Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

28.10.2020

Magistrat empfiehlt Kooperation gegen den Hebammennotstand

Das GPR Klinikum Rüsselsheim möchte jungen Familien den Einstieg in ihren neuen Lebensabschnitt des Elternseins erleichtern und plant dazu, eine Wochenbettambulanz für eine wohnortnahe ambulante Wochenbett-Betreuung aufzubauen. Der Magistrat der Stadt Rüsselsheim am Main empfiehlt den Stadtverordneten, das Projekt in einer Kooperation mit dem GPR Klinikum zu unterstützen, um so dem Notstand in der Wochenbettversorgung durch freiberufliche Hebammen entgegenzuwirken.

„Es ist unser gemeinsames Anliegen, mit unserem Angebot eine Versorgungslücke zu schließen und damit junge Familien in unserer Stadt möglichst optimal zu unterstützen“, so Bürgermeister Dennis Grieser. Denn deutschlandweit ist es für Schwangere und Mütter derzeit sehr aufwendig, eine Hebamme für die Wochenbettversorgung nach der Entlassung aus dem Krankenhaus zu finden. Dass auch in Rüsselsheim die Nachfrage nach der aufsuchenden Wochenbettbetreuung regelmäßig das örtliche Angebot übersteigt, zeigt sich bereits bei der Geburtsanmeldung im GPR Klinikum. Dort fragen regelmäßig Schwangere an, die keine Hebamme zur Nachsorge finden. „Um die Lücke zu schließen, empfiehlt der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung, finanzielle Mittel bereitzustellen, mit denen eine fachgerechte ambulante Betreuung durchgeführt werden kann.“

Die Beschlussvorlage sieht dabei vor, dass die Stadt mit maximal 42.000 Euro jährlich die Finanzierung der Personalkosten für die GPR-Hebammen der Wochenbettambulanz übernimmt. So ließe sich in den Räumen des GPR Klinikums ein Leistungsangebot der Nachsorge für Mütter aufbauen. Diese könnten die Sprechstunden-Ambulanz nach der Geburt ihres Babys durch hauseigene Hebammen für rund zwölf Wochen nutzen. Das Angebot richtet sich an Frauen, die im GPR Klinikum entbinden. Darüber hinaus können Frauen mit Wohnsitz in Rüsselsheim das Angebot in Anspruch nehmen, unabhängig davon, wo sie entbinden.

„Mit dieser Kooperation werden wir in der Lage sein, ein zusätzliches Angebot in der Geburtshilfe in unserem Hause zu etablieren. Dafür sind wir dankbar und würden uns sehr darüber freuen – über die Zeit der Geburt und der ersten Tage hinaus – Frauen auf ihrem Weg des Mutterwerdens im Rahmen der Nachsorge begleiten zu können“, erklärt Achim Neyer, Geschäftsführer des GPR.

Gesetzlich versicherte Frauen haben Anspruch auf eine Nachsorge im Wochenbett, können derzeit aber, aufgrund zu geringer Ressourcen, das Angebot oft nicht nutzen. Die Stadt Rüsselsheim am Main und das GPR Klinikum beobachten diese Unterversorgung seit längerem und haben daher ein Konzept entwickelt, um für junge Familien in Rüsselsheim, die kostbare Zeit nach der Geburt leichter zu gestalten.


„Unsere hoch motivierten Hebammen würden sich sehr freuen, die Ambulanz-Sprechstunde demnächst aufnehmen zu können, da die Nachsorge ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit beinhaltet und sie auf diesem Wege ihrer Hebammen-Tätigkeit wieder vollumfänglich nachgehen könnten“, schließt Achim Neyer anerkennend.

 

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