Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

07.07.2022

Zum Lernen auf die Bühne

Die Vorschulkinder der Rüsselsheimer „Bewegungskita“ Karlsbader Straße haben an einem einwöchigen Theaterworkshop teilgenommen. Was sie dort unter Anleitung des Galli-Theaters aus Wiesbaden erlernten, machte nicht nur viel Spaß, sondern auch fit für den kommenden Schuleintritt.

Seit Anfang 2021 nimmt die Kindertagesstätte am Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ teil. Mit diesem Bundesprogramm stärkt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die alltagsintegrierte sprachliche Bildung, die inklusive Pädagogik sowie die Zusammenarbeit mit Familien in den Kitas. Mit Hilfe dieser Förderung war es bereits zum zweiten Mal möglich, dass Kinder der Einrichtung ein außergewöhnliches Ereignis erleben durften: Fünf Tage lang übten die Kinder täglich ab 10 Uhr ein Märchen als Theaterstück ein. Was die Kinder der Kita Karlsbader Straße in dieser einen Woche gemeinsam auf die Beine stellten konnten, führten sie am letzten Projekttag vor Kindern, Eltern und den Erziehungskräften der Kita vor. „Es war eine unglaubliche tolle Erfahrung für alle. Die pure Spielfreude, die bei den Vorschulkindern zu spüren war, sprang komplett auf die gesamte Kita über“, freut sich Kitaleiterin Astrid Schickling.

Zuvor standen auf dem Übungsprogramm Bewegungs- und Ausdrucksspiele, Tanzreisen sowie Sprachübungen. Diese fördern die kognitiven Fähigkeiten sowie die Konzentration. Nebenbei schulten die Vorschulkinder ihre Motorik und ihre sozialen Kompetenzen.

Der Grundstein der Galli-Methode leitet sich auch dem Wahlspruch des Theaters ab: Lernen lässt es sich am besten spielerisch. Mögliche Sprachbarrieren überwinden die Kinder so im (Theater-)Spiel. Denn durch das gemeinsame Erarbeiten des Theaterstücks stärken sie mit spielerischer Leichtigkeit den Gruppenzusammenhalt und das eigene Selbstbewusstsein. Sie lernen Stimme, Gefühl und Körper in Einklang zu bringen und sich damit ausdrücken. „Mit diesen Sprachübungen überwinden die Kinder ihre Ängste. So lernen sie laut und deutlich zu sprechen, was beste Voraussetzung für die Schule schafft“, erklärt Schickling.

Bundesprogramm „Sprach-Kitas“
Das übergeordnete Ziel des Bundesprogramms liegt in der Verbesserung der Angebote sprachlicher Bildung in Kindertageseinrichtungen und der Qualität der Kindertagesbetreuung. Diese Aufgabe übernehmen zusätzliche Fachkräfte, die die Kitateams beraten, begleiten und fachlich unterstützen. Zu ihren Handlungsfeldern gehören neben der alltagsintegrierten Sprachförderung die Zusammenarbeit mit den Familien, Inklusion sowie die medienpädagogische Arbeit. Um diese Aufgaben erfüllen zu können, arbeiten sie in so genannten Tandems eng mit den Kitaleitungen zusammen.

Der Bund stellt dafür von 2016 bis 2022 Mittel im Umfang von über eine Milliarde Euro zur Verfügung. Damit können insgesamt fast 8.000 zusätzliche halbe Fachkraftstellen in Kitas und in der Fachberatung geschaffen werden. Rund jede achte Kita in Deutschland ist mittlerweile eine „Sprach-Kita“. Um die sprachliche Bildung von Kindern auch nach pandemiebedingten Einschränkungen zu fördern, wird das Bundesprogramm als Teil des Aufholpakets mit 100 Millionen Euro unterstützt. Mit dem AUFHOLPAKET werden deutschlandweit Möglichkeiten für Kinder, Jugendliche und ihre Familien geschaffen, um sich zu begegnen, gemeinsam Neues zu entdecken und ihre Welt nach der Pandemie zu erleben.

Die Stadt Rüsselsheim nimmt seit 2016 am Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ teil. Aktuell profitieren zwölf Sprach-Kitas der Stadt und rund 1.060 Rüsselsheimer Kinder von dem Programm. Aufgrund der bisherigen positiven Erfahrungen hat die Stadtverordnetenversammlung im Dezember 2021 den Magistrat einstimmig beauftragt, ein Konzept zur dauerhaften Verankerung und Verstetigung von Sprachbildung und Sprachförderung als festen Bestandteil der Bildung aller Kinder in allen Rüsselsheimer Kindertagesstätten vorzulegen. „Wir wollen allen Kindern die bestmöglichen sprachlichen Voraussetzungen bieten, ganz unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Wohngebiet und sozialen und finanziellen Möglichkeiten“, sagt Bürgermeister und Sozialdezernent Dennis Grieser.

 

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