Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

01.07.2021

Stadt Rüsselsheim hat sich für Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“ beworben

Gleich zwei Bewerbungen für das Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“ hat die Stadt Rüsselsheim am Main beim Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen eingereicht. „Der Corona-Lockdown hat viele Menschen zuhause eingeschlossen und bundesweit tiefe Spuren in unseren Innenstädten hinterlassen. Es ist daher der richtige Weg, den Neustart zur Wiederbelebung der urbanen Zentren zu fördern“, erläutert Oberbürgermeister Udo Bausch die Beweggründe. Die Pandemie habe gezeigt, wie sehr die Bürgerinnen und Bürger die Treffen im öffentlichen Raum, den Einkaufsbummel, die Gespräche mit Freunden bei einer Tasse Kaffee und vieles mehr vermisst hätten. Doch in der Corona-Zeit hätten sich auch Gewohnheiten weiter verändert, die Rückkehr zur Normalität werde daher sicher nicht Eins zu eins erfolgen . Er teile daher die Einschätzung des Landes, dass die Stadtzentren, so wie sie derzeit aufgestellt seien, dies nur schwer bewältigen könnten und finanziellen Anschub benötigten.

„Es müssen neue Anreize geschaffen werden, damit die Menschen in die Innenstädte, zu den Orten der Begegnung und des sozialen Lebens zurückkehren“, sagt Bausch. Hier setze das Landesprogramm an. „In Rüsselsheim wurde mit dem Aktionsplan Innenstadt dieser Weg bereits beschritten, bevor Corona vieles zum Erliegen brachte. Das Förderprogramm passt daher genau zum Gesamtkonzept der Bestrebungen um die Innenstadt“, erklärt Bausch. Schon vor Corona sei deutlich geworden, dass die Innenstädte generell einem großen Strukturwandel unterliegen, für den sie derzeit nicht gut aufgestellt seien. „Wir arbeiten mit dem Aktionsplan Innenstadt bereits an dem Thema. Organisatorisch wurde dazu eine Stabsstelle eingerichtet, die unmittelbar meinem Büro angegliedert ist. Erste Maßnahmen sind schon umgesetzt. Besonders angenommen haben wir uns der Thematik Sicherheit und Sauberkeit. Hierbei sind mit der Gründung der Innenstadtwache der Stadtpolizei, zahlreichen Reinigungsaktionen und Ortsbegehungen, auch mit dem Gewerbeverein und der Bahn, bereits erste Erfolge zu verzeichnen“, sagt Bausch. Neben Verbesserungen der Aufenthaltsqualität sind für Bausch aber auch Veränderungen im Funktionsmix wichtig. „Die Innenstadt ist bereits im Wandel, es gibt zukunftsweisende Entwicklungen. Unmittelbar am Bahnhofsplatz entsteht in den kommenden Jahren ein neues Quartier mit urbanen Wohnmöglichkeiten, Gastronomie, Einzelhandel, Kunst- und Kulturangeboten und der Motorworld. Und auch das Projekt ‚Wohnen am Friedensplatz‘ ist wegweisend“, sagt Bausch. Man bewerbe sich daher mit verschiedenen Maßnahmen und Bausteinen für das Projekt „Zukunft Innenstadt“, es gebe viele Schnittstellen zur Rüsselsheimer Situation.

Daher wirft die Stadt Rüsselsheim am Main ihren Hut für das „Innenstadtbudget“ im Rahmen des Landesprogramms in den Ring. Es fokussiert sich vornehmlich auf eine Örtlichkeit, die als Leuchtturmprojekt ausgewählt wird, bei dem kurz und mittelfristig realisierbare Maßnahmen zum Tragen kommen sollen. Dazu wurde in Rüsselsheim der Bahnhofsplatz ausgewählt. Flankierend sind in der Bewerbung Maßnahmen zum Thema Grün und Kima sowie die Schaffung von Orten der Begegnung vorgesehen. „Mobiles Grün, Urban Gardening, Klimaverbesserungen, Aufwertung von Grünflächen und Weiterentwicklung klimafreundlicher Mobilität will ich hier nur beispielhaft nennen. Daneben sind temporäre kulturelle und künstlerische Nutzungen, innovative Sitz- und Verweilmöglichkeiten, Spielfelder oder ein generationsübergreifender Bewegungs-Parcours vorstellbar“, sagt Bausch. Die kurzfristig realisierbaren Projekte sollen evaluiert werden, um dann auf einer gesicherten Datenbasis passgenaue Entscheidungen treffen zu können. In jedem Fall werde man die Betonwüste des Bahnhofsplatzes unter dem Motto „Von der Betonwüste zur lebendigen Oase“ näher in Augenschein nehmen. „Im Bahnhofsplatz sehe ich daher den idealen Ort für ein solches Leuchtturmprojekt, um ein erstes, sichtbares Zeichen für Veränderungen zu setzen. Dies kann als Initialzündung für den weiteren Beteiligungsprozess dienen“, sagt Bausch.

Auch um den „Kommunalpreis“ hat die Stadt Rüsselsheim sich beworben. Er soll die Innenstadt in ihren ganzheitlichen und sehr komplexen Bezügen in den Fokus rücken und die Ergebnisse der Evaluierung der ersten Förderstufe aufgreifen. „Neben der Entwicklung der Motorworld entsteht am Friedensplatz ein neues Tor zur Innenstadt, das auf der ehemaligen Karstadtfläche nach jahrelangem Leerstand modernes innerstädtisches Wohnen ermöglichen wird. Zwischen den beiden markanten Punkten ergibt sich die Chance auf eine belebte Achse durch die Innenstadt. Auch die Verlängerung bis hin zum Mainufer ist mitzudenken“, sagt Bausch. Ziel sei, die Innenstadt im Dialog aller Beteiligten wieder zu einem Identitätsstiftenden Zentrum für die gesamte Stadt zu entwickeln. Der Strukturwandel von der erfolgreichen Industriestadt hin zu einem modernen Mittelzentrum einer Großregion mit digitaler, ökonomischer und nachhaltiger Transformation sei noch nicht abgeschlossen. Zum anderen habe sich Rüsselsheim zur Klimakommune erklärt. Daher würden auch die Themen Klima, Mobilität der Zukunft und „Grüne Stadt“ aufgegriffen.

„Beide Bewerbungen und alle Maßnahmen wurden sehr bewusst als gemeinsamer Prozess konzipiert. Im Rahmen des Innenstadtbudgets können facettenreiche Maßnahmen primär an einem zentralen Ort und zeitnah realisiert werden. Der Kommunalpreis setzt darauf auf. Hier geht es um die Weiterentwicklung mit langfristigen und nachhaltigen Maßnahmen, für die das Innenstadtbudget quasi die Initialzündung ist“, sagt Bausch. Klar sei auch, dass aufgrund der vielen unterschiedlichen Aspekte dezernatsübergreifend mit allen Fachdezernaten zusammengearbeitet werde.

Gearbeitet wurde an der Rüsselsheimer Bewerbung bereits seit Jahresbeginn 2021, erste Informationen datieren vom Dezember 2020. Bis zu 40 Millionen Euro will das Land Hessen für die Stärkung der Innenstädte bis 2023 ausschütten. In der ersten Förderrunde, die jetzt startet, stehen insgesamt 12,25 Millionen Euro bereit. Das Programm, das gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern des Landes im „Bündnis Innenstadt“ entwickelt wurde, soll Innenstädten den Neustart nach der Corona-Pandemie erleichtern.

 

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