Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

20.12.2019

Stadt Rüsselsheim will Schulbüchereien auf ein einheitliches Niveau anheben

Foto: Schulbibliothek der Georg-Büchner-Schule (Foto: Stadt Rüsselsheim am Main)

Als „Herzstück der Schule“ bezeichnete die Schulleiterin der Georg-Büchner-Schule in Rüsselsheim, Dagmar Schneberger-Splitt, ihre Schulbibliothek. Diese sei mit viel Engagement von Lehrkräften und Ehrenamtlichen und zum Teil Spenden aufgebaut worden, der Medienbestand liegt bei rund 4.000 Büchern, Heften und anderen Medien. Doch nicht alle Schulbüchereien in Rüsselsheim können diese Ausstattung vorweisen. Mit dem Ausbau der Ganztagsbetreuung in den Schulen hat das Land zwar auch verbindlich Schulbüchereien vorgeschrieben, aber bisher gab es keinen einheitlichen Rahmen, an dem sich die Schulen orientieren konnten. Sowohl in Bezug auf den Umfang, Alter und die Qualität des Medienbestands, als auch auf die Organisation, Öffnungszeiten und die personelle Ausstattung sowie die EDV für die Verwaltung der Bücher ist eine sehr unterschiedliche Schulbibliothekslandschaft entstanden.

„Das wollen wir auf ein einheitliches Niveau anheben. Denn den Schulbüchereien kommt eine wichtige Aufgabe bei der Leseförderung sowie bei der Vermittlung von Arbeits- und Medienkompetenzen zu. Daher wird die Stadt Rüsselsheim am Main ab 2020 die Medienbestände und deren Erneuerung bezuschussen und Lizenzen für eine Software zur Bestandsverwaltung für alle Schulbüchereien anschaffen. Das ist aber nur ein erster Schritt, denn mit der Einrichtung einer schulbibliothekarischen Fachstelle sollen die Schulen unterstützt und die Schulbüchereien konzeptionell neu aufgestellt werden. Damit wollen wir gleiche Bildungschancen für alle Schülerinnen und Schüler schaffen“, kündigte Bürgermeister und Schuldezernent Dennis Grieser an.

Damit die Schulen einen guten Bestand an Büchern und anderen Medien aufbauen und dauerhaft aktualisieren können, sollen jährlich wiederkehrende Mittel in Höhe von 27.500 Euro bereitgestellt werden. Die Höhe des Zuschusses orientiert sich dabei an den Empfehlungen zur Basisausstattung des Deutschen Bibliothekenverbands. Der Umfang des Medienbestands richtet sich demzufolge nach der Schulform und Schülerzahl und sieht vor, dass jährlich fünf bis zehn Prozent des Bestands aktualisiert wird. Zudem wird die Stadt 6.000 Euro für die Anschaffung des Softwareprogramms Littera bereitstellen, das zum Teil bereits in einigen Schulbüchereien im Einsatz ist. Damit lässt sich der Bestand der Medien verwalten und die Ausleihe organisieren.

„Nur die Mittel zur Verfügung zu stellen, reicht aber nicht aus. Deswegen richten wir eine neue Fachstelle bei der Stadtbücherei des städtischen Eigenbetriebs Kultur123 ein, denn dort ist die Expertise in Sachen Leseförderung und Medienverwaltung bereits vorhanden. Damit bekommen die Schulen einen Ansprechpartner oder eine Ansprechpartnerin für die verschiedensten Fragestellungen rund um die Arbeit in der Schulbücherei zur Seite gestellt“, sagte Grieser. Das halten auch die Verantwortlichen in der Georg-Büchner-Schule für erforderlich. Von Schulungen für ehrenamtliche Kräfte der Bücherei und Beratung bei der Organisation beispielsweise der Ausleihe, über Fragen zur kindgerechten Medienauswahl und Präsentation von Medien bis zum Wunsch nach Koordination eines regelmäßigen Austauschs zwischen den Bibliotheksverantwortlichen der verschiedenen Schulen gibt es bereits eine Menge Ideen, wie die neue Fachkraft unterstützten könnte.

Grieser verwies auch darauf, dass die Weiterentwicklung der Schulbüchereien Hand in Hand mit anderen Entwicklungen gehen muss. „Derzeit bringen wir auch ein Medienentwicklungsplan auf den Weg mit Themen wie dem Aufbau von Schulnetzwerken, die auch für die Schulbüchereien wichtig sind. Zudem entwickeln wir für die Schulen Raumprogramme und achten auch bei Neu- und Umbauprojekten darauf, die Schulbüchereien passend zu planen. Zudem sollen die Schulen ein Konzept für ihre Schulbibliotheken erarbeiten. Die jetzt auf den Weg gebrachten Maßnahmen sind daher nur der Einstieg für einen länger angelegten Entwicklungsprozess“, sagte der Schuldezernent abschließend.

 

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