Rüsselsheim Rathaus

27.09.2018

Rüsselsheimer Fachtag zu frühkindlichen Bindungen fand große Resonanz

Foto: Fachtag Erste Bindung im Rathaus (Foto: Stadt Rüsselsheim am Main)

Wie entwickeln kleine Kinder Vertrauen zu anderen Menschen? Welche Bindungen gehen sie dabei ein? Und was können die Erziehenden dazu beitragen, um diese frühkindlichen Entwicklungen von Fähigkeiten und einen angemessenen Umgang mit den eigenen Gefühlen zu unterstützen? Diesen Fragestellungen ging der Fachtag „Erste Bindung: Welche Rolle spielt sie für das Kind?“ nach, den die Stadt Rüsselsheim am Main angeboten hat. Rund 85 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte Bürgermeister und Jugenddezernent Dennis Grieser bei seiner Eröffnungsrede im Rathaus dazu begrüßen.

In den Fokus rückte Grieser, dass Eltern in der Regel den Wunsch haben, gute Eltern zu sein und ihre Kinder zu bindungsfähigen und selbstständigen Menschen erziehen möchten. „Frühe Bindungen entstehen dadurch, dass die kleinen Kinder Vertrauen entwickeln und lernen, dass sie bei Bedarf Unterstützung erfahren“, sagte Grieser.

Der Fachtag richtete sich an Beschäftigte der öffentlichen und freien Jugendhilfeträger und weitere Fachkräfte der Sozialen Arbeit, die qua Gesetz ohnehin in einer Arbeitsgemeinschaft zusammen arbeiten. Er ist Auftaktveranstaltung zu einer ganzen Fortbildungsreihe, die zum einen Wissen vermitteln, aber auch Gelegenheit zur Vernetzung untereinander geben soll. Ausgerichtet wird die Veranstaltungsreihe von gleich zwei Fachbereichen der Rüsselsheimer Stadtverwaltung: dem Fachbereich Kinderschutz und Jugendhilfe in Kooperation mit de Fachbereich Bildung und Betreuung „Frühe Hilfen“. Mit im Boot ist außerdem die Einrichtung Spurwechsel Rüsselsheim der Paritätischen Projekte.

Inhaltlich wurde beleuchtet, wie die genetische Ausstattung eines Kindes im Wechselspiel mit dessen allerfrühesten Erfahrungen bestimmt, wie sich bestimmte Schaltkreise im Gehirn entwickeln. Da dies prägt, wie Kinder mit Anforderungen umgehen, wie sie ihre eigenen Emotionen wahrnehmen und sich selbst regulieren können und wie gut es ihnen gelingt, in Beziehungen zu reifen und sich kognitiv zu entfalten, ging es zunächst um den Aufbau und die Reifung des menschlichen Gehirns. Als Fachreferentin konnte dazu Dr. Nicole Strüber gewonnen werden. Strüber ist Neurobiologin und war bis 2015 wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Professor Gerhard Roth an der Universität Bremen. Außerdem publiziert sie als Wissenschaftsautorin. Ihre Erkenntnisse auf diesem Fachgebiet verbindet sie mit Informationen der Bindungstheorie und -forschung. Im Anschluss an den Vortrag gab es Gelegenheit zur Diskussion und zum kollegialen Austausch unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Es ist geplant, künftig jährlich eine Veranstaltung zu einem Jugendhilfethema anzubieten.

 

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