Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

08.11.2019

Mit Straßensozialarbeit Problemen vorbeugen

Foto: Vorstellen der Straßensozialarbeiterin und des Straßensozialarbeiters (Foto: Stadt Rüsselsheim am Main)

Deutschlandweit registrieren Kommunen steigende Zahlen obdachloser oder von Obdachlosigkeit bedrohter Menschen. Auch in Rüsselsheim am Main hat sich die Problematik in den vergangenen fünf Jahren deutlich verschärft. „Wir nutzen ein breites Bündel an Maßnahmen, um auf die unterschiedlichen Lagen der Menschen einzugehen und im Idealfall Obdachlosigkeit zu vermeiden. Ein Baustein hierfür ist in Rüsselsheim die Wiedereinführung der Straßensozialarbeit in Kooperation mit dem Diakonischen Werk Groß-Gerau/Rüsselsheim“, sagte Bürgermeister und Sozialdezernent Dennis Grieser bei der Vorstellung des Teams für Straßensozialarbeit. Christian Mayer, Leiter des Fachbereichs Soziales und Gesundheit, führte aus, dass die aufsuchende Arbeit präventiv und oftmals geeignet sei, um Menschen mit mehreren Problemlagen zu erreichen, die sich aus den unterschiedlichsten Gründen vom bestehenden Hilfesystem abgewendet haben.

Anfang 2019 hat die Stadtverordnetenversammlung das Konzept des Diakonischen Werks für die Straßensozialarbeit beschlossen. Von 2012 bis 2016 gab es eine solche bereits. Allerdings beschränkte sie sich nur auf den Gemeindeplatz und ohne jeglichen geschützten Raum. Seit dem 15. Juli wurde die Straßensozialarbeit auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet. Für vertrauliche Gespräche steht ein Büro im Haus der Kirche am Gemeindeplatz zur Verfügung.

Die Diakonie füllt das Konzept im Auftrag der Stadt und in enger Abstimmung mit Leben. Sie hat eine Vollzeitstelle geschaffen, die sich nun zwei Personen teilen. Die Personalkosten übernimmt die Stadt beinahe vollständig mit rund 75.000 Euro jährlich, die Diakonie bezahlt 6.500 Euro.

Neben der Straßensozialarbeit hat die Stadt zudem beschlossen, die Wohnanlage für Wohnungslose am Rugbyring 150 in den Jahren 2020/21 zu erneuern. Außerdem arbeitet die Stadt gerade an einem Wohnungshilfekonzept. „Eine derart große Aufmerksamkeit hat das Thema Obdachlosigkeit schon lange nicht mehr erfahren. Nicht die betroffenen Menschen stehen als Störung im Fokus, sondern deren Problemlagen. Diese Integration von betroffenen Menschen ist eine gelebte Teilhabe an der Gesellschaft“, machte Grieser deutlich.

Tanja Preuß und Sebstian Kreß als neues Team
Lucien Lazar, Leiter des Regionalen Diakonischen Werkes Groß-Gerau – Rüsselsheim, und Regionalleiterin Kerstin König stellten Straßensozialarbeiterin Tanja Preuß und Straßensozialarbeiter Sebastian Kreß und die Schwerpunkte ihrer Arbeit vor „Wir orientieren uns an dem Sozialraum, in dem sich die Menschen bewegen. Als Lotsinnen und Lotsen strecken wir die Hand aus und wollen einen Zugang zu Strukturen schaffen“, erläuterte Lazar. Kerstin König ergänzte: „Wir sind auch Mutmacher und bringen Dinge wieder ins Lot.“

Die beiden Streetworker berichteten, dass sie in den ersten drei Monaten schon Kontakt zu 60 Personen aufgenommen und die unterschiedlichsten Problemlagen kennengelernt haben. Schnell sei erkennbar gewesen, dass der Gesprächs- und Hilfsbedarf enorm groß sei. Konkret hätten sie unter anderem Arztberichte erläutert, beim Ausfüllen von Anträgen geholfen und Termine bei der Schuldnerberatung mit vorbereitet. Neben der Gefahr von Obdachlosigkeit seien häufig Sucht und psychosomatische Problematiken Thema. 80 Prozent der Klientel seien Männer, das Durchschnittsalter liege zwischen 40 bis 50 Jahren.

Tanja Preuß ist 37 Jahre alt, Kinderkrankenschwester, Ergotherapeutin und Fachkraft für palliative Medizin. Sebastian Kreß ist 25 Jahre alt und staatlich anerkannter Sozialarbeiter. Ihre Sprechstunden bieten sie im Büro an der Pfarrgasse 4 im 2. Stock dienstags von 10 bis 12 Uhr an. Weitere Termine können mündlich, telefonisch oder per Mail vereinbart werden. Tanja Preuß ist werktags von 9 bis 15 Uhr unter der Mobilnummer 0151 57010041 oder per E-Mail an tanja.preuss@dw-kreisgg.de zu erreichen, Sebastian Kreß von 8.30 bis 16 Uhr unter 0160 6037527 oder per E-Mail an sebastian.kress@dw-kreisgg.de.


 

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