Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

04.11.2022

Schulträger*innen-übergreifende Kooperation für Übergang in 5. Klassen: Wohnortprinzip bei Gymnasien gestärkt

Bei dem Lenkungsverfahren des Staatlichen Schulamts beim Übergang von Schüler*innen von der 4. in die 5. Klasse kam es im vergangenen Schuljahr zu einiger Aufregung auf Seiten der Eltern, da nicht allen Kindern, die ein Gymnasium besuchen wollten, ein solcher Platz angeboten werden konnte. Damals haben die Schulträger*innen Stadt Rüsselsheim und Landkreis Groß-Gerau kurzfristig nachgesteuert und für den größten Teil der Kinder eine Lösung vor Schuljahresbeginn finden können.

Um die Wiederholung einer solchen Situation zu vermeiden, hatten sich die Schulträger*innen Stadt Rüsselsheim, Stadt Kelsterbach und Kreis Groß-Gerau mit dem Staatlichen Schulamt verabredet, ein transparenteres und im Ergebnis besseres Verfahren so rechtzeitig auszuhandeln, dass die Eltern bei den Informationsveranstaltungen für die 4. Klassen bereits in diesem Herbst über die gefundene Lösung informiert werden können. „Wir sind sehr froh, dass uns dies gelungen ist und wir ein gutes Ergebnis für alle Kinder im Kreis finden konnten“, freuen sich Landrat Thomas Will, Bürgermeister Dennis Grieser aus Rüsselsheim und Bürgermeister Manfred Ockel aus Kelsterbach in ihrer gemeinsamen Mitteilung darüber, dass nun in den jeweiligen Gremien eine Vereinbarung zur Schulträger*innen-übergreifenden Kooperation beschlossen wurde.

Die Vereinbarung sieht vor, dass für den Übergang von der 4. in die 5. Klasse an Gymnasien für das kommende Schuljahr 2023/24 das Wohnortprinzip gestärkt wird. Hierzu wurden im Landkreis drei Regionen gebildet:

  • Region Nord: Rüsselsheim am Main, Kelsterbach, Raunheim, Ginsheim-Gustavsburg, Bischofsheim.
  • Region Mitte: Stadt Groß-Gerau, Mörfelden-Walldorf, Büttelborn, Groß-Gerau, Trebur, Nauheim.
  • Region Süd: Gernsheim, Riedstadt, Stockstadt am Rhein, Biebesheim am Rhein.

 

Die Aufnahme der Schüler*innen erfolgt in jeder Region an den Gymnasien übergreifend: Jedes Kind innerhalb einer dieser drei Regionen kann also die Schulen des jeweils anderen Schulträgers bzw. der jeweils anderen Schulträgerin bei voller Chancengleichheit wählen. Dieses Wohnortprinzip geht anderen Aufnahmekriterien aus § 70 III HSchG (z.B. Geschwisterkinder) vor. Auf diese Art und Weise lassen sich Angebot und Nachfrage viel besser planen.

An anderen weiterführenden Schulen, also Integrierten und Kooperativen Gesamtschulen, gilt zukünftig das Schulträger*innen-Prinzip, wonach vorrangig je eigene Schüler*innen aufgenommen werden. Die Vereinbarung beschränkt sich zunächst auf das Schuljahr 2023/24.

Für Landrat Thomas Will steht fest: „Die Organisation von Schulangeboten kann insbesondere in einem großen Gebiet wie dem Landkreis Groß-Gerau nur gelingen, wenn alle Schulträger*innen eng miteinander kooperieren. Mir ist dabei wichtig, dass wir allen Eltern Schulplätze für ihre Kinder anbieten, in denen diese optimal gefördert werden - und das möglichst wohnortnah. Ich bin sehr froh, dass wir nun diese Regelung gemeinsam verabreden konnten.“

Bürgermeister Dennis Grieser erläutert: „Als Stadt ist es uns wichtig, dass für die Eltern frühzeitig eine hohe Transparenz geschaffen wurde und alle Kinder in einer Region die gleichen Chancen auf einen Platz an ihrem Wunschgymnasium in ihrer Region haben. Dies haben wir geschafft, da die Trägerschaft der Schule nunmehr kein entscheidendes Kriterium bei Gymnasien mehr ist.“

Gemeinsam unterstreichen die beiden Bürgermeister Manfred Ockel für Kelsterbach und Dennis Grieser für Rüsselsheim sowie Landrat Thomas Will für den Kreis Groß-Gerau, dass die Stärke der regionalen Schullandschaft gerade im guten Gesamtangebot aus verschiedenen Schulformen besteht. Damit Eltern über diese verschiedenen Möglichkeiten bestmöglich informiert werden, vereinbarten die drei Schulträger*innen mit dem Staatlichen Schulamt, dass in der Beratung verstärkt über die Schulformen Integrierter und Kooperativer Gesamtschulen aufgeklärt werden soll: „Denn der Vorteil der Gesamtschulen besteht gerade darin, dass nach der 4. Klasse noch keine weitere Laufbahnentscheidung getroffen werden muss und Kinder hierfür noch mehr Zeit haben“, sind sich die drei Schuldezernenten einig.

 

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