Rüsselsheim Rathaus

20.08.2018

Bürgermeister Grieser: Die „Gemeindeschwester 2.0“ kann kommen

Bürgermeister Dennis Grieser teilt mit, dass das Land Hessen dem Antrag auf Mittel für eine kommunale Betreuungsperson aus dem Förderprogramm „Gemeindeschwester 2.0“ am 10. August den Zuschlag gegeben und damit die erforderlichen Mittel bereitgestellt hat. Er hatte diesen Antrag im Sozial-, Integrations- und Jugendausschusses angekündigt. Der Name des Förderprogramms wurde in Anlehnung an die früheren Gemeindeschwestern gewählt, die regelmäßig in den Haushalten eines Wohngebiets unterwegs waren.

Mit dem Einsatz einer kommunalen Betreuungsperson soll in erster Linie der Vereinsamung älterer Menschen vorgebeugt werden. Sie soll als Mittlerin zwischen der wachsenden Zahl von Menschen, die allein leben, und den bestehenden Angeboten und Hilfen für Seniorinnen und Senioren in Rüsselsheim tätig werden.

Veränderte Familienstrukturen, das Wegbrechen von Infrastruktur im Wohnumfeld und eingeschränkte Mobilität sind nur einige von vielen Gründen, die in der heutigen Zeit der Einsamkeit im Alter Vorschub leisten. Viele der Betroffenen leben noch selbstständig und sind nicht auf eine Versorgung durch das professionelle Hilfesystem angewiesen. Weil sie noch nicht Hilfen aus dem sozialen Versorgungsnetz benötigen, bleiben sie auf sich allein gestellt und sie drohen zu vereinsamen.

„Hier setzt das Projekt an, indem die neue Kraft als Kümmernde in die häusliche Situation älterer Menschen eintaucht, informiert, Anregungen gibt und, wo nötig, Hilfen vermittelt. Durch den persönlichen Kontakt mit den Betroffenen kann die Gemeindeschwester - oder der Gemeindebruder - den Hilfe- und Unterstützungsbedarf erkennen, die passenden Hilfen koordinieren und nicht zuletzt zur Annahme von Hilfe ermuntern und dabei helfen, Schwellenängste zu überwinden“, erläutert Bürgermeister Grieser die Ziele des Projekts.

Angesiedelt bei der städtischen Leitstelle Älterwerden im Haus der Senioren wird der oder die neue Fachkraft in das soziale Netz eingebunden sein und kann so schnell und effektiv die Arbeit aufnehmen. Die über das Förderprogramm voll finanzierte Stelle wird jetzt zeitnah ausgeschrieben.

Zunächst sollen die älteren Menschen im Berliner Viertel und in der Böllensee-Siedlung ins Auge gefasst werden. „In beiden Stadtteilen ist der Anteil der Bewohnerinnen und Bewohner über 60 Jahre relativ hoch und es gibt bereits Nachbarschaftsprojekte, mit denen eine Kooperation stattfinden kann“, sagt Grieser.

Der Sozialdezernent ist zuversichtlich, dass mit der „Gemeindeschwester 2.0“ eine Lücke im sozialen Netz geschlossen werden kann, welche von professionellen Diensten nicht ausgefüllt wird. Schließlich handelt es sich hier auch um eine präventive Einrichtung, die ein Baustein für ein längeres Leben zu Hause sein kann.

 

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