Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Fragen und Antworten zur Untersuchung von Verdachtspunkten ab 3.6.2024

Andere Sprachen - Other languages: Für Bewohnerinnen und Bewohner im Dicken Busch, Hasengrund und Blauen See

Wie wahrscheinlich ist eine Evakuierung?

Eine Evakuierung ist am Dienstag (4.06.2024) kurzfristig auch zu den Nachtstunden möglich. Sie müssen dann über die Medien verfolgen, ob im Bereich der BAB 60 ein Blindgänger einer Weltkriegsbombe gefunden wird. Bisher wissen wir nur, dass es Verdachtspunkte auf Metall im Boden gibt, welches sich auffällig darstellt. Häufig ist ein Verdachtspunkt keine scharfe Bombe.

In der Nacht vom 3. auf den 4. Juni 2024 wird das Areal mit den Verdachtspunkten aufgegraben. Erst dann kann man festlegen, ob und in welchem Bereich evakuiert werden muss.

Befindet sich meine Wohnung/mein Geschäft in einem möglichen Evakuierungsradius?

Diese Information kann verlässlich erst dann gegeben werden, wenn eine Bombe gefunden wurde und der Kampfmittelräumdienst den notwendigen Evakuierungsradius bestimmt hat.

Wie lange wird eine mögliche Evakuierung dauern?

Das hängt davon ab, wie zügig die betroffenen Menschen und Institutionen ihre Wohnungen, bzw. Geschäftsräume verlassen können. Erst, wenn durch die Ordnungsbehörden sowie der Polizei eine Freigabe an den Kampfmittelräumdienst erfolgt, wird mit einer Entschärfung begonnen werden.

Nach erfolgreicher Entschärfung wird Entwarnung und Freigabe für die Bewohner ebenfalls durch die Einsatzkräfte erfolgen. Bitte beachten Sie die Lautsprecherdurchsagen, Radiomeldungen sowie Informationen auf der Internetseite und den Social-Media-Kanälen der Stadt Rüsselsheim am Main.

Ab wann müssen Wohnungen und Geschäftsräume eventuell verlassen werden?

Die Wohnungen und Geschäftsräume müssen möglichst selbstständig ab Bekanntgabe des Evakuierungsradius verlassen werden. Bitte beachten Sie die Lautsprecherdurchsagen, Meldungen über Radio und mobile Warnsysteme sowie die Informationen auf der Internetseite der Stadt Rüsselsheim am Main.

Welche Verkehrswege wären bei einem Bombenfund an dieser Stelle betroffen?

Das zu untersuchende Gelände liegt unmittelbar auf der BAB 60 zwischen den Anschlussstellen Rüsselsheim-Königstädten und Rüsselsheim-Mitte. Daher ist dieser Abschnitt ohnehin bereits für die Sondierungen gesperrt. Sollte dort eine Bombe gefunden werden, ist mit Auswirkungen auf die umliegenden Strecken zu rechnen.

Zudem kann es zu Sperrungen wichtiger Zufahrtsstraßen kommen. Bitte rechnen Sie im Falle eines Fundes im angrenzenden Bereich mit Straßensperrungen.

Wie würde der Nahverkehr betroffen sein?

Der reguläre Nahverkehr im Evakuierungs-Radius wird mit Bekanntgabe des Fundes und dem Beginn der Evakuierungsmaßnahme im Schutzbereich eingestellt. Außerhalb des zu evakuierenden Gebietes könnte es zu Einschränkungen kommen, da die Linien nicht mehr voll befahren werden können.

Allerdings hilft der Busbetrieb der Stadtwerke Rüsselsheim massiv bei der Evakuierung. Während der Zeit der Evakuierung werden alle im Bereich liegenden Haltepunkte von Bussen mit dem Zielort „Bahnhof Rüsselsheim“ und „Betreuungsplatz Sporthalle Werner-Heisenberg-Schule“ in der Königstädter Straße angefahren.

Sie können entscheiden, ob Sie vom Bahnhof an auf andere Linien umsteigen möchten oder ob sie den Betreuungsplatz aufsuchen möchten.

Unmittelbar nach der Entschärfung, bzw. der Freigabe würde der reguläre ÖPNV-Verkehr wieder freigegeben. Ein Rücktransport von der Sporthalle Werner-Heisenberg-Schule wird sichergestellt.

Ich könnte meine Wohnung nicht selbstständig verlassen. Wer hilft mir dann?

Bettlägerige Personen und Menschen mit schwerer Gehbehinderung werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der unteren Katastrophenschutzbehörde des Landkreises Groß-Gerau in extra bereitgestellte Notunterkünfte betreut und nach Beendigung der Entschärfung auch wieder nach Hause gebracht.

Ein entsprechender Transport kann erst ab der Feststellung einer Evakuierung unter der Nummer 06152-989898 (Bürgertelefon) angemeldet werden.

Diese Nummer wird erst freigeschaltet sein, nachdem ein Kampfmittelfund festgestellt wurde.

Wo könnte man sich während einer Evakuierung/Entschärfung aufhalten?

Alle, denen es möglich ist, sollten versuchen bei Freunden, Verwandten und Bekannten außerhalb des Evakuierungsradius für die Dauer der Evakuierung Unterkunft zu erlangen. Ebenso ist es sinnvoll, sich ganz normal in den Tagesablauf zu begeben, z.B. an die Arbeitsstätte.

Für alle anderen Betroffenen, denen es nicht möglich ist woanders unterzukommen, steht eine Notunterkunft zur Verfügung. Diese befinden sich in der Turnhalle der Werner-Heisenberg-Schule in der Königstädter Straße (Verlängerung der Straße „Mittlerer Ramsee“)

Falls Sie mit dem PKW die Betreuungsstelle aufsuchen:

Nutzen Sie bitte die Parkplätze am Theater und begeben sich über die Fußgängeranlage am „Haßlocher Kreisel“ in Richtung der Königstädter Straße. Ein Zugang über den Rugby Ring / B 43 ist nicht möglich!

Betreuungsplatz in der Werner-Heisenberg-Schule (Grafik: Feuerwehr Rüsselsheim am Main)

Die Schule / die KiTa meiner Kinder befindet sich im Evakuierungsgebiet. Besteht eine Notbetreuung?

Wenn die Einrichtung ihres Kindes im Evakuierungsbereich liegt, kann dort selbstverständlich keine Betreuung stattfinden. Informieren Sie sich bitte bezüglich einer Notbetreuung über das Bürgertelefon unter der Telefonnummer 06152-989898 .

Diese Nummer wird allerdings erst freigeschaltet sein, nachdem ein Kampfmittelfund festgestellt wurde.

Kann ich mein Haustier bei einer möglichen Evakuierung mitnehmen?

Im Regelfall können und sollen Haustiere zuhause bleiben. Wer das nicht will, muss sein Tier entweder vorher anderweitig unterbringen oder mitnehmen. In den Notunterkünften besteht im Regelfall keine Möglichkeit, Haustiere unterzubringen.

Problematisch wird es für Tiere, die in der Wohnung bleiben, wenn die Evakuierung länger als geplant dauern sollte. Daher sollte auf jeden Fall sichergestellt werden, dass die Tiere auch dann genug Futter und Wasser hätten, wenn sich die Rückkehr ihrer Besitzer verzögern sollte.

Wie soll ich meine Wohnung bei einer möglichen Evakuierung hinterlassen?

Evakuierte sollten ihr Haus oder ihre Wohnung "urlaubsreif" hinterlassen. Das bedeutet: Licht, Fernseher und Radio ausschalten, Kerzen ausmachen, Wasserhähne schließen, sicherstellen, dass Gas- und Elektroherde abgestellt sind, Fenster und Türen sollten geschlossen werden, die Haustür abgeschlossen sein.

Müssen Räumungskräfte befürchten, dass sich noch jemand in der Wohnung befindet (zum Beispiel brennendes Licht, jedoch keine Reaktion auf Klingeln/Klopfen), könnten diese auch gewaltsam in eine Wohnung gehen, um sicher zu stellen, dass sich keine zu evakuierenden Personen mehr darin aufhalten.

Kann ich bei einer möglichen Evakuierung auf eigene Verantwortung in meiner Wohnung bleiben?

Im Evakuierungskreis besteht Gefahr für Leib und Leben, und zwar nicht nur für die Bewohnenden, sondern auch für die Rettenden, die etwaige verbleibende Bewohnende im Notfall retten oder versorgen müssten. Wird die Evakuierung durch Personen, die den Evakuierungsbereich nicht verlassen wollen, behindert und eine Bombenentschärfung so verzögert, kann gegen die Betroffenen ein Bußgeld verhängt werden.

Die Aufforderung zum Verlassen der eigenen Wohnung oder eines Hauses ist rechtlich verpflichtend für die Betroffenen. Auch wer das Risiko auf eigene Verantwortung tragen möchte, muss das betroffene Gebiet trotzdem verlassen. Im Bedarfsfall können die Räumungskräfte wegen Gefahr in Verzug sogar Türen aufbrechen und Menschen mit Gewalt aus der Wohnung evakuieren. Im Ermessensfall, besonders, wenn sich jemand körperlich gegen die Evakuierung wehrt, können sie sogar von der Polizei in Gewahrsam genommen werden. Das nennt sich vorübergehende Freiheitsentziehung.

Wo kann ich weitere Informationen erhalten, wenn die FAQ’s nicht ausreichen sollten?

Sobald festgestellt wird, dass es sich um einen konkreten Kampfmittelfund handelt, werden über Rundfunk, mobile Warnsysteme und Socialmedia konkrete Informationen durch die zuständigen Stellen verbreitet.

Erst ab diesem Zeitpunkt wird auch das Bürgertelefon erreichbar sein.

 

Dort erhalten Sie weitere Informationen, wenn Ihre Fragen nicht über die FAQ’s oder über die Veröffentlichungen beantwortet werden können.

 

Telefonnummer des Bürgertelefons 06152-989898

 

 

 

 

Werden die Notfallmeldestellen aktiviert?

Nein, die Rüsselsheimer Notfallmeldestellen werden nicht aktiviert. Sie werden nur in einer Krise oder Katastrophe eingerichtet, wenn die Notrufnummern 112 und 110 nicht funktionieren oder das Telefon- und Mobilfunknetz nicht genutzt werden kann.