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Häufig gestellte Fragen

Foto: Eselswiese (Foto: Stadt Rüsselsheim am Main, Frank Hüther)

Wie groß wird das Baugebiet Eselswiese? Und mit wie vielen neuen Einwohnerinnen und Einwohnern ist zu rechnen?

Das Baugebiet Eselswiese wird rund 60 Hektar umfassen. Davon entfallen rund 31,5 Hektar auf Wohnbebauung, 13,5 Hektar auf gewerbliche Nutzung und 5 Hektar auf ein Mischgebiet (Gewerbe und Wohnen). Außerdem sind 10 Hektar für öffentliche Grünflächen vorgesehen.

Durch die Erweiterung der Wohnbebauung in Bauschheim ist mit rund 3.500 neuen Einwohnerinnen und Einwohnern zu rechnen.

Wie lange dauert die Gebietsentwicklung? Und was wird getan?

Insgesamt ist die Entwicklung der Eselswiese auf rund 10 Jahre angelegt. Bis zum Jahr 2028 soll ein Großteil der Flächen bebaut sein.

Die Entwicklung und Erschließung wird sich in verschiedenen zeitlichen Abschnitten vollziehen. Zunächst finden die so genannten Grundlagenermittlung, die städtebauliche Planung und die Bodenordnung statt. Diese Arbeiten haben im Jahr 2018 begonnen und werden bis 2022 dauern. Hier geht es um Fragestellungen wie Bodenbeschaffenheit, mögliches Hochwasser oder Naturschutzfragen und die wichtige Frage, wie das Baugebiet einmal aussehen soll. Auch die benötigte öffentliche Infrastruktur, beispielsweise an Kitas und Schulen oder Sportflächen, werden dabei betrachtet.

Anschließend erfolgt ab 2022 die Erschließung mit dem Bau von Straßen und der technischen Infrastruktur (Kanal- und Versorgungsleitungen, Glasfaserverkabelung, Erweiterung der Kläranlage, Regenrückhaltung Erst danach kann die Vermarktung von Baugrundstücken erfolgen.

Die einzelnen Phasen können sich in der Bearbeitung zeitlich überschneiden.

Wie geht es mit der Planung aktuell weiter?

Bis Mitte 2020 wird der städtebauliche Wettbewerb durchgeführt. Dabei werden im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung Konzepte erarbeitet. Ziel ist, besondere und innovative Qualitäten für zeitgemäßes Wohnen schaffen, die komplexen und vielfältigen Anforderungen von Architektur und Stadtplanung, Freiraum und Umwelt sowie sozialen und wohnungspolitischen Zielen Rechnung zu tragen. Im Rahmen des Wettbewerbs werden die teilnehmenden Architektur- und Planungsbüros verschiedene Vorschläge entwickeln, wie das Gebiet einmal aussehen könnte.

 

Nach dem städtebaulichen Wettbewerb schließt sich das formalen Verfahren der Bauleitplanung mit Erstellung eines Bebauungsplan an. Mit Rechtskraft des Bebauungsplans, der für Mitte 2022 angestrebt wird, kann mit Bautätigkeiten begonnen werden.

Über den Wettbewerb entscheidet eine Jury aus Stadtverordneten und Fachleuten. Danach wird die Stadtverordnetenversammlung weitere Beschlüsse fassen, insbesondere zum Bebauungsplan (B-Plan).

 

 

Wie werden die Bürgerinnen und Bürger an der weiteren Planung und Entwicklung beteiligt?

Im September 2019 hatte die Stadt Rüsselsheim bereits zu einer Bürgerversammlung eingeladen, um über den aktuellen Sachstand zu informieren. Im Anschluss daran haben Bürgerinnen und Bürger, Planer und Stadtverwaltung im Rahmen eines öffentlichen Workshops zahlreiche Hinweise, Anregungen und konkrete Vorstellungen zur Gebietsentwicklung herausgearbeitet. Diese werden im Wettbewerbsverfahren den Teilnehmern an die Hand gegeben.

Sobald der städtebauliche Entwurf vorliegt, werden die Bürgerinnen und Bürger in öffentlicher Diskussion die Gelegenheit zur Stellungnahme haben. Dies wird voraussichtlich im Frühjahr 2020 sein.

Nicht zuletzt werden die Bürgerinnen und Bürger auch im Zuge der Öffentlichkeitsbeteiligung gemäß den Vorgaben des Baugesetzbuchs über die Planung unterrichtet. Auch dabei haben sie die Gelegenheit zur Erörterung der Planung und Stellungnahme. Das ist bei Bebauungsplänen rechtlich vorgesehen.

Begleitend wird während des gesamten Planungs- und Entwicklungsprozesses auch über die Presse sowie die Internetseite der Stadt Rüsselsheim „Rüsselsheim baut“ über den aktuellen Sachstand informiert.

 

 

Wie wird die Verkehrserschließung aussehen?

Den städtebaulichen Überlegungen wird ein verkehrsplanerisches Fachgutachten zugrunde gelegt.

Unter Berücksichtigung aller technischen, rechtlichen und ökologischen Rahmenbedingungen werden zwei alternative Planvarianten aktuell verfolgt. In beiden Varianten wird es möglich sein, das Gebiet mit den zu erwartenden Verkehrsaufkommen an das übergeordnete Straßennetz anzuschließen. Der Hauptanschluss erfolgt in beiden Fällen über den Kreuzungsbereich Brunnenstraße/Am Steinmarkt. Eine weitere Anbindung ist an die Landesstraße (L 3482) vorgesehen.

Wie soll die Wohnbebauung aussehen? Wieviel Geschosswohnungsbau ist vorgesehen?

Die Wohnbebauung soll sich aus einem Bebauungsmix aus freistehenden Einfamilienhäusern, Reihenhäusern und Geschosswohnungsbau zusammensetzen.

Gemäß der Beschlussfassung der Stadtverordneten soll mindestens ein Drittel der Wohnbaugrundstücke für Geschosswohnungsbau vorgesehen werden. Die Geschosshöhe soll dabei drei bis vier Geschosse betragen. Der städtebauliche Wettbewerb soll Lösungsansätze für eine gute städtebauliche Integration aufzeigen, auch mit Übergängen zur vorhandenen Wohnbebauung.

Werden Angebote für altersgerechtes Wohnen geschaffen?

Im Mischgebiet sind 50 Prozent Wohnbaunutzung zulässig. Hier sind auch Sonderwohnformen, beispielsweise betreutes Wohnen, möglich und gewünscht. Die Herstellung barrierearmer und barrierefreier Wohnungen wird grundsätzlich gebietsübergreifend angestrebt.

Werden mit dem Baugebiet auch weitere Einrichtungen für Sport, Freizeit und Gemeinwesen vorgesehen?

Im Rahmen des städtebaulichen Wettbewerbs sollen gute planerische Lösungen für solche Einrichtungen auf dem Gebiet der Eselswiese gefunden werden. Der Ortsteil Bauschheim soll von den Chancen profitieren, die das Neubaugebiet dahingehend eröffnet.

Im Zuge der Herstellung eines neuen Schulstandorts erfolgt auch die Errichtung einer weiteren Sporthalle. Zusätzlich sollen in den öffentlichen Grün- und Freiflächen ein Bolzplatz sowie mehrere Spielplätze realisiert werden, die der gesamten Bauschheimer Bevölkerung zur Verfügung stehen.

Innerhalb des Gebiets sollen ein Quartierstreffpunkt sowie gemeinschaftsorientierte Einrichtungen (zum Beispiel Gemeinschaftsräume, Café, Werkstatt und Vereinsräume) entstehen, die zusätzliche Angebote und Anreize sowohl für die „Alt-“ als auch die „Neubewohnerinnen und -bewohner“ Bauschheims bieten.


Muss die Stadt Rüsselsheim das gesamte Gebiet kaufen? Und wer finanziert die Gebietsentwicklung?

Die Stadt Rüsselsheim wird nicht alle Grundstücke der Eselswiese aufkaufen. Den privaten Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern, die weiterhin in Besitz ihrer Grundstücke auf der Eselswiese verbleiben, wird im Rahmen der Bodenordnung ein neues, wertgleiches Grundstück auf der Eselsweise zugeteilt.


Die Entwicklung der Maßnahme wird finanziert aus Erlösen von Baugrundstücken, die die Stadt bei Veräußerung städtischer Grundstücke erzielt und aus den Zahlungen der Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer für Erschließungs- und Infrastrukturmaßnahmen.

Können Grundstücke erworben werden? Wann beginnt der Verkauf?

Aktuell ist die Eselswiese eine landwirtschaftlich genutzte Fläche, die eine wohnbauliche oder gewerbliche Nutzung nicht zulässt. Erst mit Abschluss der Bodenordnung und der Bauleitplanung (Bebauungsplan) werden neue, bebauungsfähige Grundstücke zur Verfügung stehen. Diese können dann von den Eigentümern vermarktet werden.

Die Stadt Rüsselsheim wird ihre Grundstücke nach städtebaulichen und wohnungspolitischen Vorgaben an Dritte veräußern. Mit dem Verkauf baureifer Baugrundstücke ist ab 2023 zu rechnen.