Rüsselsheim Rathaus

27.08.2018

In Rüsselsheim wird mit Leidenschaft an historischen Fahrzeugen geschraubt

Foto: Oberbürgermeister Udo Bausch mit den Inhabern der drei Oldtimer-Werkstätten und der Handwerkskammer (Foto: Stadt Rüsselsheim am Main)

Ohne Zweifel ist die Stadt Rüsselsheim am Main mit der Automobilbranche eng verbunden. Aufgrund von hier ansässigen Firmen wie Opel, Hyundai und Kia sowie Automobil-Zuliefererfirmen und der Hochschule RheinMain werden am Standort neue Modelle entwickelt, Innovationen erforscht und technische Lösungen für die Fortbewegung der Zukunft gesucht. Die lange Tradition, die Rüsselsheim mit dem Thema Automobile verbindet, macht die Stadt aber auch zu einem hervorragenden Treffpunkt für Nostalgiker und Oldtimer-Enthusiasten.

Dass die Rüsselsheimer Wirtschaft nicht nur kompetent bei ganz neuen Autos ist, sondern auch das Know-How besitzt, alte Schätze zu pflegen und zu hegen, zeigt sich an den drei spezialisierten Betrieben BenzinRausch, Alteisenschmiede und Eberhard Autoteile. Für Rüsselsheims Oberbürgermeister Udo Bausch bilden die drei Oldtimer-Werkstätten daher den perfekten Auftakt für seine neue Reihe „Oberbürgermeister trifft Handwerk“: „Das Handwerk liegt mir sehr am Herzen. Mit der Reihe wollen wir auch kleine und mittlere Betriebe in den Fokus der Öffentlichkeit rücken und würdigen, denn sie prägen ebenso wie die großen Firmen den Wirtschaftsstandort unserer Stadt. Sich selbst ein Bild bei den Betrieben zu machen, ist wichtig, um zu erfahren, wo Rüsselsheim steht. Mit dem Automotive-Sektor hat die Stadt ein Alleinstellungsmerkmal in der Metropolregion Rhein-Main und das Thema Oldtimer passt hervorragend in unser Profil.“
Das Geschäft mit den Oldtimern lohne sich, wie Dr. Iris Allmendinger von der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main erläuterte. Jährlich würde die Zahl der Fahrzeuge, die mit dem H-Kennzeichen auf den Straßen fahren und somit 30 Jahre und älter sind, um elf Prozent steigen. Da seien Handwerks-Experten gefragt, die sich um diese Fahrzeuge kümmerten. In Rüsselsheim haben sich die drei Werkstätten jeweils ganz eigene Profile erarbeitet, wovon sich Bausch persönlich überzeugte.

Zunächst machte der Oberbürgermeister Halt im Betrieb BenzinRausch von Erik Schulte, der seit 2011 im Opel-Altwerk arbeitet. „Das Opel Altwerk, in dem vor 80 Jahren der Opel Kapitän vom Band lief,  bietet sicherlich ein besonderes Ambiente und Inspiration für die Restauration von alten Fahrzeugen“, hob Bausch hervor. Auch für Schulte ist es etwas Besonderes, in der Wiege des Automobilbaus zu arbeiten. Er ist vom Standort überzeugt, da Rüsselsheim von Geschichte, Emotionen und Innovation geprägt sei.  Der gelernte Karosseriebauer und KFZ-Mechaniker-Meister bietet neben Reparaturen, Instandsetzungen und Wartungen vor allem sein Know-How bei der Kaufbegleitung an und berät Neueinsteiger rund um das Thema Oldtimer. Zudem kann er 30 Stellplätze zum Einlagern von Fahrzeugen zur Verfügung stellen.

Die nächste Station bei seinem Besuch führte den Rüsselsheimer Rathauschef zur Werkstatt von Peter Eberhard in die Hans-Sachs-Straße 35. Sein Betrieb kann bereits sein 30-jähriges Bestehen in diesem Jahr feiern. Peter Eberhard, der bei Opel Kfz-Mechaniker gelernt hat, mittlerweile mit Meisterbetrieb der KFZ-Innung, setzt nicht nur Klassiker wieder instand, 50 Prozent seines Geschäfts macht der Handel mit historischen Autoteilen aus. Zudem ist seine Werkstatt als einziger Fachbetrieb für historische Fahrzeuge im Landkreis Groß-Gerau zertifiziert. Die Firma ist Dekra Stützpunkt. Dort wird einmal wöchentlich TÜV geprüft, auch werden die Prüfung zum
historischen Kennzeichen vorgenommen. „Was ich heute über ihn gelernt habe? Wer weltweit ein Problem mit einem alten Opel hat, wendet sich an ihn“, sagte Bausch

Ganz frisch ist dagegen die Alteisenschmiede, die von Martin Schnabel und Andrea Botte betrieben wird. Erst im Mai vergangenen Jahres öffneten sie die Werkstatt in der Bensheimer Straße 61 im Rüsselsheimer Stadtteil Königstädten, wo es sie gut aufgenommen worden seien und es viele Oldtimer gebe. Während Martin Schnabel, der seinen Beruf KFZ-Mechatroniker von der Pike auf bei Opel gelernt hat und mit seinem KFZ Meister vervollständigt hat, für das Technische zuständig ist, kümmert sich Andrea Botte um Marketing und Vertrieb. Nach Angaben der Inhaber sei, neben den üblichen Leistungen in einer Oldtimerwerkstatt mit Tiefgaragen-Vermietung, die Pflege der Netzwerke und das Verständnis für die Oldtimerliebe der Kunden maßgeblich. „Die Alteisenschmiede als Gründerunternehmen tut sehr gut daran, sich hier zu engagieren“, sagte Bausch.

Bausch verwies auch auf verschiedene Veranstaltungen in Rüsselsheim, auf denen die Netzwerke gepflegt werden und die Begeisterung für die fahrenden Klassiker einer breiten Öffentlichkeit vermittelt werde: „Neben Deutschlands größter eintägiger Veranstaltung für Oldtimer-Fans, dem Klassikertreffen im Juni, zu dem jährlich rund 30.000 Menschen kommen, spielen zunehmend auch kleinere Treffen eine wichtige Rolle in unserer Stadt. Die Führungen, die vom Stadtmarketing zu den Opel-Classics angeboten werden, sind immer schnell ausgebucht. Das zeigt, die Besucherinnen und Besucher wie auch die Bevölkerung haben großes Interesse an solchen Events und identifizieren sich mit den Wurzeln der Automobilbranche. Und mit dem Angebot an spezialisierten Handwerkern wird mir nicht Bange um die Oldtimer-Branche in Rüsselsheim“, sagte Bausch abschließend.

 

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