Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

02.05.2022

Mit mehr Natur zur Zertifizierung „StadtGrün naturnah“

Foto: Insektenfreundliche Blumen- und Kräuterwiese (Foto: Stadt Rüsselsheim am Main)

Die Stadt Rüsselsheim am Main engagiert sich verstärkt für mehr Natur in der Stadt. Dazu hat sie unter anderem Mittelstreifen zwischen Straßen mit blühenden Stauden und Blumenzwiebeln bepflanzt, Blumenwiesen ausgesät und Baumscheiben begrünt. Dies sind Beiträge, die die Stadt nun einbringen und weiterentwickeln wird, um das Label „StadtGrün naturnah“ zu erhalten. Für die Zertifizierung, die etwa ein Jahr beanspruchen wird, fand Ende April schon ein erstes Treffen der lokalen Arbeitsgruppe statt. Diese setzt sich aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Grünplanung, des Umweltamtes und der Grünpflege des Städteservice zusammen. Mit dabei sind auch Vertreterinnen und Vertreter der örtlichen Naturschutzverbände und weiteren Akteurinnen und Akteuren, die sich mit biodiversitätsrelevanten Themen beschäftigen. Es fand ein reger und produktiver Austausch unter den Anwesenden statt.

In der ersten Phase des Labelverfahrens erfasst die Stadt, was bisher geleistet wurde. In diesem Zuge bringt die Stadt mit ins Rennen, dass sie beginnend im Jahr 2015, und deutlich verstärkt seit 2018, Grünflächen, Baumscheiben, Straßenbegleitgrün oder Hochbeete mit insektenfreundlichen und zugleich pflegeleichten Blumen- und Kräutereinsaaten, Blumenzwiebeln, Stauden, Gräsern und Gehölzen umgestalten lässt. Während Rasenflächen und herkömmliche Wiesenflächen mehrmals im Jahr gemäht werden, erfahren mittlerweile Wildblumenwiesen nur eine ein- oder zweimalige Mahd pro Jahr. Gräser und Wildstauden kommen so zur Blüte, können sich vermehren und ziehen Insekten an. Die längere Blütezeit und die Samen bieten Tieren eine durchgängige Nahrungsquelle, auch können die Flächen wegen der seltenen Mahd Kleintieren und Vögeln als Bruthabitat dienen. So trägt die extensivierte Pflege im Laufe der Zeit zu einer Erhöhung der Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen bei. Die lokale Arbeitsgruppe hat in ihrem ersten Treffen weitere potentielle Maßnahmen gesammelt und ergänzende Ideen, wie zum Beispiel eine Besichtigung von Grünflächen mit dem Fahrrad mit anschließendem Austausch, entwickelt.

Mit ihrem ökologischen Grünflächenmanagement will die Stadt das Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“ überzeugen und das Label „StadtGrün naturnah“ erhalten. Bisher teilnehmende Kommunen entwickelten beispielsweise öffentliche Grünflächen zu artenreichen Wildblumenwiesen, verwenden heimisches Saat- und Pflanzgut oder verzichten auf Pestizide. Zu Beginn tragen die teilnehmenden Kommunen die Pflegepraktiken und bereits umgesetzten Maßnahmen in einer Bestandserfassung zusammen. Darauf aufbauend entwickeln sie einen Maßnahmenplan mit den geplanten Aktivitäten zur naturnahen Entwicklung der innerstädtischen Grünflächen. Am Ende des Prozesses werden die Teilnehmenden mit der Auszeichnung in Bronze, Silber oder Gold belohnt. Die Auszeichnung hat den Vorteil, dass das Engagement und die Arbeit der Kommune mit objektiven Standards und Zielen des Bündnisses „Kommunen für biologische Vielfalt e.V.“ bewertet wird.

Das Bündnis hebt noch mal hervor, wie wichtig Grünflächen für Mensch und Tier sind. Je grüner die Städte, desto höher die Lebensqualität. Bewegung, Begegnung und andere Freiluftaktivitäten im Grün von Stadtgebieten, wie es sie in Rüsselsheim in Form von Parks, städtischem Wald, Mainvorland, Horlachgraben und sonstigen Grünanlagen gibt, haben positive Auswirkungen auf die Gesundheit und den Stressabbau. Sie filtern Schadstoffe, spenden Schatten, speichern Wasser und sorgen für ein angenehmes Mikroklima sowie frische Luft. Der Tierwelt dient das Grün als Brutstätte, Lebensraum und Nahrungsquelle. Durch die verschiedenen Grünflächen als Trittsteinbiotope entsteht eine Biotopvernetzung, die durch die Verknüpfung von Lebensräumen dem Überleben der Tiere hilft.

Mehr Informationen zum Label „StadtGrün naturnah“ gibt es unter www.stadtgruen-natunah.de, mehr zum Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ unter www.kommbio.de

 

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