Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

14.11.2019

30 Jahre Jubiläum der UN-Kinderrechte – Kampagne der Stadt Rüsselsheim und des Deutschen Kinderhilfswerks

2019 ist Kinderrechtsjahr: Am 20. November feiert die UN-Konvention über die Rechte des Kindes ihren 30. Geburtstag. Seit ihrer Verabschiedung im Jahr 1989 hat dieses wichtige Abkommen weltweit und in Deutschland geholfen, das Leben von Kindern zu verbessern. Ihrer Perspektive wird heute mehr Aufmerksamkeit geschenkt, Kinder mehr als eigenständige Persönlichkeiten angesehen. Trotzdem werden nach wie vor die Interessen von Kindern im täglichen Leben und im Handeln von Behörden und Verwaltungen vielfach übergangen. Deshalb braucht es in Deutschland beispielsweise mehr Möglichkeiten zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen.


Deutschland hat zudem als einer der ersten Vertragsstaaten das Dritte Zusatzprotokoll zur Kinderrechtskonvention ratifiziert, so dass Kinder sich an den UN-Kinderrechtsausschuss wenden können, wenn alle rechtlichen Beschwerdemöglichkeiten auf der nationalen Ebene ausgeschöpft sind und sie ihr Recht in Deutschland nicht effektiv durchsetzen können. Vertragsstaaten haben damit auch die Pflicht, Kindern den Zugang zum Recht zu ermöglichen. Dazu gehört, Kinder, Eltern und Fachkräfte umfassend über Kinderrechte und Beschwerdemöglichkeiten zu informieren.


Die Stadt Rüsselsheim am Main ist eine von 30 Städten in Deutschland, die an der Kampagne „30 Jahre Kinderrechte“ des Deutschen Kinderhilfswerks teilnehmen. Die Kampagne hat zum Ziel, die Kinderrechte in der Kommune mit Informationen und Aktionen zu stärken. Im Rahmen des Projektes werden die Kinderrechte Kindern und Jugendlichen bekannt gemacht. Darüber hinaus wird die Öffentlichkeit über die Kinderrechte im Allgemein sowie über das Vorhaben der Aufnahme der Kinderrechte in das Grundgesetz im Speziellen informiert. Bisher haben in Rüsselsheim am Main schon das Kinderfest zum Weltkindertag im September und der „Marktplatz der Kinderrechte“ im stattgefunden.


Am Geburtstag der Kinderrechte am 20. November lädt Bürgermeister Dennis Grieser Kinder aus der Grundschule Hasengrund und der Grundschule Innenstadt zu einer gemeinsamen Betrachtung der aktuellen Situation in Rüsselsheim um 10.30 Uhr in den Ratssaal ein. Nach einleitenden Worten wird Grieser die Präsentationen der Kinder zu ihrer Stadt der Kinderrechte anschauen und mit ihnen das Gespräch suchen.


Die Grundschulkinder hatten im Vorfeld, organisiert durch das Kinder- und Jugendbüro der Stadt, Erkundungstouren in ihren Stadtteilen unternommen, um herauszufinden, an welchen konkreten Orten in Rüsselsheim Kinder und Jugendliche ihre Rechte wahrnehmen können. Diese „Orte der Kinderechte“ wurden durch von den Kindern gestaltete Schilder markiert. Ebenfalls überlegten die Kinder gemeinsam, wo sich die Umsetzung der Kinderrechte noch verbessern könnte.


„Wer verantwortlich handeln und dabei vor den zukünftigen Generationen bestehen will, muss die Interessen und Rechte von Kindern und Jugendlichen als einen ‚vorrangigen Gesichtspunkt’ für politisches Handeln in den Blick nehmen. Dazu sollten aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes vor allem Kinderrechte im Grundgesetz verankert, eine aktive Politik zur Überwindung der Kinderarmut in Deutschland auf den Weg gebracht sowie eine deutliche Stärkung des Bildungssektors in Angriff genommen werden. Auch wenn es seit der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention vor 30 Jahren eine Reihe von Verbesserungen gegeben hat, müssen wir der deutschen Gesellschaft in der Gesamtschau eine anhaltende Ausblendung und Verdrängung von Kinderinteressen attestieren. Es reicht nicht aus, Kinderfreundlichkeit in Sonntagsreden immer wieder zu beschwören. Gerade die Politik hat entscheidenden Anteil und Verantwortung für die Gestaltung und finanzielle Absicherung einer kinderfreundlichen, und damit zukunftsfähigen Gesellschaft, die auf eine Stärkung nachwachsender Generationen angewiesen ist“, betont Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes.

 

„Ich freue mich sehr, dass wir in Rüsselsheim am Main eine von 30 Kommunen sind, die an der Kampagne des Kinderhilfswerks teilnehmen. Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft und damit sie zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern heranwachsen können und die Demokratie als wichtigsten Grundpfeiler unserer Werte für unser Zusammenleben achten, müssen wir schon früh mit Demokratieförderung beginnen. Die Kinder- und Jugendrechte sind ein Teil davon, das Recht auf Beteiligung und eine eigene Meinung sollen Heranwachsende in ihrem täglichen Lebensumfeld in Rüsselsheim am Main wahrnehmen können“, betont Bürgermeister Dennis Grieser. Auch das jährlich stattfindende Jugendforum zählt zu den Instrumenten, mit denen die Stadt Rüsselsheim diesem Anspruch gerecht werden will.


Die Kampagne wird auch im Jahr 2020 weitergeführt und soll ihren Höhepunkt bei einem Fest zum Weltspieltag am 28. Mai 2020 finden.


 

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