Rüsselsheim Rathaus

26.09.2018

Neues Wohn- und Gewerbegebiet Eselswiese: freiwillige Umlegung mit den Eigentümern angestrebt

Eine Fläche von 60 Hektar will die Stadt Rüsselsheim am Main für Wohnen und Gewerbe entwickeln. In der Eselswiese am Rande des Ortsteils Bauschheim handelt es sich derzeit überwiegend um Ackerflächen, von denen ab 2021 31,5 Hektar als Wohnbaufläche, 13,65 Hektar als gewerbliche Baufläche, 5,1 Hektar als gemischte Baufläche und 10,2 Hektar als Grünfläche zur Verfügung stehen sollen. Planungsdezernent Nils Kraft führt aus: „Die Nachfrage nach Flächen für Wohnbebauung ist in der Metropolregion sehr groß. Rüsselsheim am Main profitiert von seiner Nähe zu Städten wie Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden und Mainz. Bauschheim punktet bei Familien mit seiner relativ ruhigen Lage. Auch wenn die Schaffung neuer Wohngebiete für die Kommunen im Vergleich zu Gewerbegebieten eher unwirtschaftlich ist, stellt sich Rüsselsheim dem Siedlungsdruck der Metropolregion.“

Bevor die ersten Bagger rollen können, sind zunächst noch ein städtebaulicher Wettbewerb in 2019 und, darauf aufbauend, die Erarbeitung rechtskräftiger Bebauungs- sowie Umlegungspläne notwendig. 2022 könnten nach derzeitigen Planungen die Erschließungsarbeiten in Abschnitten beginnen, eine Vorvermarktung wäre ab 2021 möglich. Allein an öffentlichen Investitionskosten wird ein Volumen von 80 bis 100 Millionen Euro erwartet, private Investitionen für Wohnhäuser oder gewerbliche Gebäude kämen noch hinzu.

Maßgeblich für die nun anstehende Bodenordnung ist der Beschluss der Stadtverordneten, dass für anfallende Planungs-, Umlegungs-, Erschließungs- und Folgekosten ein Gesamtkonzept erarbeitet werden soll, auf dessen Grundlage eine für die Stadt kostenneutrale Gesamtgebietsentwicklung angestrebt werden kann. Deswegen ist vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung geplant, dass die Kosten im Zuge der einvernehmlichen Umlegung von den rund 50 Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern getragen werden. Eine andere Form der Entwicklungsfinanzierung wäre aktuell wahrscheinlich kaum über den städtischen Haushalt zu leisten.

Wer derzeit ein Grundstück in dem künftigen Wohn- und Gewerbegebiet besitzt, hat in der freiwilligen Umlegung flexible Möglichkeiten. Die eine Option ist der Verkauf des Grundstücks an die Stadt. Die andere beinhaltet ein Tauschverfahren von Ackerland zu baureifem Land, wobei sich die Eigentümer analog zur Größe des Grundstücks an den Kosten für die städtebauliche Planung, infrastrukturelle Kosten und Erschließungskosten beteiligen. Diese Kosten werden in Zusammenhang mit dem Gesamtkonzept zur freiwilligen Umlegung ermittelt. Grundsätzlich gilt bei diesem Tauschverfahren jedoch, dass die Eigentümer nach dem Tausch und nach Abzug öffentlicher Bedarfsflächen weniger Flächen, aber dafür wertvollere Baulandfläche haben.

Nach Beratung in der Ausschussrunde könnte die Stadtverordnetenversammlung am 18. Oktober grünes Licht für die Bodenordnung geben. Entwickler der Flächen ist im Auftrag der Stadt Rüsselsheim am Main die Nassauische Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungs GmbH. Deren Projektpartner für die Bodenordnung ist die Wittig + Kirchner Ingenieur GmbH.

 

Weitere Informationen

Link zu Grafik zur Flächenverteilung (PDF, Rechte: Wittig + Kirchner)

 

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