Rüsselsheim Rathaus

Presseinformationen

06.02.2019

Bei Vorbildern Licht und Schatten diskutieren

Foto: Podiumsdiskussion (Fotograf: Volker Dziemballa)

Mit den Fragen, was vorbildlich ist und wie ein Vorbild sein muss, beschäftigte sich ein Podiumsgespräch im Rathaus. Bürgermeister Dennis Grieser begrüßte die Anwesenden zu dieser Veranstaltung, die den Auftakt für die Kür ein neues „Leuchtendes Vorbild“ als Teil der Kunstinstallation im Ratssaal des Rüsselsheimer Rathauses bildete. Zum Einstieg fragte Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Direktor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim, Kunstschaffende aus unterschiedlichen Sparten was ein Vorbild ausmacht. Dazu standen der Urheber des Kunstwerks im Ratssaal, Vollrad Kutscher, sowie die aktuelle Kultur-Förderstipendiatin und Autorin Rania Daoudi Rede und Antwort. Außerdem waren Trägerinnen und Träger des Kulturpreises Teil des Podiums, darunter der Musiker Albrecht Schmidt (Kulturpreis 1990), die Theater-Regisseurin Regine Schröder Kracht (Kulturpreis 1998), der Filmschaffende Thomas Frickel (Vertreter für Cinema Concetta Filmförderung, Kulturpreis 2002) sowie der Illustrator Bengt Fosshag (sowohl selbst Kulturpreisträger 2008 als auch Vertreter für den Kulturpreisträger 2018, Kunstverein Rüsselsheim).

Im Verlauf der Diskussion wurde deutlich, dass zu jedem Vorbild auch Licht und Schatten gehört. Gerade in der Kunst fand Regisseurin Schröder-Kracht diesen Begriff daher schwierig. Man könne jemanden für Kunst bewundern, müsse aber immer hinterfragen, was hinter einer solchen Person stecke. Und genau dieses Hinterfragen sei es aus ihrer Sicht das Spannende. Um dem Begriff des Vorbilds etwas näher zu kommen, erläuterte Schmidt, dass jene Person Einsatzbereitschaft und Initiativen zeigen und voller Energie sein muss. Daoudi beschrieb ein Vorbild als etwas, von dem man sich inspirieren lässt und daraus etwas Neues schafft. Als Orientierungshilfen bezeichnete Frickel Ideale und plädierte in der Kunst für mehr Provokantes. So sprach sich auch Kutscher dafür aus, dass eine Gesellschaft für sich immer neue Vorbilder finden muss und diesen Prozess auch durch wechselnde Generationen weiterverfolgt.

In der anschließenden Diskussion wünschten sich die Anwesenden, dass sich mehr – insbesondere junge – Menschen aus der Stadt mit dem Kunstprojekt und den dahinter stehenden Gedanken auseinander setzen sollten.

Bis zum 15. April sind alle Rüsselsheimer Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren dazu eingeladen, Vorschläge für die Wahl zum „Leuchtenden Vorbild“ 2019 einzureichen. Schriftliche Vorschlagstexte können bis zum Stichtag bei der Kultursteuerung auf dem Postweg an Marktplatz 4, 65428 Rüsselsheim am Main oder per E-Mail an kultursteuerung@ruesselsheim.de eingereicht werden.

Von allen bis zum 15. April 2019 eingereichten Personen wird Vollrad Kutscher im weiteren Projektverlauf Zeichnungen anfertigen, sofern ein Foto, Bild oder Gemälde der vorgeschlagenen Person zur Orientierung vorliegt. Die Porträts aller Vorschläge werden vom 12. Juni 2019 bis 12. September 2019 in einer Ausstellung in der Lobby des Ratssaales präsentiert. Zur Ausstellungseröffnung wird auch die aktualisierte Broschüre mit den Vorschlägen zur Wahl des „Leuchtenden Vorbilds“ erscheinen. Alle Bürgerinnen und Bürger haben während der Dauer der Ausstellung die Möglichkeit, der Jury Nachrichten zu den jeweiligen Vorschlägen zu hinterlassen. Im weiteren Projektverlauf ist zudem eine Veranstaltung vorgesehen, bei der auch politische Vertreterinnen und Vertreter einen Beitrag zur öffentlichen Auseinandersetzung mit dem Kunstprojekt leisten können. Eine Jury aus Kulturpreisträgerinnen und -trägern sowie dem Ältestentrat und dem Stadtvorsteher wird voraussichtlich im September über ein neues „Leuchtendes Vorbild“ befinden. Den Abschluss des Projekts bildet schließlich zum Jahresende eine Feierstunde im Ratssaal, bei der das neue „Leuchtende Vorbild“ Einzug in den Ratssaal hält. Zur Feierstunde wird dann erstmals eine kleine Publikation mit Kurzbiografien der bereits gewählten „Leuchtenden Vorbildern“ vorliegen.

Sämtliche, bislang nicht gewählte Vorschläge seit Beginn der Kunstaktion werden bei allen künftigen Auswahlverfahren berücksichtigt und wieder in die Beratungen einbezogen. Für Juni ist eine Ausstellung geplant, in der Porträtzeichnungen aller Vorschläge im Rathaus gezeigt werden. Auch für die bis zum 15. April 2019 neu eingereichten Vorschläge wird Vollrad Kutscher Porträts anfertigen. Im weiteren Projektverlauf wird dann eine Jury aus Kulturpreisträgerinnen und -trägern sowie dem Ältestentrat und dem Stadtvorsteher über ein neues „Leuchtendes Vorbild“ befinden. Den Abschluss des Projekts bildet schließlich zum Jahresende eine Feierstunde im Ratssaal, bei der das nächste „Leuchtende Vorbild“ Einzug in den Ratssaal hält.

Alle drei Jahre können bedeutende Rüsselsheimer Persönlichkeiten posthum zum „Leuchtenden Vorbild“ gewählt werden. Ihr Porträt wird dann Teil der „Galerie aus Licht“ im Ratssaal. Ergänzt wird das leuchtende Porträt um ein Schatten-Porträt an der gegenüberliegenden Seite des Raumes. Zuletzt wurde das Kunstwerk 2016 mit dem Porträt des ehemaligen Lehrers des Immanuel-Kant-Gymnasiums und des Max-Planck-Gymnasiums, Dr. Günter Neliba erweitert. Die weiteren „Leuchtenden Vorbilder“ sind bislang: Adam und Sophie Opel (1998), Walter Rietig (2001), Luise Heßemer (2004) und Herta Max (2013).


 

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