlichen Raum Rüsselsheims zu erstellen und dieses durch Veröffentlichungen den interessierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Gästen der Stadt zur Verfügung zu stellen. Für die Grundlagenrecherche sollten dem Beschluss zufolge mit der Genehmigung des Haushalts 2017 5.000 Euro zur Verfügung gestellt werden, um eine Person mit der Grundlagenarbeit zu beauftragen.

Nun hat die Kultursteuerung eine von der Haushaltsgenehmigung unabhängige Herangehensweise an das Thema entwickelt. Mit den ersten Schritten zur Erarbeitung eines „Kunst- und Denkmalkatasters“ (Arbeitstitel) wird im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit der Johannes Gutenberg Universität Mainz begonnen. In einem eigens auf Rüsselsheim am Main zugeschnittenen Seminar werden Master-Studierende des Fachs „Kulturanthropologie / Volkskunde“ im Sommersemester 2018 (16. April bis 7. Juli 2018) unter der Seminarleitung von Professor Michael Simon Umsetzungsoptionen erarbeiten, die sie dann am Ende des Sommersemesters anhand konkreter Beispiele der Stadt Rüsselsheim am Main vorschlagen werden. Ab dem Wintersemester 2018/2019 werden Studierende desselben Fachs das nach dem Sommersemester feststehende Konzept umsetzen und auf Basis des dann definierten wissenschaftlichen Rahmens mit der Ausarbeitung des „Kunst- und Denkmalkatasters“ beginnen.

Die Gruppe umfasst etwa 25 Studierende. Eine Stadtführung, der Besuch des Stadt- und Industriemuseums sowie ein Blockseminar in Rüsselsheim am Main zählen zum Seminarprogramm. Auch die Einbindung weiterer lokaler Akteurinnen und Akteure sowie eines Experten für das Thema Denkmalschutz ist geplant.
Auch die den Stadtverordneten jetzt zugeleiteten Drucksachen zu Änderungen der Richtlinien zum Förderstipendium und dem Kulturpreis der Stadt gehen auf die letztjährigen Erfahrungen mit einem nicht genehmigten Haushalt zurück. Ziel ist es, mehr Transparenz herzustellen und für die Zukunft deutlich zu machen, dass die Vergabe des Förderstipendiums und des Kulturpreises in einem Jahr ohne genehmigten Haushalt jeweils entfällt. Stipendium und Kulturpreis sind mit der Auszahlung von 4.200 beziehungsweise 2.500 Euro verbunden. Darüber hinaus werden Vergabeverfahren und Juryzusammensetzung zum Förderstipendium und dem Kulturpreis in Teilen aneinander angeglichen.

 

Link zu Zurück zur Übersicht