Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

02.07.2021

Interview zu 60 Jahre Städtepartnerschaft Rüsselsheim am Main und Évreux

Foto: Oliver Radle und Oberbürgermeister Bausch (Foto: Stadt Rüsselsheim am Main, Fotograf: Volker Dziemballa)

Schon 60 Jahre lang besteht die Städtepartnerschaft zwischen Rüsselsheim und Évreux in der französischen Normandie. Zu diesem Jubiläum waren gemeinsame Feierlichkeiten geplant, die aber wegen der Corona-Pandemie ausfallen mussten. Zumindest zum Auftakt des Kultursommers wird die Partnerschaft aber in Rüsselsheim am Main zu erleben sein. Denn am 2. Juli tritt im Opel-Altwerk die französische Band La Gapette auf.
Oliver Radle, zuständig in Évreux für Städtepartnerschaften, ist aus diesem Anlass in Rüsselsheim zu Gast und hat sich mit Oberbürgermeister Udo Bausch getroffen. Gemeinsam haben sie sich zur Städtepartnerschaft ausgetauscht.

Was ist für Sie das Besondere an der Städtepartnerschaft mit Évreux?
Oberbürgermeister Udo Bausch: Die Partnerschaft mit Évreux war die erste, die Rüsselsheim abgeschlossen hat -  und das nur 16 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Obwohl der Krieg tiefe Wunden hinterlassen hatte, wollten beide Städte den Weg der Versöhnung gehen. Das war damals ein starkes Zeichen für den Frieden.
Durch die Städtepartnerschaft sind Freundschaften entstanden, die teils schon viele Jahrzehnte bestehen. Aber auch die Stadtverwaltungen in beiden Städten tauschen sich aus und profitieren von den Erfahrungen der Kolleginnen und Kollegen. Städtepartnerschaften sind daher nach wie vor sehr wertvoll.

Wie wichtig ist Évreux die Städtepartnerschaft? Was verbinden Sie mit Rüsselsheim?
Oliver Radle: Für Evreux sind Städtepartnerschaften sehr wichtig. Die Basis für übergreifende Projekte in vielen Bereichen, damit der Bevölkerung die Möglichkeit gegeben wird, sich der Welt zu öffnen. Eine Bereicherung des Geistes, speziell für junge Menschen, die unsere Zukunft sein werden.
Rüsselsheim ist und bleibt unsere Lieblingspartnerstadt, unsere Beziehung hat sich über 60 Jahre vertieft und ist auch heute noch immer der Anstoßpunkt für spannende, zukunftsweisende Aktionen.  

Was verbinden Sie persönlich mit der Städtepartnerschaft mit Évreux?

Oberbürgermeister Udo Bausch: Sie ist nicht nur diejenige, die bereits am Längsten existiert, sondern ist auch die lebendigste. Viele langjährige Freundschaften sind bereits entstanden. So bereichert Évreux zum Beispiel unseren Weihnachtsmarkt mit einem eigenen Stand, der von vielen Bürgerinnen und Bürgern wegen der französischen Spezialitäten immer schon sehnsüchtig erwartet wird. Zu den neueren Elementen zählen der Austausch von Kunstschaffenden mit ihren Ausstellungen. Und auch auf wirtschaftlicher Ebene sind wir dabei, die Kontakte zu vertiefen. Dies zeigt, wie vielfältig unsere Freundschaft ist, und wie breit sie aufgestellt ist. Und natürlich hoffe ich, dass wir bald auch wieder einmal zusammen feiern können.

Welche Momente haben Sie am meisten bewegt?
Oberbürgermeister Udo Bausch: Tief bewegt hat mich, in Évreux an den Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs teilzunehmen. Trotz schmerzlicher Erinnerungen war das Band der Freundschaft und der Offenheit stark und deutlich zu spüren.
Ebenfalls sehr bewegend ist, wenn Gäste im Rathaus voller Inbrunst „Es lebe die Jumelage“ (die Städtepartnerschaft) rufen. Dies war zuletzt bei einem Empfang für Teilnehmende eines Austauschs von ehemaligen Postgewerkschaften der Fall. Da bekommt man schon Gänsehaut.

Welche Feierlichkeiten waren in Évreux geplant? Werden Teile davon nachgeholt?
Oliver Radle: Der liebe Virus hat uns bei einigen Ideen einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Dennoch hoffen wir, dass Mitte Oktober unser Bierfest zum Anlass des 60zigsten stattfinden kann und vor allen Dingen mit einer Delegation aus Rüsselsheim.
Andere, schon seit längerem geplante Aktionen werden wohl nicht vor Mai 2022 stattfinden.

Oberbürgermeister Udo Bausch: Der Bereich Städtepartnerschaften hat außerdem eine coronagerechtes Format erarbeitet: In einer Online-Präsentation hat er die wichtigsten Stationen der deutsch-französischen Freundschaft aus sechzig Jahren zusammengetragen. Interessierte können die Präsentation über www.ruesselsheim.de aufrufen. Die gedruckte Broschüre können sie auch kostenlos per E-Mail über staedtepartnerschaft@ruesselsheim.de bestellen.

Blicken wir in die Zukunft: Sind Städtepartnerschaften denn noch zeitgemäß? Wie können auch junge Menschen dafür begeistert werden?
Oberbürgermeister Udo Bausch: Évreux entsendet eine Band zum diesjährigen Kultursommer, die das jüngere Publikum anspricht. Évreux und Rüsselsheim ist es in den vergangenen Jahren auch immer wieder gelungen, neue Formate zu entwickeln. Wir müssen sehen, welche es speziell für jüngere Menschen gibt. Seit längerem fördert die Stadt Rüsselsheim Jugendbegegnungen finanziell. Die Stadt ist kreativ und wird neue Ideen entwickeln.

 

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