Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

24.07.2019

Von „Naschgärten“ und Quartier-Baumschulen – gewobau Rüsselsheim engagiert sich fürs lokale Klima

Foto: Naschgarten (Foto: Stadt Rüsselsheim am Main)Foto: Pflanzen des französischen Ahorns (Foto: Stadt Rüsselsheim am Main)

Wer aufmerksam auf das Gartengelände der gewobau-Seniorenwohnanlage Faulbruchstraße 31 – 35 schaut, erlebt immer wieder Mieterinnen und Mieter beim Pflücken kleiner Früchte und Kräuter. „Kein Wunder“, erklärt Geschäftsführer Torsten Regenstein schmunzelnd beim Besuch mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Oberbürgermeister Udo Bausch. Die Mitarbeiter der Gartengruppe der Firma „Solvere“, eine Tochtergesellschaft der Werkstätten für Behinderte Rhein-Main e.V., und gewobau-Mitarbeiter aus dem Bereich Außenanlagen haben in den „Toskana-Garten“ der Wohnanlage kleine Naschpflanzen eingesetzt. Mini- Cocktail-Tomaten, Kräuter wie Rosmarin und Minze oder Mini-Paprika sprießen aus dem reichen Grün der in den Jahren 2015/2016 neu und mediterran gestalteten Grünanlage hervor. Bausch lobt, dass bei der Gestaltung die Bewohnerinnen und Bewohner mit einbezogen werden und dass die Anlage sehr liebevoll gepflegt wird. „Dieser Garten hat Vorbildcharakter für Wohnquartiere in Rüsselsheim“, sagt der Rathauschef.

„Mit dem Garten bieten wir unseren älteren Mieterinnen und Mietern zum Beispiel hier in der Innenstadt nicht nur immer wieder eine Überraschung“, so Geschäftsführer Regenstein. Zugleich ist die Pflanzung und Pflege eine wichtige gärtnerische Aufgabe für die neue Gartenprojekt-Gruppe von „Solvere“, in der die Mitarbeitenden an die Arbeit von Gartenpflegern herangeführt werden. Beim Besuch des Oberbürgermeisters hat sich die Gruppe etwas Besonderes ausgedacht. Sie setzen zusammen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden einen jungen französischen Ahornbaum. Und damit wollen sie auf eine Veränderung im Baumbestand des Unternehmens aufmerksam machen. „Der schon langjährig vorhandene Bestand aus der Ursprungspflanzung der siebziger und achtziger Jahre zeigt nämlich mittlerweile teilweise Wachstumsdepressionen und muss mittelfristig neu bepflanzt werden“, erklärt gewobau-Mitarbeiter Hartmut Hebling. Birke, Waldkiefer und Blutpflaume befinden sich auch an den Liegenschaften der gewobau immer mehr im Klimastress.

Die Grünanlage an der Seniorenwohnanlage Faulbruchstraße 31 – 35 wurde deshalb im Jahr 2016 recht dicht bepflanzt, um den absehbaren Baumverlust dynamisch abzufangen und damit gleichzeitig ein angenehmes Kleinklima zu schaffen. Einige der verwendeten Gehölze tragen heute landläufig die Bezeichnung „Klimawandelbäume“. Im diesem Sinne ergänzt nun der mit Oberbürgermeister Bausch gepflanzte „Französische Ahorn“ den vorhandenen Baumbestand vor Ort. „2021 feiert Rüsselsheim 60 Jahre Verschwisterung mit Évreux. Bis dahin kann der Baum gut wurzeln und wachsen“, sagt Oberbürgermeister Udo Bausch. Grundsätzlich seien Bäume und Gärten für die Wohnqualität und das Wohnklima enorm wichtig. Französische Ahorne verwendet die gewobau mit insgesamt 350 Exemplaren in folgenden Liegenschaften: Hasengrund 70/72, Hasengrund 80-90, Innenhof Ahornallee 4-9, Innenhof Neckarstraße 2-4.

Damit nicht genug wird die gewobau bis Ende des Jahres 2020 gemeinsam mit den Mitarbeitenden von „Solvere“ 20 neue Bäume verteilt über ihre Liegenschaften im Berliner-Viertel pflanzen, darunter zehn geeignete einheimische Bäume aus der immer fortgeführten Liste: „Bäume des Jahres“ und zehn durchaus exotische Gehölzarten aus der Veitshöchheimer-Versuchsliste zu Klimabäumen.
Die „Solvere-Mitarbeitenden“ werden die jeweiligen Pflanzorte mit Etiketten zur Umweltbildung beschriften und zudem in geeigneten Lagen verschiedener Liegenschaften Süßmandeln, Purpurweiden, Indigosträucher und Lespedezen kombinieren, um eine Blütentracht für Insekten bis in den Herbst sicherzustellen.

An einigen Stellen wurden auch schon die begehrten Elsbeeren und ein Speierling versuchsweise aufgepflanzt; im kommenden Jahr wird das Programm um Jungpflanzen von „Acer buergerianum“ und erste eigene Absaaten von Steineichen ergänzt. Damit begründet die gewobau auch eine kleine, lokale Quartiersbaumschule (Georg-Treber-Straße), um vor Ort eine Nachzucht für die Bäume in ihren Grünanlagen entstehen zu lassen. Derzeit stehen die Beteiligten dort kurz vor der Produktion von Vegetationsmatten zur Verwendung als Kleindachbegrünungen oder „Nischenökoligisierung“.
Oberbürgermeister Udo Bausch lobt das Engagement von gewobau und „Solvere“, weil schon heute nachhaltig an die Zukunft gedacht werde, „damit die Menschen in den Stadtvierteln auch künftig ein gesundes Grün und attraktive Baumpflanzungen genießen können“, so Bausch.


 

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