Rüsselsheim Rathaus

01.10.2018

Migration und Gesundheit

Foto: Stadt Rüsselsheim am Main

Im gut gefüllten Ratssaal begrüßte Oberbürgermeister Udo Bausch rund 130 Interessierte zur Veranstaltung „Migration und Gesundheit“. Die Initiative hierzu ging im Rahmen der Interkulturellen Woche vom Afghanisch-Deutschen Kultur- und Bildungsverein aus. Der Oberbürgermeister bedankte sich hierfür beim Verein: „Es handelt sich um eine Thema, das nur wenig diskutiert wird. Für eine Stadt wie Rüsselsheim, die international ist und einen deutlichen Schwerpunkt auf Gesundheit hat, ist dies umso mehr von Bedeutung.“ Bausch wies darauf hin, dass er Themen und wirtschaftliche Unternehmen rund um Gesundheit in einem Gesundheitscluster bündeln will. Als bedeutende Unternehmen und Institutionen aus diesem Bereich nannte er unter anderem das Gesundheits- und Pflegezentrum mit 20 angegliederten Arztpraxen, die Hochschule Rhein-Main mit seinem Medizintechnikstudiengang und das Steinbeiszentrum. Als besonders gutes Beispiel für viele engagierte Ärzte mit Migrationshintergrund lobte Bausch den Referenten Dr. Kamal Eslam. Der Integrationspreisträger sei über seine Tätigkeit als Arzt hinaus im Afghanisch-Deutschen Kultur- und Bildungsverein sowie im Lions Club Rüsselsheim engagiert. Dabei gelte für Eslams sein persönliches Motto „Mitverantwortung für die Gesellschaft gemeinsam meistern“.

Dr. Eslam beleuchtete in seinem Vortrag die Bedeutung und die Situation von Migrantinnen und Migranten in Deutschland. Zum Thema Gesundheit von Migrantinnen und Migranten referierte der praktizierende Arzt aus eigener Praxiserfahrung. Dabei ging er auch auf die besondere Situation von Menschen mit Migrationshintergrund ein. Viele seien aufgrund traumatischer Erlebnisse, Verfolgung und Flucht oder Schwierigkeiten bei der Gestaltung der sozialen Integration physischen und psychosozialen Belastungen ausgesetzt. Dies könne die Gesundheit nachhaltig negativ beeinflussen.

Im Anschluss stellte Melanie Lutz vom Caritasverband Offenbach/Main e.V. ein interkulturelles Gesundheitsprojekt als Praxisbeispiel vor. Es sollen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren dafür geschult werden, Menschen mit Fluchterfahrung in Fragen der Gesundheit aufzuklären. Nach der erfolgten Schulung sollen unter anderem im Kreis Groß-Gerau ab Februar bis Mai 2019 Infoveranstaltungen für Menschen mit Fluchterfahrung folgen.

 

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