Rüsselsheim Rathaus

Presseinformationen

05.06.2019

Geflüchtete in Arbeitsmarkt integrieren

Foto: Begrüßung zur Veranstaltung (Fotograf: Volker Dziemballa)

Dass Geflüchtete in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt integriert werden, soll in Rüsselsheim am Main nicht nur Gesprächsthema sein, sondern auch in der Praxis gelebt werden. Zum einen haben Unternehmen die Möglichkeit, dem Mangel an Arbeitskräften und Auszubildenden entgegen zu treten. Zum anderen können Geflüchtete einer Tätigkeit nachgehen und sich damit ein Stück mehr Eigenständigkeit erarbeiten. Deswegen hat die Stadt Rüsselsheim am Main zu einer Informationsveranstaltung für Unternehmen eingeladen, die auch für andere Kommunen bespielgebend sein könnte. Unter den 40 Gästen im Rathaus waren viele Vertreterinnen und Vertreter von Firmen, die einen guten Überblick über die Situation in Rüsselsheim, gesetzliche Regelungen und Fördermöglichkeiten erhielten.

Oberbürgermeister Udo Bausch machte in seiner Begrüßung deutlich, dass es in Rüsselsheim bereits gute Beispiele über die kulturelle oder sportliche Teilhabe von Geflüchteten gebe: „Wir reden nicht nur darüber, sondern tun auch etwas.“ Aber Teilhabe erstrecke sich auch über die Bereiche der Arbeit und Ausbildung. „Arbeit stiftet Sinn und sichert soziale Kontakte. Wir wollen deswegen die Integration auf dem Arbeitsmarkt weiter vorantreiben.“ Er rief daher alle Anwesenden dazu auf, sich weiter zu vernetzen und bestehende Möglichkeiten aufzugreifen.

Christian Mayer, Leiter des Fachbereichs Soziales und Gesundheit, führte aus, dass in Rüsselsheim derzeit rund 1.200 Geflüchtete in den Gemeinschaftsunterkünften oder in Wohnungen leben. 65 Prozent davon sind im Alter von 19 bis 49 Jahren und haben ein hohes Interesse, einem Beruf nachzugehen. Die städtischen Sozialarbeiterinnen und -arbeiter unterstützen Geflüchtete unter anderem bei der Berufsorientierung, der Arbeitssuche sowie beim Schreiben von Bewerbungen und Lebensläufen. Zudem hat die Stadt ein umfassendes Netzwerk aus Kooperationspartnern für Beratungen, Qualifizierungen und Vermittlungen etabliert.

Nadine Olszak von der Ausländerbehörde gab einen Überblick darüber, unter welchen Vorsetzungen Ausbildungs- und Beschäftigungsverhältnisse bewilligt werden können. Karin Cetto vom Jobcenter Kreis Groß-Gerau und Siham Fallos von der Bundesagentur für Arbeit erläuterten, wie sich ein Asylstatus bei der Vermittlung von Arbeitsplätzen auswirken kann und welche Unterstützungsmöglichkeiten sie für Unternehmen bieten können. Von der Volkshochschule Rüsselsheim stellte Andrea Britsch die Sprachkursangebote, Michaela Visosky Beratungsmöglichkeiten zur Arbeitsqualifizierung und Cordelia Hainke berufsvorbereitende Maßnahmen vor. Welche Hilfestellungen die Infoplattform „Bildung für Zugewanderte“ geben kann, führte Andreas Kemmer, für Rüsselsheim zuständiger kommunaler Bildungskoordinator des Kreises Groß-Gerau, aus.

Viel Aufmerksamkeit zog das Best-Practice Beispiel auf sich: Djoudi Kettane vom Optikerbetrieb Optello bildet derzeit den Geflüchteten Abdalrahman Barghout aus. Beide berichteten über ihre Erfahrungen im Laufe des Ausbildungsverhältnisses. Moderiert wurde die Veranstaltung von Peter Hanack, Mitglied der Redaktionsleitung bei der Frankfurter Rundschau, der der Stadt bescheinigte, dass ihm keine Kommune bekannt sei, die das Thema der Integration in den Arbeitsmarkt derart professionell aufgreife.


 

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