Rüsselsheim Rathaus

Presseinformationen

05.12.2018

Kulturelles Inklusionsprojekt soll fortgeführt werden

Inklusion wurde zum viel zitierten Begriff, seit die UN-Behindertenrechtskommission sie 2008 zum Menschenrecht erklärt hat. Im Kern geht es darum, dass alle Menschen ihr Leben selbstbestimmt führen und am allgemeinen gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Ein beispielhaftes Konzept bietet in Rüsselsheim am Main das Stadt- und Industriemuseum der Stadt. Zwei Jahre lang wurde das Projekt „Stadtmuseum inklusive“ durch die Kulturstiftung des Bundes mit 150.000 Euro gefördert und hat erste wichtige Impulse für Teilhabe und Inklusion im Kulturbereich gesetzt. Durchgeführt wurde es in Kooperation mit den örtlichen Werkstätten für Behinderte (WfB).

„Das Ziel ist, Menschen mit Unterstützungsbedarf aktiv an der Stadtkultur zu beteiligen, mit ihnen gemeinsam neue Angebote zu erarbeiten und ihnen einen Zugang zum Museum, dem Veranstaltungsangebot und zur Stadtgeschichte zu bieten“, sagt Bürgermeister und Kulturdezernent Dennis Grieser. Die Teilhabe von Menschen mit kognitiven Einschränkungen am Museumsprogramm und an kulturpädagogischer Arbeit wurde ermöglicht und in verschiedensten Formen erprobt. Nun soll ein weiteres, auf fünf Jahre ausgelegtes Modellprojekt die Kontinuität dieser Arbeit im Stadt- und Industriemuseum fortführen, wozu der Magistrat bereits seine Zustimmung gab. „Um die gesammelten Erfahrungen und die Kompetenzen zu sichern, bietet das neue Projekt eine Anschlussperspektive. Es geht uns nicht nur um das Öffnen von Türen, sondern langfristig um die Gestaltung einer Gesellschaft, in der sich alle als selbstverständlich dazugehörig erleben können und im Einklang mit der UN-Behindertenrechtskonvention aktiv und passiv am kulturellen Leben in Rüsselsheim teilhaben können“, erläutert Grieser. Wichtig sei auch, dass schon bei den Informationen über kulturelle Angebote Barrieren abgebaut würden. Außerdem sollen Bedürfnisse von Menschen mit Handicap in die Planung und Umsetzung kultureller Veranstaltungen einfließen. „Dazu wird der Kontakt mit den Betroffenen aktiv gesucht“, sagt Grieser.

Für das Folgeprojekt entstehen pro Jahr Kosten in Höhe von 30.000 Euro. Für 2019 sind die Mittel bereits im Haushaltsplanentwurf enthalten. Außerdem ist beabsichtigt, Drittmittel einzuwerben, um damit zusätzliche Maßnahmen (Mikroprojekte) zu finanzieren und einen Beitrag zur Refinanzierung der Personalkosten zu leisten. Der Landkreis Groß-Gerau hat bereits einen Förderantrag im Rahmen des Landesaktionsplans UN-Behindertenkonvention gestellt, über den eine Teilfinanzierung der Projektstelle möglich wäre. Die Stadtverordneten werden die Vorlage in der ersten Sitzungsrunde 2019 beraten und über das auf fünf Jahre angesetzte Modellprojekt abschließend entscheiden.

 

Link zu Zurück zur Übersicht