Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

19.06.2019

Grieser lobt Netzwerk für Geflüchtete

Am Weltflüchtlingstag (20. Juni) erinnert das Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) an Millionen von Menschen, die gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Dabei setzt sich die Organisation auch für ein bestmögliches Zusammenleben von Vertriebenen und einheimischer Bevölkerung ein. Auf das gute Zusammenleben in Rüsselsheim am Main weist Bürgermeister Dennis Grieser hin. „Durch das Engagement der Kirchen, sozialen Organisationen und hauptamtlichen Kräfte der Stadt und dank der unermüdlichen Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer ist es gelungen, ein großes Netzwerk aufzubauen, das den Geflüchteten die Integration erleichtert. Darauf kann Rüsselsheim stolz sein.“ Derzeit leben rund 1.200 Geflüchtete in Rüsselsheim. Grieser zufolge war es eine wichtige strategische Entscheidung, dezentrale Gemeinschaftsunterkünfte zu bauen, um ein Einleben im direkten Umfeld und darüber hinaus zu ermöglichen.

„Die Integration geflüchteter Menschen bietet neben den damit einhergehenden Herausforderungen mindestens ebenso deutliche Chancen für unserer Stadt“, macht Grieser deutlich. Diese Chancen gilt es zu nutzen, indem Geflüchtete einen gleichberechtigten Zugang zu allen Bereichen der gesellschaftlichen Teilhabe erhalten. Die Grundvoraussetzung dafür ist das Erlernen der deutschen Sprache“, führt Grieser aus. Eine immer größer werdende Zahl von Geflüchteten befindet sich daher aktuell in Sprachkursen oder hat diese bereits erfolgreich abgeschlossen. Geflüchteten, die nicht lesen und schreiben können, bietet die Stadt zusammen mit der Volkshochschule Rüsselsheim einen Alphabetisierungskurs, um mittelfristig in Sprachkurse integriert werden zu können.

Darüber hinaus sind alle Kinder in Schule und Kitas integriert und erleben Normalität und Alltag. Für Eltern, die in Erziehungsfragen Unterstützung oder Hilfe bei der Eingliederung ins Bildungssystem benötigen, bietet die Stadt Rüsselsheim am Main einen Elternkurs. Dort werden die Prinzipien demokratischer Kindererziehung vermittelt, Erziehungsstile besprochen und wertschätzender Umgang zwischen Eltern und Kind geübt. Der Elternkurs gibt Geflüchteten die Möglichkeit, praktische Hilfen im Umgang mit ihren Kindern zu erlernen und sich schneller in Kita und Schule zu Recht zu finden. Die Erziehungskompetenz der Eltern wird somit gestärkt.

Auch bei der psychosozialen Beratung und Versorgung etabliert sich ein immer breiter ausgebautes Hilfssystem. So bietet die Stadt Rüsselsheim über das Angebot der frühen Hilfen Unterstützung für Eltern mit Kleinkindern. Eine durch die Stadt finanzierte Musiktherapie für traumatisierte Kinder findet regelmäßig einmal wöchentlich statt und hilft bei der Verarbeitung von schwerwiegenden Ereignissen im Rahmen der Flucht. Neben den Angeboten weiterer Netzwerkpartner bietet das Psychosoziale Zentrum für Geflüchtete Südhessen, finanziert vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, wöchentliche Sprechstunden in einer Gemeinschaftsunterkunft an. „Die Stadt lässt in unseren Anstrengungen nicht nach und bietet den Menschen eine bestmögliche Betreuung, damit sie die schlimmen Erlebnisse und Erfahrungen verarbeiten können“, so Grieser.

64 minderjährige Ausländerinnen und Ausländer, die ohne Eltern flüchten mussten, werden bei der Stadt Rüsselsheim am Main durch einen eigenen Bereich betreut. Dies ermöglicht eine möglichst passgenaue Unterstützung. Es geht zum einen um die Themen Wohnen, Schule und Arbeit, zum anderen um die Aufarbeitung der Flucht. Das bedeutet zum Beispiel, das junge Geflüchtete durch Erzählungen das Erlebte aufarbeiten. Neben dieser Herausforderung müssen die jungen Menschen die Integration in einem völlig neuen Kulturkreis bewerkstelligen. Eine große Zahl von ihnen hat dies bis zum heutigen Tage geschafft und kann aus der Jugendhilfe erfolgreich entlassen werden, um eigenständig in Deutschland zu leben.

„Zur eigenständigen Lebensgestaltung gehört unabdingbar die Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt“, meint Grieser. Um hier zu unterstützen, wurde Anfang Juni 2019 eine Informationsveranstaltung für Rüsselsheimer Unternehmerinnen und Unternehmer zum Thema Ausbildung und Beschäftigung von Geflüchteten von Seiten der Stadt organisiert. Ferner befinden sich aktuell Bewerbungscoachings für Geflüchtete in Planung. „Arbeit bedeutet mehr als den Verdienst des Lebensunterhalts, sie stiftet darüber hinaus Sinn und ein Gefühl der Zugehörigkeit“, betont Grieser.


 

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