Rüsselsheim Rathaus

Presseinformationen

12.03.2019

Rüsselsheim am Main baut Kinderbetreuung weiter aus

Rüsselsheims Einwohnerzahl wächst und mit ihr auch die Anzahl an Kindern, die einen Betreuungsplatz benötigen. Mit der Versorgung mit Betreuungsplätzen für Grundschulkinder sowie Kitaplätzen für unter und über Dreijährige hat sich daher aktuell der Magistrat der Stadt befasst. „Zum einen haben wir an vielen Stellen einen Rechtsanspruch auf Betreuung zu erfüllen. Zum anderen will die Stadt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sicherstellen“, sagt Bürgermeister und Sozialdezernent Dennis Grieser. Dazu müsse das Angebot bedarfsgerecht weiterentwickelt werden.

Platzkapazität für Grundschulbetreuung wird erhöht

Im Grundschulbereich stehen im Schuljahr 2018/19 bei städtischen und freien Trägern insgesamt 1.064 Betreuungsplätze zur Verfügung. Das entspricht einer Versorgungsquote von 38 Prozent, die drei Prozent über der des Vorjahres liegt. „Es ist jedoch absehbar, dass die benötigte Platzkapazität schrittweise weiter erhöht werden muss“, sagt Grieser. Denn nicht nur die Anzahl der Kinder nehme zu, man müsse sich auch auf den auf Bundesebene vereinbarten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter ab 2025 einstellen. Für das Schuljahr 2019/20 sollen daher insgesamt 455 Betreuungsplätze für Grundschulkinder an städtischen Betreuungsschulen zur Verfügung gestellt werden. Zudem sollen insgesamt 565 Betreuungsplätze für Grundschulkinder in Ganztags- und Betreuungsangeboten von Schulen und Fördervereinen bezuschusst werden. Das bedeutet eine Steigerung um 30 Plätze im Vergleich zum Vorjahr. Neben der Vereinbarkeit von Familie und Beruf betrachtet Grieser die Ausweitung des Betreuungsangebots auch aus pädagogischer Sicht als sinnvoll. „Es ist wichtig, die Kinder bereits zu einem frühen Zeitpunkt in ihrer Entwicklung zu unterstützen und sie zu fördern, wenn dazu Bedarf besteht. Hier wird die Basis für die weitere schulische und berufliche Laufbahn gelegt“, erläutert Grieser die Ziele. Rund zehn Monate vor Beginn der Grundschulzeit würden daher seitens der Stadt der Betreuungsbedarf abgefragt und die Eltern zur Anmeldung aufgefordert. Platz- und Personalbedarf werde dann jedes Jahr entsprechend der aufzunehmenden Kinder und ihrer Betreuungszeit neu berechnet.

Mit der steigenden Nachfrage gehen auch Personalanpassungen einher. Im Bereich der Betreuungsschulen stehen in 2019 16,75 Stellen zur Verfügung, zusätzlich 400.000 Euro für Beschäftigungsentgelte. Für 2020 sollen die Stellen um 20 Wochenstunden aufgestockt werden. Dabei sollen befristete Beschäftigungsverhältnisse in unbefristete umgewandelt werden. Weitere Planungen zum Ausbau der Betreuungs- und Ganztagsangebote an Grundschulen sollen im Rahmen des neuen Schulentwicklungsplans behandelt werden, an dem aktuell gearbeitet wird.

Weiterer Ausbau der U3-Betreuung

Auch in den Kitas will der Magistrat die Betreuungsplätze weiter ausbauen. Weil mehr Kinder in Rüsselsheim geboren werden, steigt auch die Nachfrage. Zum 1. Februar 2019 ist im U3-Bereich die Anzahl der anspruchsberechtigten Kinder um vier Prozent auf 2.377 gestiegen. Auch wenn die Stadt ihr Angebot bereits erhöht hat, ist die Versorgungsquote dadurch von 18 (2018) auf 17 Prozent (2019) gesunken. „Politische Orientierungshilfe ist jedoch nach dem Krippengipfel von 2007, eine Versorgungsquote von 35 Prozent zu erreichen“, sagt Grieser. 411 Plätze fehlten aktuell in Rüsselsheim am Main. Kurzfristig empfiehlt der Magistrat daher den Stadtverordneten, das Platzangebot durch Anmietung eines Gebäudes für eine dreigruppige Kita in Königstädten zu erhöhen. Langfristig soll der weitere Ausbau helfen, wozu eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe bereits Vorschläge gemacht hat. Untersucht werden mögliche Standorte an der Hans-Sachs-, der Varkaus- und Amselstraße sowie im Neubaugebiet Quartier am Ostpark.

Mehr Kita-Plätze für über Dreijährige erforderlich

Auch bei den über Dreijährigen ist ein Mehr an Kita-Platzbedarf zu verzeichnen. Aufgrund der Entwicklung der Geburtenjahrgänge ist die Anzahl der anspruchsberechtigten Kinder um sechs Prozent auf 2.977 gestiegen. Im Betreuungsjahr 2018/19 werden daher zusätzliche 120 Plätze zur Verfügung gestellt, womit ein Versorgungsgrad von 84 Prozent (Vorjahr 85 Prozent) erreicht wird. 298 Betreuungsplätze fehlen derzeit stadtweit. Mit der Umsetzung bereits beschlossener Maßnahmen und der Umwandlung einer Hortgruppe in eine altersgemischte Gruppe ab drei Jahren an der WfB sind es immer noch 201. Erste Abhilfe wird die Umwandlung von Plätzen in drei Einrichtungen bringen. Danach gibt es fünf zusätzliche Plätze für Grundbetreuung mit Mittagessen in der Amselstraße, fünf Ganztagsplätze in der Kohlseestraße und jeweils fünf Plätze für Grundbetreuung mit Mittagessen und Ganztagsbetreuung in der Kita Karlsbader Straße.

Um weitere Plätze zu schaffen, soll die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat mit der Prüfung und Umsetzung weiterer Interimsmaßnahmen beauftragen, vor allem im Bezirk der Grundschule Innenstadt. Aber auch ein neuer Bauwagen für eine weitere Naturgruppe mit 20 Plätzen im Grundschulbezirk der Albrecht-Dürer-Schule und eine mobile Lösung im Anschluss an das Gebäude der Kita Böcklinstraße sind denkbar, um vorübergehend den größeren Bedarf mit 20 Plätzen aufzufangen. „Um eine 100-prozentige Versorgung zu schaffen, fehlen im Folgejahr, dem Betreuungsjahr 2019/20, weitere 387 Betreuungsplätze, womit wir bei insgesamt 588 liegen“, sagt Grieser. Insgesamt sei die Bevölkerungsentwicklung ausgesprochen positiv, das Betreuungsplatzangebot müsse aber damit mithalten. „Eine qualitativ hochwertige Kinderbetreuung und dies zu den Zeiten, in denen Eltern sie benötigen, ist außerdem ein nicht zu unterschätzender Standortvorteil“, sagt Grieser. Der personelle Mehraufwand durch die Umwandlung von Plätzen beträgt 24,25 Stunden, was einem Stellenanteil von 0,6 entspricht. In 2019 werden die Kosten durch vorhandene Stellen im Stellenplan 2018 gedeckt. Für den Haushalt 2020 werden die Stellen entsprechend angemeldet.

 

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