Rüsselsheim Rathaus

Presseinformationen

31.10.2018

Begabungsgerechte Förderung in Kitas im multikulturell geprägten Rüsselsheim

Rüsselsheimer Kitas profitieren bei begabungsgerechter Frühförderung von der Kooperation mit der Wiesbadener Stiftung Kleine Füchse. Unterstützt von der Globus-Stiftung kommt 250 Kindern in drei Einrichtungen die begabungspädagogische Ausbildung der Erzieher und Erzieherinnen in der Modellregion zugute. Diese ermöglicht es dem Fachpersonal, Hochbegabung und besondere Begabungen früh zu erkennen und die Kinder individuell zu fördern und zu fordern – unabhängig vom sozialen und kulturellen Hintergrund. Ein Großteil der entdeckten „Kleinen Füchse“ kommt aus Familien mit sogenanntem Migrationshintergrund.

Hochbegabung und besondere Begabungen kommen in allen sozialen Schichten vor, und jedes Kind hat ein Recht darauf, hinsichtlich seiner Fähigkeiten individuell gefördert und gefordert zu werden. In drei Kindertagesstätten im multikulturell geprägten Rüsselsheim ist das dank der Kooperation mit der Wiesbadener Stiftung Kleine Füchse möglich. Finanziell wird das Projekt „Begabungsgerechte Förderung von Kindern in Kindertagesstätten in Rüsselsheim“ seit 2016 von der Globus-Stiftung unterstützt.

Die Chancen dieser Kooperation zeigt jetzt ein Zwischenbericht auf. So ist es bemerkenswert, dass innerhalb von bisher zwei Jahren Projektlaufzeit bereits vier Kinder mit einem IQ von 120 und mehr identifiziert werden konnten. Dank des großzügigen Engagements der Globus-Stiftung erfahren sie jetzt die Vorteile der individuellen Förderung durch ihre fortgebildeten Erzieher und Erzieherinnen sowie der engen Zusammenarbeit mit der Begabungspsychologischen Beratungsstelle der Stiftung Kleine Füchse in Wiesbaden.
Beinahe alle diese Kinder kommen aus Familien mit sogenanntem Migrationshintergrund – hinsichtlich der Bildungs- und Chancengerechtigkeit, zu der das Modell Kleine Füchse einen Beitrag leisten möchte, ist das besonders erfreulich. Dr. Isabel Vöhringer, Leiterin der Wiesbadener Beratungsstelle Kleine Füchse, erklärt: „Gerade für diese Kinder ist es besonders wichtig, dass ihre Eltern, die meist das deutsche Bildungssystem nicht selbst erfahren haben, eine fundierte Beratung zu den besonderen Bedürfnissen ihrer Kinder erhalten sowie im Kita-Alltag von kompetenten Erziehern und Erzieherinnen begleitet werden.“

In den Rüsselsheimer Kindertagesstätten Zum Büttelacker, Böcklinstraße und Vollbrechtstraße haben bisher vier Erzieherinnen ihre Fortbildung zur „Begabungspädagogischen Fachkraft Kleine Füchse“ abgeschlossen, fünf weitere befinden sich in Ausbildung. Darüber hinaus nehmen die Erzieherinnen an den regelmäßigen Pädagogischen Foren in der Region statt, um ihren Wissensstand bezüglich des Umgangs mit Hochbegabung und besonderen Begabungen stets aktuell zu halten und zu erweitern.
Bürgermeister und Sozialdezernent Dennis Grieser sagt: „Fortbildung hat für uns einen besonders hohen Stellenwert. Gut ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher sind ein wichtiges Qualitätsmerkmal in den Kitas. Dass wir zukünftig dank der Unterstützung der Stiftung Kleine Füchse und der Globus-Stiftung auch in der Hochbegabtenförderung gut aufgestellt sein werden, freut mich besonders.“ Marisol Avilés-Schult, Leiterin der Kita Böcklinstraße, ergänzt: „In den Seminaren und Praxiseinheiten der Stiftung Kleine Füchse haben meine Kollegen und ich viel für unsere tägliche Arbeit gelernt. Uns wurden wichtige Beobachtungs- und Handlungsstrategien vermittelt, durch die wir den Kindern mit ihren besonderen Begabungen gerecht werden können. Davon profitieren wir als ganze Kita, denn nur wenn Kinder mit einem hohen IQ die richtigen Impulse bekommen, haben sie Spaß an ihren Fähigkeiten und ziehen andere mit.“

Ziel der weiteren Zusammenarbeit der Rüsselsheimer Kindertagesstätten mit der Stiftung Kleine Füchse und der Globus-Stiftung ist die sukzessive Fortbildung möglichst vieler Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zur „Begabungspädagogischen Fachkraft Kleine Füchse“, sodass jedes Kind individuell gesehen, seine Begabungen erkannt und gefördert werden können.

Aufgrund personeller Engpässe und struktureller Schwierigkeiten erfordert diese zukunftsweisende Bildungsinitiative den Einrichtungen teils großes Engagement und viel Organisationsaufwand ab. Die Stiftung Kleine Füchse hat darauf reagiert und ihre Fortbildung überarbeitet. Ohne dass auf Qualität der theoretischen und praxisorientierten Einheiten verzichtet wird, findet diese nun in drei Seminarblöcken mit insgesamt sechs Fortbildungstagen statt, die sich über ein halbes Jahr erstrecken. Die Kleine Füchse Raule-Stiftung dankt ihrem Förderer, der Globus-Stiftung, der die Teilnahme ihres Fachpersonals an diesen Fortbildungsmaßnahmen sowie den kostenlosen Zugang zur Begabungspsychologischen Beratungsstelle für die Familien der von ihnen betreuten Kinder ermöglicht.

 

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