Rüsselsheim Rathaus

Presseinformationen

28.11.2018

Die „Gemeindeschwester 2.0“ kann kommen und zwar gleich in zweifacher Ausfertigung

Bürgermeister Dennis Grieser teilt mit, dass das Land Hessen auch dem zweiten Antrag der Stadt auf Fördermittel aus dem gleichnamigen Förderprogramm am 23. November den Zuschlag gegeben hat und nunmehr Mittel für das Jahr 2019 für zwei Stellen bereit stehen. Der Name des Förderprogramms „Gemeindeschwester 2.0“ wurde in Anlehnung an die früheren Gemeindeschwestern, die regelmäßig in den Haushalten eines Wohngebiets unterwegs waren, gewählt. Nachdem im ersten Durchgang nur eine Stelle pro Kommune gefördert werden konnte, war der zweite Antrag möglich geworden, weil noch nicht alle Fördermittel ausgeschöpft waren.

„Mit dem Einsatz kommunaler Betreuungspersonen soll in erster Linie der Vereinsamung älterer Menschen vorgebeugt werden. Sie sollen als Mittelspersonen zwischen der wachsenden Zahl von Menschen, die allein leben, und den bestehenden Angeboten und Hilfen für Seniorinnen und Senioren in Rüsselsheim tätig werden“, erläutert Bürgermeister Grieser.

Veränderte Familienstrukturen, das Wegbrechen von Infrastruktur im Wohnumfeld, eingeschränkte Mobilität sind nur einige von vielen Gründen, die in der heutigen Zeit der Einsamkeit im Alter Vorschub leisten. Viele der Betroffenen leben noch selbstständig und sind nicht auf eine Versorgung durch das  professionelle Hilfesystem angewiesen. Sie fallen daher häufig durch die Maschen des sozialen Netzes. Hier will das Projekt ansetzen, indem die neuen Kräfte als sich kümmernde Personen in die häusliche Situation älterer Menschen eintauchen, informieren, Anregungen geben und, wo nötig, Hilfen vermitteln. Durch den persönlichen Kontakt mit den Betroffenen können die Gemeindeschwestern  oder -brüder den Hilfe- und Unterstützungsbedarf erkennen, die passenden Hilfen koordinieren und nicht zuletzt zur Annahme von Hilfe ermuntern und dabei helfen, Schwellenängste zu überwinden.

Angesiedelt bei der Leitstelle Älterwerden im Haus der Senioren werden beide in das soziale Netz eingebunden sein. Derzeit läuft das Stellenbesetzungsverfahren, so dass möglichst schnell mit der Umsetzung des Förderprogramms begonnen werden kann. Fast 103.000 Euro stehen der Stadt Rüsselsheim am Main für das Jahr 2019 für Personalkosten und die Weiterbildung der neuen Kolleginnen oder Kollegen im Fall-Management zur Verfügung. Zunächst sollen die älteren Menschen im Berliner Viertel und in der Böllenseesiedlung ins Auge gefasst werden. In beiden Stadtteilen ist der Anteil der Bewohnerinnen und Bewohner über 60 Jahre relativ hoch. Das Q 17 im Berliner Viertel und das Nachbarschafts- und Familienzentrum in der Böllenseesiedlung bieten sich mit ihren Nachbarschaftsprojekten an, schnell in Kontakt mit der Zielgruppe zu kommen und am vorhandenen Netzwerk zu partizipieren. Bürgermeister Dennis Grieser ist zuversichtlich, dass mit den beiden Stellen im Rahmen des Programms „Gemeindeschwester 2.0“ eine Lücke im sozialen Netz geschlossen werden kann, welche von professionellen Diensten nicht ausgefüllt wird. Schließlich handelt es sich hier auch um eine präventive Einrichtung, die ein Baustein für ein längeres Leben zu Hause sein kann.

 

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