Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

25.11.2021

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Foto: Oberbürgermeister Udo Bausch und Gleichstellungsbeauftragte Milena Kratochwil streichen eine Bank rot (Fotografin: Isabella Groth)

Jährlich findet am 25. November der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen statt, der zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form an Frauen und Mädchen dient. Denn leider ist die Gewalt gegen Frauen noch immer allgegenwärtig und für die meisten Opfer noch häufig ein Tabuthema. Im Jahr 2020 wurde 420 Fälle von Häuslicher Gewalt der Polizeidirektion Groß-Gerau gemeldet, das bedeutet ein Anstieg zum Vorjahr um 20 Prozent. Auf Rüsselsheim als größte Stadt im Kreis entfallen im Jahr 2020 30 Prozent der gemeldeten Fälle.  

Im Rahmen des Aktions- und Gedenktages finden daher verschiedene Veranstaltungen statt, die auf das Thema aufmerksam machen wollen. So wehen unter anderem vor dem Rüsselsheimer Rathaus die bunten Fahnen „Frei Leben ohne Gewalt“. Weiterhin beteiligt sich die Rüsselsheimer Stadtverordnetenversammlung in ihrer Sitzung an dem Aktionstag und gedenkt zu Beginn der Sitzung mittels einer Gedenkminute der Opfer. Zudem hat das Rüsselsheimer Kooperationsmodell diesen Tag zum Anlass genommen, um an einem öffentlich-wirksamem Ort ein sichtbares Zeichen zu setzen. Das Rüsselsheimer Kooperationsmodell ist eine Kooperation verschiedener Institutionen, die die Aufgabe der externen Frauen-und Gleichstellungsbeauftragten übernehmen.

So wurden in Rüsselsheim am Bahnhofsvorplatz von den Trägerinnen des Rüsselsheimer Kooperationsmodells, unterstützt durch Oberbürgermeister Udo Bausch, zwei Bänke rot gestrichen, ein Kranz in Gedenken an die bisherigen Opfer von Gewalt niedergelegt und symbolisch rote Frauenschuhe aufgestellt. An weiteren Orten im Kreisgebiet wurden rote Stühle oder Bänke zusammen mit roten Schuhen aufgestellt, unter anderem am Landratsamt Groß-Gerau, in Büttelborn und Riedstadt. Im Nachgang zur Aktion werden der Kranz und die roten Schuhe noch rund eine Woche in den Räumlichkeiten der Frankfurter Straße 3 zu sehen sein. Inspiriert wurde die Aktion durch das italienische „La Panchina Rossa“ („Die rote Bank“). Der freie Platz auf der Bank soll einerseits die Unsichtbarkeit von gewaltbetroffenen Frauen in der Gesellschaft darstellen, andererseits steht der freie Platz für Frauen, die durch Femizide (Morde aufgrund des Geschlechts) zu Tode kamen. Dies symbolisieren die Schuhe, in denen sie in einer Welt ohne Gewalt noch laufen würden. Hierbei wurde bewusst die Symbolfarbe Rot gewählt.

Darüber hinaus hat das Jugendbildungswerk des Kreises Groß-Gerau in Kooperation mit der Jugendförderung der Stadt Rüsselsheim am Main die Stadt die Broschüre „Mädchen* haben Rechte!“ veröffentlicht. Die Redaktionsgruppe hat sich bewusst zur Veröffentlichung an diesem Tag entschieden, um darauf aufmerksam zu machen, dass vielerorts nach wie vor die Rechte von Mädchen verletzt werden und diese häufiger als Jungen von Gewalt, Sexismus und Rassismus im öffentlichen Raum betroffen sind. Die Corona-Pandemie hat den Zustand sogar noch verschärft.

In der Broschüre finden Mädchen viele grundlegende Informationen zu ihren Rechten im alltäglichen Leben und wodurch sie verletzt werden können. Die Broschüre wird online unter www.ruesselsheim.de abrufbar sein. Weitere Informationen zur Broschüre „Mädchen* haben Rechte!“ sind bei Anne Kratz von der städtischen Fachstelle Mädchenarbeit erhältlich (Telefon 06142-83 2109, E-Mail: maedchenarbeit@ruesselsheim.de).

 

Wer einen eigenen Beitrag zum Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen leisten will, kann beispielsweise diesen Text in den sozialen Medien teilen und unter dem „#schweigenbrechen“ ein Selfie posten.
Weitere Informationen zur Beteiligung an der Aktion sind zu finden unter https://staerker-als-gewalt.de/ .

Die Stadt Rüsselsheim am Main informiert auch auf ihrer Internetseite unter www.ruesselsheim.de/bildungs-und-beratungsstellen.html über Anlaufstellen und Hilfsmöglichkeiten für von Gewalt betroffene Frauen oder Angehörige. Frauen und Mädchen, die Hilfe suchen, können sich außerdem an folgende Beratungs- und Anlaufstellen wenden:

Frauenberatung Groß-Gerau, Verein Frauen helfen Frauen, 06152-80000, Mail: info@frauenberatung-gg.de

Frauenhaus Notruf, 06152-39977

In Notfällen: 110

Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: 08000 116 016 (rund um die Uhr kostenlos erreichbar, anonym, vertraulich, barrierefrei und in 17 Sprachen), www.hilfetelefon.de  

Kinder- und Jugendtelefon, Nummer gegen Kummer 116111 (anonym und kostenlos)

Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222

 

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