Kultur in Rüsselsheim

Herta Max

Portrait von Herta Max (Foto: Stadtarchiv Rüsselsheim am Main)
Herta Max in der Galerie aus Licht (Foto: Stadt Rüsselsheim am Main)
Herta Max als Schatten-Portrait (Foto: Stadt Rüsselsheim am Main)

Herta Max wurde am 15. April 1920 in Aussig, im damaligen Sudentenland gelegen, geboren. Als nach dem zweiten Weltkrieg die deutsche Bevölkerung aus dem Gebiet des heutigen Tschechiens vertrieben wurde, musste sich auch Max eine neue Heimat suchen. Die damals 26-Jährige landete in Rüsselsheim, wo sie sich auch aufgrund der tatkräftigen Unterstützung ortsansässiger Bürger*innen, schnell integrierte. Max würdigte diese Hilfe, indem sie sich zeitlebens ehrenamtlich sozial und politisch in Rüsselsheim engagierte. Neben ihrer Anstellung als medizinisch-technische Assistentin beim Kreisgesundheitsamt Groß-Gerau gründete Max beispielsweise mit anderen Mitstreiterinnen die Rüsselsheimer SPD-Frauengruppe.

Im Jahr 1956 wurde Herta Max in die Stadtverordnetenversammlung gewählt, wo sie sich bis 1968 engagierte. Später war sie als erste Frau im Magistrat der Stadt Rüsselsheim tätig. Darüber hinaus engagierte sie sich als Vorsitzende im Personalrat des Kreisgesundheitsamtes, um dort die Interessen ihrer Kolleginnen und Kollegen zu vertreten.

Ihre eigentliche Lebensaufgabe fand Max jedoch in der Gründung des Vereins „Werkstätten für Behinderte Rhein-Main e.V. Rüsselsheim“ im Juli 1970. Von Beginn an war sie erste Vorsitzende. Bereits vier Jahre nach Vereinsgründung hatte Max so viele Spenden gesammelt, dass dem Spatenstich der Werkstatt als Arbeitsplatz für körperlich und geistig Beeinträchtigte nichts mehr im Wege stand. Das Engagement der Vereinsvorsitzenden wurde 1975 mit dem Ehrenbrief des Landes Hessens gewürdigt. Schon ein Jahr später konnte Max zusammen mit ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern die Eröffnung der Werkstatt feiern. Für ihr fortwährendes Engagement überreichte man ihr 1977 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Darüber hinaus erhielt Max für ihren unermüdlichen Tatendrang im Jahr 1981 das goldene Wappen der Stadt Rüsselsheim. Unter ihrer Führung vergrößerte sich der Wirkungskreis des Vereins in den Folgejahren immer weiter. Zur Werkstätte kam eine heilpädagogische Kindertagesstätte hinzu, sowie ein Wohnheim für Menschen mit Behinderung.

Im November 1992 legte Herta Max ihr Amt im Verein der Werkstätten für Behinderte nieder. Ein Jahr später wurde sie für ihren ehrenamtlichen Einsatz nochmals gewürdigt, diesmal mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Am 21. Dezember 1996 starb Herta Max im Alter von 76 Jahren in Frankfurt.

 

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