Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

14.06.2019

Rüsselsheim fördert Artenvielfalt mitten in der Stadt

Foto: Harald Lehmann (Leiter der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Rüsselsheim), Stadtrat Nils Kraft und Hans Joachim Sander vom Naturschutzbeirat

Eine bunte Blütenpracht können derzeit Radfahrende und Menschen zu Fuß erblicken, die an der Unterführung zwischen Königstädter Straße und Grabenstraße vorbeikommen. Mitten in Rüsselsheim fördert die Stadtverwaltung die Artenvielfalt auf einer Grünfläche mit einfachen Mitteln. Auf den 2.130 Quadratmetern Grünfläche wird bewusst auf häufiges Mähen verzichtet. „Manche Menschen könnten auf die Idee kommen, die Stadt kümmere sich nicht um die Grünfläche. Dabei wollen wir ein Angebot an dieser Stelle schaffen, das Insekten und kleinen Säugetieren hier Nahrung und einen Lebensraum bietet. Um klar zu machen, dass der Wildwuchs auf dieser Wiese gewünscht ist, wird die Stadt Schilder mit Verweis auf die hessische Umwelt-Kampagne ‚Wildes Hessen‘ in der Nähe des Areals anbringen lassen“, erläuterte Stadtrat Nils Kraft bei der Vorstellung des Umweltprojekts im Beisein von Hans Joachim Sander vom Naturschutzbeirat Rüsselsheim und Harald Lehmann von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt.

Gemäht wird im Sommer lediglich der Randstreifen, erst im Winter ist die komplette Fläche dran. So würden Wildblumen gefördert und die Blütezeit verlängert. Die Pflanzen könnten Samen ansetzen, säen sich selbst aus und verbreiten sich besser.

Wie Lehmann erläuterte, hat dies auch einen positiven Effekt auf die Artenvielfalt der Tiere. Insekten wie Wild- und Honigbienen, Hummeln oder Schmetterlinge können sich durch die längeren Blühzeiten länger mit Nektar versorgen. Zudem dienen die anschließenden Saaten und Körner den Vögeln im Winter als Winterfutter, davon profitieren Körnerfresser wie Distelfinken, Grünfinken und Sperlinge. Zudem biete der hohe Pflanzenwuchs kleinen Tieren wie Mäusen, Igeln oder Eidechsen Deckung, in die diese sich gerne zurückziehen.

Auch für die Artenvielfalt in der Pflanzenwelt ist das Projekt zuträglich. So wachsen über das Jahr hinweg Wiesen-Flockenblume, Wiesensalbei, Esparsette, Hornklee, Schafgarbe, Mohn, Lichtnelke, Tüpfelhartheu und Pimpinelle in der Nähe der Radunterführung. Würde die Stadt häufiger mähen lassen, würde sich hauptsächlich nur das Gras durchsetzen.

Neben der Wiese an der Unterführung zwischen Königstädter Straße und Johann-Sebastian-Bach-Straße hat die Stadt weitere Standorte, auf denen sie der Natur ihren freien Lauf lässt. Diese finden sich am Mainvorland, an der Neubürgerwiese „Blauer See“, an der Wiese vor dem Waldfriedhof,  in der Nähe des Bolzplatzes Am Weinfass, in der Nähe des Hotels an der Wolfinger Straße, am Parkplatz Hallenbad in der Haßlocher Straße sowie am Regionalparkweg „Im Sainer“. „Die Stadt verfolgt das Ziel, wo es möglich ist, das Thema Biodiversität voranzubringen. Deshalb sind in Zukunft noch weitere Flächen für die Extensivierung geplant. Wünschenswert wäre es, wenn auch in privaten Gärten Ecken mit etwas „Wildwuchs“ entstehen würde“, formulierte Nils Kraft abschließend seinen Wunsch an die Bürgerinnen und Bürger, auch im eigenen Umfeld die Biodiversität zu fördern.

 

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