Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

15.05.2019

Neue Kita-Gruppe: Spielerisch die Natur kennen und schätzen lernen

Foto: Dennis Grieser (Mitte), Bürgermeister und Sozialdezernent der Stadt Rüsselsheim am Main, besucht Kinder, Eltern und das Team der kürzlich gestarteten Naturgruppe der Kita Karlsbader Straße (Foto: Stadt Rüsselsheim am Main).

Es ist leicht regnerisch und der Wind bläst frisch über das freie Feld. Davon völlig unbeeindruckt: Zehn Kinder, die, umgeben von Feldern und Bäumen, den Vormittag mitten in der freien Natur so ganz anders verbringen, als viele andere Kinder zwischen drei und sechs Jahren in Rüsselsheim am Main. Möglich ist das in der neuen Naturgruppe der Kita Karlsbader Straße.


Am 1. April hat die Naturgruppe ihren Betrieb nahe am Friedhof am Waldweg, an einem von viel Feld und Wiese umgebenen Baumhain südöstlich der Bahngleise, aufgenommen. Die Gruppe bietet 20 Betreuungsplätze für Kinder zwischen drei und sechs Jahren, die von zwei Erzieherinnen und einem Erzieher betreut werden. Der Wunsch nach einem Wald- oder Naturkindergarten ist dabei in Rüsselsheim schon länger vorhanden. „Und doch hat es rund 51 Jahre gedauert, bis das Konzept von Dänemark, wo die ersten Waldkindergärten gegründet wurden, seinen Weg nach Rüsselsheim gefunden hat“, erklärt Dennis Grieser, Bürgermeister und Sozialdezernent der Stadt, mit einem leichten Schmunzeln anlässlich eines ersten Ortstermins. Gemeinsam mit Kindern, Eltern und Kitapersonal stellte er die neue Gruppe der Öffentlichkeit vor. Das naturpädagogische Konzept werde dabei sehr gut angenommen. „Mit neun Kindern haben wir eröffnet und monatlich werden es mehr. Bis Jahresende werden es bereits 17 Kinder sein“, weiß Grieser.  

Bauwagen bietet Schutz gegen Wind und Wetter
Der Standort mit seinen Ackerflächen, Wiesen und dem kleinen naturbelassenen „Wäldchen“ bietet den Kindern dabei ideale Erlebnisräume, denn die Landschaft ist vielfältig und abwechslungsreich. „In diesen Räumen können Kinder im Jahresverlauf verweilen, entdecken, sich austoben, ihre Fähigkeiten ausprobieren, Grenzen erfahren, viel erleben und erlernen, sich besinnen und weiterentwickeln“, berichtet Astrid Schickling, Leiterin der Kita Karlsbader Straße. Auch wenn die Kinder täglich den Vormittag in der freien Natur verbringen, ganz schutzlos sind sie der Witterung nicht ausgesetzt. Als Schutzraum steht der Gruppe ein beheizbarer  Waldkindergarten-Bauwagen zu Verfügung. Dort können die Kinder bei strömenden Regen im Trockenen frühstücken, aber auch spielen.
 
Auf die Vorteile eines Wald- oder Naturkindergartens angesprochen, betont Grieser die Förderung von Umweltbewusstsein: „Die Naturpädagogik gibt jedem Kind die Chance, eine Beziehung zur ‚Welt‘, der Natur aufzubauen. Die Waldkindergartenidee geht davon aus, dass Kinder, die in enger Bindung an die Natur aufgewachsen sind, auch im Erwachsenenleben eine besondere Verantwortung für ihre natürliche Umwelt haben.“

Bewegung und frische Luft fördern Kinder
Kitaleiterin Schickling ergänzt aus ihrer langjährigen praktischen Erfahrung: „Aus der Praxis der bestehenden Wald- und Naturkindergärten weiß man inzwischen, dass die Kinder weniger erkranken und dass Unfälle seltener passieren, weil Immunsystem und Bewegungsgeschicklichkeit sich bei den Kindern schon nach einigen Wochen deutlich verbessern.“ Diese Punkte bestätigt auch die Wissenschaft. Die Liste der vielfach untersuchten Vorteile für Kinder, die einen Wald- oder Naturkindergarten besuchen, ist inzwischen lang: Nicht nur das Immunsystem wird gestärkt und die Grobmotorik besser entwickelt, auch die Sprachentwicklung wird unterstützt, das Sozialverhalten in der Gruppe verbessert sich sowie Kreativität und Fantasie werden gefördert.

Familienfreundlichkeit durch Anbindung an bestehende Kita
Während viele Natur- und Waldkindergarten ihr Betreuungsangebot nur bis zum Mittag anbieten können, profitiert die neue Naturgruppe von ihrer Anbindung an den städtischen Kindergarten Karlsbader Straße. Durch die vorhandenen Räumlichkeiten ist ein Betreuungsangebot möglich, wie es vor allem alleinerziehende Elternteile oder berufstätige Elternpaare benötigen. Ab 7.30 Uhr können die Kinder bereits in die Kita zum Frühdienst gebracht werden, von wo es um 9 Uhr gemeinsam zu Fuß in Richtung Bauwagen geht. Ab 12 Uhr geht es wieder zurück in die Kita. Die Grundbetreuung wird dabei bis 13 Uhr angeboten, aber viele Familien nutzen die Möglichkeit, das Kind noch in den Räumen der Kita Mittag essen zu lassen (bis 14.30 Uhr) oder sogar den Nachmittag über bis 16.30 Uhr in der Einrichtung spielen zu lassen. „Erst durch dieses kooperative Modell wird das naturpädagogische Konzept voll familienfreundlich. Ein wichtiger Aspekt, der für den frühen Erfolg der Naturgruppe mitverantwortlich ist“, wie Bürgermeister Grieser erklärt.



 

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