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21.03.2019

Rüsselsheim vertraut den Selbstheilungskräften des Waldes

Foto: Umweltdezernent Nils Kraft (li.) und Förster Oliver Burghardt (re.) pflanzen eine Stieleiche im Rüsselsheimer Wald nahe der Startbahn West (Stadt Rüsselsheim am Main)

Im Rüsselsheimer Wald, zwischen Startbahn West und der Gemarkung Mörfelden-Walldorf, findet sich eine knapp drei Hektar große Birkenfläche, die durch den großen Sturm im September vergangenen Jahres in große Mitleidenschaft geraten ist. Doch statt neu aufzuforsten, pflanzt die Stadt Rüsselsheim am Main nur wenige Eichen nach. Bei einer Baumpflanzung anlässlich des Tags des Waldes (21. März) erklärt Umweltdezernent Nils Kraft, warum das eine bewusste Entscheidung ist:


„Mit der heutigen Pflanzung möchten wir zeigen, wie schonend die Stadt inzwischen mit den Potenzialen des Waldes um- und wie gezielt sie bei der Verjüngung des Waldes vorgeht. Wir vertrauen dabei der Regenerationsfähigkeit der Natur und möchten hier eine Art Urwaldzelle aufbauen. So erhöhen wir den Totholzanteil, der Lebensraum von seltenen Pflanzen- und Tierarten ist.“


Das Waldareal an der äußersten Stadtgrenze, das zu den geschützten Bruch- und Sumpfwäldern gehört, wird daher nicht nach herkömmlicher Forstwirtschaftsart wieder aufgearbeitet, sondern ohne vorherige Flächenbearbeitung nur von Hand und sparsam nachgepflanzt. Im Gegensatz zu den umgeworfenen Birken bilden die Eichen tiefere Wurzeln, die die Standfestigkeit erhöhen und so für Stabilität in der Breite sorgen. „Je mehr Mischung, umso stabiler ist der Bestand“, bestätigt auch Förster Oliver Burghardt vom Forstservice Taunus, der für die Stadt Rüsselsheim am Main die Waldflächen bewirtschaftet. Gleichzeitig sind die für die Pflanzung vorgesehenen Stieleichen optimal an den dort vorhandenen Standort angepasst. Aufgrund langjähriger und wissenschaftlich begleiteter Testpflanzungen verschiedenster Eichensorten im Rüsselsheimer Forst weiß Reinhard Ebert, Leiter des Bereichs Umwelt und Naturschutz der Stadt Rüsselsheim genau: „Mit der Stieleiche sind wir sehr gut beraten.“


Der Birkenbruchwald liegt in der Abteilung 3A3 des Rüsselsheimer Stadtwalds und hat eine Größe von 2,8 Hektar. Insgesamt wird die Stadtverwaltung etwa 20 bis 25 Eichen pro Hektar in dem Areal pflanzen. Aufgrund des vorhandenen Damwildes werden nur junge Eichenstämme, sogenannte Heister, in die Erde gesetzt, die bereits eine Größe von etwa zwei bis 2,50 Metern erreicht haben. Gleichzeitig erhalten die Pflanzen einen Einzelschutz durch eine Einzäunung. Danach wird das zerstörte Waldgebiet wieder ganz der Natur überlassen. Kraft ist dabei überzeugt: „Vorausgesetzt wir geben der Natur etwas Zeit, regeneriert der Wald ohne das Zutun des Menschen selbst noch am besten.“

 

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