Rüsselsheim Rathaus

Presseinformationen

08.02.2019

Maßnahmen zur Sicherung des Kulturzentrums „Das Rind“

Um den weiteren Betrieb des Kulturzentrums „das Rind“ zu sichern, hat der Rüsselsheimer Magistrat beschlossen, den Stadtverordneten vorzuschlagen, sowohl die städtische Fördersumme zu erhöhen, als auch in die Veranstaltungstechnik zu investieren. „Uns hat ein ernst zu nehmender Hilferuf des Rinds erreicht. Nach verschiedenen Haushaltskonsolidierungsrunden sind die Fördermittel für das Kulturzentrum in der Vergangenheit auf jährlich 41.800 Euro abgesenkt worden. Wie der Betreiber uns mitgeteilt hat, kann der Betrieb mit dieser Summe und mit der veralteten Ton- und Lichttechnik nicht weitergeführt werden“, erläutert Bürgermeister und Kulturdezernent Dennis Grieser die Beweggründe.
In über 26 Jahren habe sich das Rind zu einer herausragenden und unverzichtbaren Kultureinrichtung in Rüsselsheim am Main entwickelt, die mit ihrem Programm das städtische Kulturangebot hervorragend ergänzt. „Das autonome Kulturzentrum richtet sich mit einem abwechslungsreichen und qualitativ hochwertigen Programm an junge und jung gebliebene Menschen in Rüsselsheim und der Region. Es gibt nichts Vergleichbares in unserer Stadt“, so Grieser. Ziel sei es, das Kulturzentrum nachhaltig aufzustellen.


Die Beschlussempfehlung an die Stadtverordnetenversammlung sieht daher vor, die jährliche Fördersumme auf 115.800 Euro festzusetzen. Die Laufzeit der Fördervereinbarung bis zum 31. Dezember 2021 bleibt unverändert. Zusätzlich will der Magistrat in die marode, weil in die Jahre gekommene Veranstaltungstechnik investieren. 175.000 Euro sollen aus den Mitteln von Kultur123 Stadt Rüsselsheim noch in diesem Jahr investiert werden. Davon sollen die rund 30 Jahre alte Lautsprecheranlage ersetzt und auch die Lichttechnik auf Vordermann gebracht werden. Die neue technische Ausstattung geht als Dauerleihgabe an das Rind, sie bleibt im Eigentum des städtischen Kulturbetriebs. Bei der Anschaffung soll auch darauf geachtet werden, dass die neue Veranstaltungstechnik unabhängig vom Standort ist. Denn im Zusammenhang mit der Prüfung, ob und wo in der Rüsselsheimer Innenstadt ein Bildungs- und Kulturzentrum errichtet werden soll, soll auch das Rind mit betrachtet werden.


Auch Wiesbaden und Mainz haben in die Kulturzentren Schlachthof und KUZ erhebliche Mittel der Kommunen investiert und für den laufenden Betrieb deutlich erhöhte Mittel bereitgestellt. Im Vergleich zu anderen hessischen Kulturzentren ist der städtische Zuschuss pro Veranstaltung im „Rind“ rekordverdächtig niedrig; die Eigenfinanzierungsquote lag bisher bei sehr hohen 85 Prozent und wird auch nach der Erhöhung einen guten Mittelplatz einnehmen. „Kultur ist nicht zum Null-Tarif zu haben, und auch in diesen Branchen steigen die Gagen, die Personalkosten und die Anforderungen an die Technik“, sagt Grieser. Die Impulse für das kulturelle Leben in einer Stadt seien jedoch vielfältig und unübersehbar. „Es kann nicht sein, dass in diesem Bereich dauerhaft Arbeitsverhältnisse entstehen, die nur in grenzenloser Selbstausbeutung und mit großem Enthusiasmus noch den Betrieb aufrechterhalten. Das wollen wir an anderer Stelle nicht, und das wollen wir auch hier nicht“, sagt Grieser.


Die benötigten Mittel für die Veranstaltungstechnik werden per Fortschreibung noch in den aktuellen Vermögensplan von Kultur123 aufgenommen, die Erhöhung des Zuschusses zum Programm wird zudem die Zuweisungen der Stadt an den Eigenbetrieb als Verlustübernahme erhöhen. Der Magistrat hat die Ausgabe der Mittel mit einem Sperrvermerk belegt. Vor der Freigabe sollen der Betriebskommission von Kultur123 Stadt Rüsselsheim noch genauere wirtschaftliche Unterlagen wie Jahresabschlüsse und ähnliches vom Rind vorgelegt werden. Die Mittel sind dann jedoch bereits im Haushaltsplan 2019 vorhanden, sodass kurzfristig reagiert werden kann. Die Entsperrung könne durch den Kultur-, Schul- und Sportausschuss oder die Stadtverordnetenversammlung erfolgen.

 

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