Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

30.11.2021

Schwierige Sanierungsarbeiten in der Stadtunterführung

Foto: Arbeiten an der Unterführung Friedensstraße mit einem Hochdruckwasserstrahler (Foto: Stadt Rüsselsheim am Main)

Wer aktuell durch die Unterführung Friedensstraße in die Innenstadt fährt oder geht, sieht auf der rechten Seite lediglich eine große weiße Wand aus Planen und Baumaterial, das im abgesperrten Bereich für seine weitere Verarbeitung steht. „Hinter den Planen schreitet in mühsamer Kleinarbeit die Sanierung der Unterführung voran“, sagt Projektleiter Andree Lübben vom städtischen Tiefbauamt. Denn für die Sicherheit aller Menschen, die die Unterführung nutzen, lässt die Stadt das Bauwerk, das aus den Baujahren 1957/58 stammt, wieder in Stand setzen. Der Zahn der Zeit hatte derartige Schäden verursacht, dass noch 2021 mit der Sanierung begonnen werden musste.

Bei den Schäden waren lose Kacheln an der Seite der Fußgängerunterführung am auffälligsten. Hier bestand akute Verletzungsgefahr durch das Herabfallen gelöster Teile. Nur für den geschulten Blick sind allerdings auf beiden Seiten zahlreiche Risse und Hohlstellen in den Bauwerkswänden zu erkennen. Außerdem ist es zu Korrosionsschäden gekommen. Dies bedeutet, dass unter anderem die erforderliche Betondeckung über den Bewehrungseisen oder auch an den Geländerverankerungen nicht mehr ausreichend vorhanden war.

Deswegen werden nun die Wände der Unterführung generalüberholt. Zusammen haben die gegenüberliegenden Wände eine Länge von etwa 1000 Metern. An der Einfahrt in die Unterführung sind sie nur etwa 70 Zentimeter hoch, am tiefsten Punkt in der Unterführung allerdings sechs Meter. Daher hat das Gerüst, das hinter den Planen verborgen ist, im höchsten Bereich drei Etagen, um die Sanierung auch auf mehreren Ebenen auszuführen. Dies erfolgt, wenn möglich, parallel in unterschiedlichen Arbeitsschritten.
Eine weitere wichtige Funktion des Gerüsts ist die Absturzsicherung, da oberhalb der Unterführung bereits das Geländer, welches ebenfalls erneuert werden muss, demontiert wurde.

Im unteren Sockelbereich, hinter der bisherigen Radfahrkappe, musste auch auf fast der gesamten Länge der Wände, auf einer Höhe von rund 20 Zentimetern der schadhaften Beton entfernt werden. Gleiches gilt für Bereiche, die durch Risse und Abplatzungen im Bereich von Hohlstellen, verursacht durch Korrosion, zu schadhaft waren.

„Damit nur so viel wie eben nötig abgetragen wird, muss die restliche Beschichtung mittels Hochdruckwasserstrahlen entfernt und der Untergrund angeraut werden. Nur so kann eine neue Beschichtung haften“, erklärt der Projektleiter. Das Arbeiten mit Hochdruckwasserstrahl erfordert größte Anstrengungen. Der Strahl hat einen Druck von 2.500 bar und muss so kontrolliert werden, dass die gelockerten Teile nicht weggeschleudert werden und zu viel Beton abgetragen wird. Deswegen geht es nur mit kleinen Schritten voran und nach zwei Stunden muss das Personal an der Maschine wechseln. Ist der Untergrund angeraut, werden alle Risse, die zu weiteren Schäden führen können, unter Druck mit Epoxidharz verpresst. Große Risse müssen zunächst noch vorbehandelt und verspachtelt werden. Wenn es die Witterung und die Temperaturen zulassen, wird im Frühjahr eine neue Beschichtung aufgebracht. Die gesamte zu bearbeitende Wandfläche umfasst etwa 4.200 Quadratmeter.

Parallel zu Sockel und Wand laufen auch oben, an der sogenannten Wandkrone, Arbeiten. Das marode Geländer als Absicherung zum Fußweg und zu Privatgrundstücken musste aufwendig rausgestemmt werden. Nun werden neue Verankerungen befestigt und die Stellen sukzessive wieder geschlossen.

 

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