Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

03.11.2022

Umweltbericht 2022 bilanziert Klima- und Umweltschutz in Rüsselsheim

Mit der Novelle des Klimaschutzgesetzes strebt Deutschland eine verschärfte Zielsetzung für die Minderung der Treibhausgasemissionen an. Bis 2050 soll sogar die Netto-Treibhausgasneutralität erreicht werden. Aus diesem Grund leistet auch die Stadt Rüsselsheim am Main ihren Beitrag, um grüner, emissionsärmer und lebensfreundlicher zu werden. Neben der Reduzierung der Treibhausgasemissionen sind dafür die Klimaanpassung sowie der Umwelt- und der Naturschutz von zentraler Bedeutung, um einen zukunftsfähigen Lebensraum zu gestalten. Der aktuelle Umweltbericht 2022 gibt nun einen Überblick über alle klima- und naturschützenden Aktivitäten der Stadtverwaltung.

„Beim letzten Umweltausschuss des Deutschen Städtetags wurde deutlich, dass Rüsselsheim im Vergleich mit den anderen Kommunen bei vielen Themen vorne mit dabei ist und teilweise sogar an der Spitze der Bewegung steht“, erklärt Stadtrat Nils Kraft. Dabei verweist er beispielhaft auf die Anstrengungen des Bereichs Grünplanung, der bereits seit Jahren mit der Neu- und Umgestaltung der innerstädtischen Grünflächen dem Klimawandel und dem Artensterben entgegenwirke. Ein weiteres Beispiel ist der Aufbau der höchsten Ladesäulendichte für Elektrofahrzeuge in Deutschland. „Der Umweltbericht zeigt, dass der Umwelt- und Klimaschutz in Rüsselsheim ernst genommen wird, wozu auch die Bildung eines eigenen Amts beigetragen hat“, bilanziert Kraft.

Entstanden ist der Umweltbericht in enger Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde, der städtischen Grünplanung, der Abteilung Mobilität, des Energiemanagements im Fachbereich Gebäudemanagement, aber auch mit weiteren Akteur*innen, wie der Forstgemeinschaft Rhein-Main sowie verschiedenen Verbänden und Vereinen. Auf 73 Seiten beschreibt der Bericht in den Kategorien Klimaschutz, Naturschutz, Umweltschutz und übergreifende Projekte sämtliche aktuelle und abgelaufene Maßnahmen im Zeitraum von Juli 2021 bis Juni 2022.

Wie Stadtrat Kraft erläutert, fallen in den Bereich des Klimaschutzes alle Aktivitäten, die mit Schwerpunkt Energie und Klimawandel in die Stadtgemeinschaft hineinreichen. Dazu zählt der Umweltbericht Projekte der Information, wie die erfolgreiche Kampagne der aufsuchenden Energieberatung, der Partizipation (Mitmachausstellung im Stadt- und Industriemuseum), der Weiterbildung und der Vernetzung auf. Zu Letzterem zählen etwa der Arbeitskreis Mobilität und Klimaschutz sowie der Runde Tisch mit der Bürgerinitiative Rüsselsheim Zero. Für die von der Stadt verwalteten Liegenschaften wie Schulen, Kitas, Verwaltungsgebäude oder auch Freizeiteinrichtungen werden konkrete Verbräuche und Emissionsdaten aufgelistet, die sich dank zahlreicher energetischer Sanierungen und Neubauten gut darstellen. Für die Bereiche Bau- und Quartiersplanung sowie der Mobilität wurden von der Stadt unterschiedliche Konzepte umgesetzt. Dazu zählen beispielsweise die Einführung eines schulischen und eines betrieblichen Mobilitätsmanagements, die Weiterentwicklung des Radverkehrs- und Radwegekonzepts, aber auch der massive Aufbau einer elektrischen Ladeinfrastruktur und der Ausbau barrierefreier und begrünter Bushaltestellen.

Beim Naturschutz verfolgt die Stadt Rüsselsheim das Ziel, die Natürlichkeit, Vielfältigkeit und Lebensfähigkeit der Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten. Mit zahlreichen Maßnahmen werden natürliche Räume im Großen (wie beim Wald und in den Außengebieten), aber auch im Kleinen (Grüninseln in der Stadt) gestaltet und gepflegt. „Je grüner die Stadt ist, desto höher ist auch die Lebensqualität. Das Engagement der Bürger*innen vom eigenen Vorgarten bis zur Grünpatenschaft ist uns dabei ebenso wichtig wie die Grünplanung und der Naturschutz durch die Stadtverwaltung“, sagt Kraft. Neben Aufforstungen, der Extensivierung von Rasen und Wiesenflächen, zahlreichen Baum-, Strauch- und Heckenpflanzungen ist der Gewässerschutz ein weiterer wichtiger Handlungsbereich.

Jenseits von Klima und Biodiversität beschäftigt sich der Umweltschutz mit einer Vielzahl weiterer Bereiche, in denen der Mensch auf die Umwelt einwirkt. Mit gezielten Maßnahmen der Umweltbildung macht die Stadt Vorgänge bewusst, wie falsch oder nachlässig entsorgte Abfälle die Umwelt belasten. Umweltpädagogische Angeboten, wie die Naturerlebnisexpeditionen für Schulen und Kitas, setzen dabei schon bei den Kleinsten an. „Neu haben wir in den Umweltbericht das Thema Umwelt-Ordnungswidrigkeiten aufgenommen“, ergänzt Kraft. Da Licht und Lärm visuell oder akustisch belastend auf Pflanze, Mensch und Tier einwirken, arbeitet das Amt für Umwelt und Klimaschutz darüber hinaus an unterschiedlichen Konzepten zur Regulierung von künstlichem Licht (Masterplan Beleuchtung) sowie der Eindämmung von Lärmbelastung (Lärmkartierung und Lärmaktionsplan).

Übergreifend arbeitet die Stadtverwaltung vor allem bei Planung ganzer Quartiere mit, wo alle Aspekte von Klima, Natur und Umwelt zusammen betrachtet werden müssen. Bei Zukunftskonzepten für die Innenstadt oder Neubaugebieten wie der Eselswiese sowie der Aufstellung von Bebauungsplänen, ist dies bereits der Fall.

Auch künftig wird die Stadt Rüsselsheim daran arbeiten, weitere Maßnahmen gegen den Klimawandel und zum Schutz der Arten schnell auf den Weg zu bringen. Dr. Dominik Düber, Leiter des Amts für Klima- und Umweltschutz, gibt dazu schon einen Ausblick: „Die Schwerpunkte werden in der weitreichenden Vernetzung aller relevanten Akteur*innen, der aufsuchenden Energieberatung und der kommunalen Wärmeplanung sowie der Förderung des Radverkehrs und des ÖPNVs liegen. Und da wir den Klimawandel nur noch bremsen, aber nicht mehr stoppen können, werden wir auch ein Klimaanpassungskonzept auf den Weg bringen.“ Anträge für eine entsprechende Förderung in den „Einstieg in das kommunale Anpassungsmanagement“ wurden bereits gestellt.

 

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