Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

28.01.2020

Abwasserverband plant Ausbau mit Blick auf das Jahr 2045

Der Abwasserverband Rüsselsheim/Raunheim wirft einen Blick in die Zukunft. In der vergangenen Verbandssitzung hat der Verbandsvorstand beschlossen, ein Konzept zu beauftragen, um den Kapazitätsbedarf der Zentralkläranlage bis zum Jahr 2045 zu ermitteln. Neben aktuellen und künftigen Vorgaben im Abwasserrecht soll die Wachstumsentwicklung beider Städte besser berücksichtigt werden. „Damit möchten wir die Voraussetzungen für eine fachliche Erörterung der notwendigen Ausbaumaßnahmen und eine Grundlage für eine sachliche Entscheidung schaffen“, erklärt Rüsselsheims Oberbürgermeister Udo Bausch.


Bei durchgeführten Eigenkontrolluntersuchungen im Jahr 2018 wurde bei zwei Parametern die derzeitige Auslastungsgrenze der Kläranlage mit 98.500 Einwohnerinnen und Einwohnern überschritten. Beim chemischen Sauerstoffbedarf wurde eine Belastung von 106.000 Bürgerinnen und Bürgern festgestellt und beim Gesamtstickstoff sogar eine Belastung von 120.000 Menschen gemessen.


Wie sich die Belastung künftig entwickeln und wie sich das auf den weiteren Ausbau- und Flächenbedarf auswirken könnte, darüber gibt es bereits Untersuchungen. Doch deren Ergebnisse sind entweder schon teilweise überholt (Belastungsgrenze bei 108.500 Einwohnern) oder gehen mit einem Blick bis ins Jahr 2030 noch nicht weit genug (126.000 Einwohner). „Wir benötigen eine belastbare Planung für den geplanten Ausbau der Zentralkläranlage, die bis 2045 reicht“, fordert daher Udo Bausch, der Vorstandsvorsitzender des Abwasserverbands ist. Bausch weist dazu auf die aktuellen und geplanten städtebaulichen Entwicklungen der Stadt Rüsselsheim hin, die weitreichender ausfallen, als es bisherige Prognosen vorhergesehen haben. „In Rüsselsheim wächst die Bevölkerung unvermindert weiter, bedingt durch die zunehmende Verdichtung der vorhandenen Wohnbebauung sowie durch die Erschließung des Quartiers am Ostpark und die zukünftige Nutzung des Opel-Altwerks."


Aufgrund verschärfter gesetzlicher Rahmenbedingungen hatte der Abwasserverband bereits im Juni beschlossen, die Kläranlage mit einer neuen Anlage zur Phosphateliminierung zu erweitern. Diese Anlage ist seit Dezember 2019 in Betrieb. Die Notwendigkeit der weiteren Kapazitätsaufstockung der zentralen Kläranlage ist schon jetzt absehbar, da aufgrund künftiger rechtlicher Verpflichtungen in den kommenden Jahren besonders die Minderung von Mikroplastik sowie Arzneimittelrückständen, wie Antibiotika, Schmerzmittel oder Röntgenkontrastmittel im Abwasser angestrebt wird.

 

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