Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

22.08.2019

Hebammenversorgung in Rüsselsheim soll überprüft werden

Sie helfen vor, während und nach der Geburt und beraten junge Familien bei gesundheitlichen und sozialen Problemen: Hebammen, Familienhebammen sowie Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegende. Der Magistrat hat in einem Zwischenbericht an die Stadtverordnetenversammlung die bisherigen Erkenntnisse der Stadt zur Hebammenversorgung in Rüsselsheim zusammengestellt und schlägt vor, eine Befragung aller ortsansässigen Mütter durchzuführen, die in den vergangenen drei Jahren entbunden haben. „Wir brauchen eine gefestigte Datengrundlage, um die Bedarfslage besser einschätzen zu können, damit der rechtliche Anspruch von Frauen auf Versorgung besser erfüllt werden kann“, begründet der zuständige Dezernent für Soziales und Gesundheit, Bürgermeister Dennis Grieser, den Vorschlag.

Der Zwischenbericht der Stadt fasst bereits erste Erkenntnisse verschiedener Einrichtungen zusammen. Diese Erkenntnisse lieferten jedoch nicht immer ein aussagekräftiges Gesamtbild, da teilweise nicht sichergestellt sei, dass die Daten vollständig oder repräsentativ für die ganze Stadt seien. Eine aussagekräftige Datenbasis erwartet die Stadt daher von einer Befragung von rund 2.400 Müttern, von denen die Stadt wissen will, ob ihr Bedarf an Betreuung und Begleitung durch Hebammen in der Schwangerschaft, während der Geburt und im so genannten Wochenbett gedeckt war und sie sich auch darüber hinaus in den ersten Lebensmonaten des Kindes beraten lassen konnten.

Nur die Unterscheidung in die verschiedenen Bereiche, also
•    die ambulante Versorgung vor und nach der Geburt durch freiberufliche Hebammen,
•    die stationäre Versorgung während der Geburt durch Hebammen
•    und die psychosoziale Betreuung, die in einigen Fällen über die ersten zwölf Wochen nach der Geburt hinaus notwendig ist, durch Familienhebammen und Familien-Gesundheits-Krankenpflegende
erlaubt es, sich ein differenziertes Bild der Lage machen zu können.

„Über stichprobenartige Kontaktaufnahmen mit Hebammen und Befragungen im GPR Klinikum sowie den Erfahrungen unserer städtischen Koordinatorinnen im Bereich der ‚Frühen Hilfen‘ können wir bereits eine angespannte Versorgungslage insbesondere im ambulanten Bereich erkennen. Auch Daten des Gesundheitsamtes und des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen geben Hinweise auf eine Versorgungslücke. Wie groß die Lücke aber tatsächlich ist, die geschlossen werden muss und welche Dienste im Einzelnen benötigt werden, dazu brauchen wir mehr Informationen“, erläutert Bürgermeister Dennis Grieser.

Der Zwischenbericht stellt aber fest, dass zumindest im GPR Klinikum bei der Geburt ausreichend Hebammen vorhanden sind. Aber es sei für viele Frauen wohl schwer, freiberufliche Hebammen zu finden, die eine Versorgung außerhalb der Klinik anbieten. Zu den Aufgaben einer freiberuflichen Hebamme gehören Untersuchungen in der Schwangerschaft, Geburtsvorbereitungskurse und Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden. Sie können auch bei komplikationsfreien Geburten den Geburtsvorgang eigenständig überwachen und sind bei Hausgeburten zur Stelle. Nach einer Geburt unterstützen freiberufliche Hebammen die Frauen bei der Rückbildung und beraten hinsichtlich Pflege und Ernährung der Neugeborenen bis zur zwölften Lebenswoche des Kindes.  Es gibt Eltern, die auch über die ersten zwölf Wochen hinaus einen Bedarf an Betreuung durch eine Hebamme haben, beispielsweise bei Problemen mit dem Stillen oder psychosozialen Konflikten. Hier setzen die Angebote von so genannten Familienhebammen und Familien-Gesundheits-Krankenpflegende an.

Auf die Anzahl der Hebammen könne die Stadt zwar keinen direkten Einfluss nehmen, wie im Zwischenbericht festgehalten wird, jedoch könnten alternative Angebote den Versorgungsmangel abmildern. Hierzu seien bereits erste Maßnahmen gestartet worden, wie ein Hilfsangebot der Babylotsin im GPR, die Familien bei verschiedenen Problemen vom Elterngeldantrag über Partnerschaftskonflikte hilft. Ein weiteres Beispiel ist die feste Sprechstunde, in der sich Eltern beraten lassen können. Zudem ist die Prüfung einer Anstellung von Familienhebammen im Bereich der Frühen Hilfen angedacht, die bestimmte Versorgungslücken abmildern könnten. Auch am GPR ließen sich verschiedene Angebote angliedern. Nachdem die Umfrage abgeschlossen ist, sollen diese verschiedenen Möglichkeiten überprüft und Lösungsansätze erarbeitet werden. „Gerade diese frühe Lebensphase stellt die entscheidenden Weichen für das weitere Heranwachsen von Kindern. Deswegen ist es wichtig, dass wir junge Familien mit ihren Neugeborenen und Säuglingen unterstützen und somit auch präventiv wirken können“, sagt Grieser abschließend.

Weitere Informationen zu den Angeboten der Frühen Hilfen  sind auf dem städtischen Internetauftritt www.ruesselsheim.de zu finden unter der Rubrik Stadtleben bei Soziales, Familien.

 

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