Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

02.12.2019

Stadt Rüsselsheim begegnet Obdachlosigkeit mit innovativem Konzept

Obdachlos gewordenen Familien mit Kindern will die Stadt Rüsselsheim am Main mit einem neuen Konzept helfen. „Das Projekt ‚Housing first‘ (zuerst eine Wohnung) soll so schnell es geht, eine Reintegration in regulären Wohnraum schaffen. Denn es ist wichtig, dass gerade Familien so kurz es geht in Pensionen untergebracht werden“, erklärt Bürgermeister Dennis Grieser. Damit mache die Stadt Rüsselsheim bei der Obdachlosenbetreuung einen qualitativ großen Schritt nach vorn.

Die Idee des „Housing first“ stammt aus Amerika, sie gilt als ausgesprochen innovativ. In Finnland wurde der Ansatz bereits in großem Umfang umgesetzt. Die benötigten Wohnungen kommen in Rüsselsheim von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft gewobau. Sie stellt zehn Prozent der frei werdenden Sozialwohnungen für die Obdachlosenbehörde zur Verfügung. Eine wesentliche Neuerung. Wer eine solche Wohnung bekommt, entscheidet die Obdachlosenbehörde nach verschiedenen Kriterien. Berücksichtigt werden dabei wie groß die Notlage ist, um vor allem Kinder mit der Gesamtsituation so wenig wie möglich zu belasten, und ob die Familien wohnfähig sind oder zunächst andere Unterstützung oder Hilfe benötigen.

„Wir stellen den wohnungslosen Familien in Kooperation mit dem Diakonischen Werk eine begleitende sozialpädagogische Betreuung zur Seite, um sie in allen Belangen dabei zu unterstützen, in ihrer schwierigen Situation zurecht zu kommen“, erläutert Grieser weiter. Die neue Konzeption stelle zunächst einmal das Schutzbedürfnis mit eigenem Wohnraum sicher. Im Unterschied zu anderen Angeboten für obdachlose Menschen sind hieran keine Bedingungen geknüpft. Einzelpersonen, die längere Zeit auf der Straße gelebt haben, werden beispielsweise in einem begleiteten, abgestuften Prozess erst wieder an normales Wohnen und die Wohnfähigkeit herangeführt.

Insgesamt richtet die Stadt Rüsselsheim am Main ihre Obdachlosenbetreuung derzeit neu aus. Langfristig Obdachlose werden möglichst in einer Einrichtung der Diakonie am Rugbyring betreut. Die derzeit dort stehenden Container sind in Jahre gekommen und werden von der Stadt Rüsselsheim nicht nur ersetzt, sondern zu einer einfachen Wohneinrichtung weiterentwickelt. Kurzfristig obdachlos gewordene Einzelpersonen werden am Flörsheimer Weg untergebracht. Für junge Obdachlose steht in Groß-Gerau eine Wohngruppe zur Verfügung. Für übergangsweise in Pensionen untergebrachte wohnungslose Familien wird das Projekt „Housing First“ eine möglichst zügige Reintegration in den Wohnungsmarkt ermöglichen. „Mit den verschiedenen Modulen ist an alle Zielgruppen gedacht. Wir bieten außerdem eine sozialpädagogische Beratung und Begleitung an. Mit ergänzender Straßensozialarbeit arbeiten wir zusätzlich präventiv, um Obdachlosigkeit am besten gar nicht erst zustande kommen zu lassen“, sagt Grieser.

 

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