Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

30.09.2019

Rüsselsheim wird im Frühjahr bunter – Maschinelle Zwiebelpflanzung

Foto: Maschinelle Zwiebelpflanzung (Foto: Stadt Rüsselsheim am Main)Foto: Maschinelle Zwiebelpflanzung (Foto: Stadt Rüsselsheim am Main)Foto: Maschinelle Zwiebelpflanzung (Foto: Stadt Rüsselsheim am Main)

Hintergrund
Fast drei Viertel aller Tierarten in Deutschland sind Insekten. Insekten sind für Menschen und Ökosysteme unverzichtbar: Sie bestäuben Pflanzen, bauen organische Masse ab, kontrollieren die Ausbreitung von Schädlingen, reinigen Gewässer und erhalten fruchtbare Böden.

 

Sowohl die Gesamtmenge als auch die Artenvielfalt bei den Insekten ist jedoch dramatisch zurückgegangen. Um dem Insektensterben entgegenzuwirken, führt die Stadt Rüsselsheim diverse Maßnahmen durch. Sie lässt unter anderem auf ausgewählten Wiesenflächen ein großes Kräuterartenspektrum wachsen, legt Blumenwiesen an und pflanzt Tausende von frühblühenden Zwiebelpflanzen.

Vor allem Frühblüher dienen zu Vegetationsbeginn den Bienen und anderen Insekten als erste wichtige Nahrungsquelle. Gerade völkerbildende Arten wie Honigbienen und Hummeln sind auf Frühblüher angewiesen. Nektar und Pollen sorgen dafür, dass sich die Völker vergrößern und auch nahrungsarme Zeiten überstehen können. Nicht nur für die Insekten sind Zwiebelpflanzungen ein wichtiger Beitrag als Nahrungsquelle auch für Passanten und Spaziergänger sind solche Flächen ein Blickfang.


Maschinelle Zwiebelpflanzung Herbst 2018
Erstmals wurde die relativ neue Technik der maschinellen Zwiebelpflanzung im Herbst 2018 getestet. Dabei wurden folgende Grünflächen mit Zwiebeln bepflanzt.

 

  • Grünstreifen Darmstädter Straße, Kreuzung August-Bebel-Straße (100 Quadratmeter)
  • Rugbyring Grünfläche zwischen Straße und Parkplatz (135 Quadratmeter)
  • Grünanlage zwischen Haßlocher Straße und Burggrafenlacher Weg (90 Quadratmeter)
  • Grünanlagen Mainzer Straße auf Höhe des Mausoleums (120 Quadratmeter)

 

Insgesamt wurden während dieser Aktion rund 40.000 Zwiebeln gepflanzt. Die jeweiligen Zwiebelmischungen bestehen aus diversen Pflanzenarten wie zum Beispiel Krokusse, Blaustern (Scilla), Narzissen und Tulpen. Teilweise wurden in die Mischungen auch noch blaue Prärielilien beigemischt. Sämtliche Zwiebelmischungen sind insektenfreundlich und haben eine Blühdauer von zirka sechs bis zwölf Wochen.

 

Maschinelle Zwiebelpflanzung Herbst 2019
Für den Herbst 2019 sind zwei weitere Aktionen geplant. Die erste Aktion findet am 30. September statt. Folgende Grünflächen werden dabei mit Zwiebeln bestückt:

 

  • Grünfläche Waldstraße Ecke Lucas-Cranach-Straße (100 Quadratmeter)
  • Grünfläche zwischen Varkausstraße und Am Kirchpfad (40 Quadratmeter)

 

Insgesamt werden hier weitere 15.400 Zwiebeln in den Boden gepflanzt. Die Zwiebelmischungen sind ähnlich wie die bereits im Jahr 2018 verwendeten Mischungen.
Später werden noch weitere Pflanzenzwiebeln (zirka weitere 66.000) zusammen mit Blumenwiesensamen eingepflanzt.

Es handelt sich dabei um folgende Flächen:

  • Grünfläche Theodor-Körner-Straße (240 Quadratmeter)
  • Grünfläche Grabenstraße am Zugang Unterführung (45 Quadratmeter)
  • Grünfläche zwischen Rugbyring und Theater (300 Quadratmeter)
  • Mittelinsel im Grundsee (110 Quadratmeter)


Verwendet werden verwildernde Zwiebelmischungen. Dies ergibt ein Zusammenspiel der ersten zarten Frühjahrsblühten (Schneeglöckchen) bis in den April (Tulpen), bis schließlich die Narzisse ihre Trompete ausstreckt. Im Anschluss zeigt sich dann durch die mehrjährige Blumenansaat eine breite Farbpalette von Gemeine Schafgabe und Glockenblume, die am Ende der Saison dem Wiesensalbei und der Fetthenne Platz machen. Insgesamt sind rund 31 Pflanzenarten, vor allem Stauden, in der Mischung enthalten. Da eine mehrjährige Blumensaat in der Regel erst im zweiten Standjahr ihre volle Blütenbracht entfalten kann, wird für das erste Jahr noch eine einjährige Blumenmischung unter anderem mit Goldmohn, Mohnblumen, Kornblumen, Flachs und Ringelblumen auf den Flächen ausgesät.

 

Technik
Das Gespann zur maschinellen Zwiebelpflanzung besteht aus einer kleinen Zugmaschine und einem Anbaugerät mit Trichter und Förderband. Zum Pflanzen der Zwiebeln wird mittels eines integrierten Schneidrads die Rasensode an der Oberfläche aufgetrennt. Ein Pflug zieht eine etwa fünf bis 15 Zentimeter tiefe Furche, in die die Zwiebeln gepflanzt werden. Im Nachgang wird die angehobene Rasensode durch die hinter dem Gerät laufenden Reifen wieder angedrückt. Je nach Beschaffenheit der Grasnarbe ist eine kleine Nacharbeit per Hand und gegebenenfalls Rasenwalze notwendig. Wenn neben den Zwiebeln die Blumenwiesenmischung gesät wird, ist der Ablauf der gleiche. Jedoch wird die Fläche vorher einmal durchgefräst und wie bei einer Rasenansaat vorbereitet. Anstatt des Rasensamens wird dann eine Blumenwiesenmischung verwendet.

 

Kosten
2018 zirka 10.500 Euro brutto
2019 zirka 24.000 Euro brutto

 

Link zu Zurück zur Übersicht