Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

29.04.2020

Anstieg bei Bodenrichtwerten in Rüsselsheim ungebrochen

Bundesweit ziehen die Grundstücks- und Immobilienpreise weiter an, da es eine konstante Nachfrage gibt. Dieser Trend ist auch in Rüsselsheim am Main zu spüren, wie die aktuellen Bodenrichtwerte ausweisen, die der örtliche Gutachterausschuss herausgibt. Alle zwei Jahre betrachtet dieses Expertengremium aus Stadtverwaltung und Immobilien- und Wohnungswirtschaft rückschauend die real getätigten Kaufverträge und unterfüttert die Marktentwicklung aus dieser Datenquelle mit Zahlen. Zum 1. Januar 2020 ist diese Auswertung für die Jahre 2018 und 2019 erfolgt. Insgesamt wurden in Rüsselsheim in diesem Zeitraum 845 Kaufverträge abgeschlossen. Etwa 15,6 Prozent davon entfielen auf unbebaute Grundstücke, zirka 1,5 Prozent auf bebaute Gewerbegrundstücke und rund 81,2 Prozent auf Wohnimmobilien (inklusive Eigentumswohnungen).

Rüsselsheim im Trend

Auch wenn die Preise für Wohnbaugrundstücke und -immobilien verglichen mit dem Rhein-Main-Gebiet immer noch auf einem moderaten Niveau sind, steigen sie doch auch in Rüsselsheim um bis zu 20 Prozent gegenüber den Richtwerten von 2018. Bei gewerblichen Flächen fällt der Anstieg mit unter 10 Prozent deutlich niedriger aus. Für Oberbürgermeister Udo Bausch ist diese Entwicklung eine deutliche Aussage über den Standort. „Die Einwohnerzahl unserer Stadt wächst kontinuierlich, und wir verzeichnen ebenso eine starke Nachfrage bei Wohn- und Gewerbeflächen. Das ist zum einen Ausdruck der guten Entwicklung des Standorts Rüsselsheim und andererseits der exzellenten Lage im Herzen des Rhein-Main-Gebiets“, sagt Bausch.
 
„Generell ist für Rüsselsheim festzuhalten, dass die Markteinflüsse, die bereits den Wertzuwachs bei den Bodenrichtwerten mit dem Stichtag 1. Januar 2018 bestimmten, weiter gegeben sind und sich noch gesteigert haben“, erläutert Bausch die Zahlen. Dies führte dazu, dass der Wertzuwachs für Wohnbauflächen sich nicht nur in den guten und sehr guten Wohnlagen, sondern auch in mittleren und schwächeren Wohnlagen bemerkbar gemacht hat. Die Ursache hierfür liegt weiterhin in dem immer höheren Siedlungsdruck im gesamten Rhein-Main-Gebiet, und dem knappen Angebot gegenüber gestiegener Nachfrage. Zudem investieren viele Menschen bei Niedrigzinsen gern in Immobilien. „Die Stadt Rüsselsheim entwickelt derzeit viele neue Wohngebiete und schafft neuen Wohnraum, beispielsweise mit dem Quartier am Ostpark und der Eselswiese“, sagt Baudezernent Nils Kraft. Neben der Schaffung von Wohneigentum gehe es auch darum, bezahlbare Mietwohnungsflächen und Grundstücke anbieten zu können.

Einzelne Gebiete

Der positive Trend in der Innenstadt setzt sich fort. Im Kerngebiet liegen die Bodenrichtwerte für baureifes Land derzeit bei bis zu 550 Euro (2018: 500 Euro) pro Quadratmeter, in den angrenzenden Lagen sind es zwischen 370 und 470 Euro (2018: 320 bis 390 Euro). „Das Thema Wohnen gewinnt hier an Bedeutung, was die Innenstadt belebt und neue Entwicklungschancen bietet. Leuchtturmprojekte wie der Neubau am Friedensplatz (ehemaliges Karstadt-Gebäude), das Projekt Wohnen am Verna-Park der gewobau und die Entwicklung des Opel-Altwerks werden von der Stadt unterstützt und schaffen positive Impulse“, erklärt Bausch.

Auch in den übrigen klassischen Wohn- und Mischgebieten ziehen die Richtwerte an: Steigerungen sind neben der Innenstadt im Bereich der Festung, des Berliner Viertels, der Horlache, in der Friedrich-Ebert- und der Böllensee-Siedlung sowie im Hasengrund zu verzeichnen. Die Bodenrichtwerte liegen im Wesentlichen zwischen 370 und bis zu 540 Euro (2018: 320 bis 450 Euro) je Quadratmeter für Wohngebiete, in den Gewerbegebieten bei rund 150 Euro (2018: 140 Euro) je Quadratmeter.

Die Entwicklungen in Haßloch, dem Dicken Busch und in Königstädten sind ähnlich. In Königstädten liegen die Bodenrichtwerte für Wohngebiete im Ortskern zwischen 440 und 530 Euro (2018: 370 bis 440 Euro). Im Gewerbegebiet Blauer See liegen sie bei 160 Euro für Gewerbe- und bis zu 500 Euro für Wohnflächen (2018: 150 bis 420 Euro). Nachgefragte Wohnlagen verzeichnet auch Bauschheim, wo die Bodenrichtwerte zwischen 460 und 540 Euro (2018: 380 bis 450 Euro) liegen.

Bodenrichtwerte online abrufen

Bodenrichtwerte sind Durchschnittszahlen aus der rückwirkenden Betrachtung der Grundstücksverkäufe. Sie treffen keine Aussage über den genauen Verkehrswert eines Grundstücks. Dies muss jeweils im Einzelfall betrachtet werden. Faktoren wie der Grundstückszuschnitt, die Lage, der Grad der Erschließung oder Bebauungsvorschriften führen zu einer individuellen Bewertung eines Grundstücks. Der genau ermittelte Wert kann erheblich vom Bodenrichtwert differieren. Wer sich weiter informieren möchte, kann sich dazu an den Gutachterausschuss wenden, dessen Geschäftsstelle im Rathaus (Marktplatz 4) angesiedelt ist. Sie ist unter der Telefonnummer 06142 83-2272 sowie per E-Mail an peggy.noock@ruesselsheim.de erreichbar. Hessenweit gibt es 18 örtliche Gutachterausschüsse. In ihnen haben die ersten Bodenrichtwertsitzungen zum Stichtag 1. Januar 2020 begonnen. Online werden die Werte in BORIS Hessen unter www.geoportal.hessen.de voraussichtlich ab Mai abrufbar sein.



 

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