Rüsselsheim Rathaus

Presseinformationen

11.04.2019

Stadt informierte über Betreiberwechsel bei der Nahwärmeversorgung im Max-Beckmann-Weg

Mit einer Informationsversammlung für die Anwohnerinnen und Anwohner der Max-Beckmann-Siedlung hat die Stadt Rüsselsheim am Main die neue Betreiberin der Nahwärmeversorgung des Quartiers vorgestellt. Gemeinsam mit der Energieservice Rhein-Main GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der Stadtwerke Rüsselsheim, hat sie über den aktuellen Zustand der Technik berichtet, das künftige Nahwärmekonzept erläutert und über die neuen Vertragsmodalitäten informiert. Rund 50 interessierte Bewohnerinnen und Bewohner waren der Einladung von Dezernentin Marianne Flörsheimer gefolgt und haben fachkundig wie auch engagiert an der Veranstaltung teilgenommen. Am Ende des Abends stand die Aussicht, dass die Technik bald den Erwartungen der betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner entspreche und auch die Preise unter das jetzige Niveau sinken.
 
Nach den fortlaufenden Querelen mit der Wärmeversorgung im Wohngebiet Max-Beckmann-Weg hatte die Stadt Rüsselsheim in den letzten Monaten intensiv geprüft, ob und wie ein Betreiberwechsel möglich ist. Nach Gesprächen mit der Rathausspitze hatte die Baugenossenschaft Ried eG ihre Bereitschaft signalisiert, aus dem Erbbaurechtsvertrag für die Wärmeversorgung auszusteigen. Es galt jedoch zunächst die Frage zu klären, ob die Nahwärmeversorgung ausgeschrieben werden müsse oder ob eine direkte Auftragsvergabe an ein Drittunternehmen nicht der bessere Weg sei. Juristisch sei man nicht in der Pflicht, ausschreiben zu müssen, wie das Rechtsamt darlegte. Dezernentin Flörsheimer erklärte, warum die Tochtergesellschaft der Stadtwerke Rüsselsheim als „städtische Enkelin“ das größte Vertrauen besitze und daher rückwirkend zum 1. Januar 2019 mit der Wärmeversorgung beauftragt wurde: „Gerade weil in der Vergangenheit die Steuerung  und das Controlling des externen Dienstleisters so schwierig war, haben wir als Stadt ein Modell bevorzugt, das uns möglichst große Einflussmöglichkeiten sichert.“

Dass das Vertrauen auch fachlich seine Berechtigung habe, war Daniel Cannas, Leiter Energiedienstleistungen der ESRM, wichtig zu betonen. Unter anderem betreibe die ESRM neben 17 größeren Heizungsanlagen in der Region, 30 kleinere Anlagen im Stadtgebiet, wozu auch ein vergleichbares Nahwärmenetz im Stadtteil Bauschheim zähle. Um sich einen Überblick über den aktuellen Zustand der Gesamtanlage zu verschaffen, habe die ESRM in den letzten Wochen bereits 40 von rund 100 Übergabestationen auf eigene Rechnung überprüft und dabei teils erste Instandsetzungsmaßnahmen vorgenommen. Die positiven Effekte der unbürokratischen Abhilfe durch die Stadtwerke-Tochter wurden auch allgemein anerkannt. Cannas führte weiter aus, dass neben dringend erforderlichen Erneuerungen und einigen bereits absehbaren baulichen Veränderungen in der Heizzentrale in den nächsten Wochen das Hauptaugenmerk darauf liegen werde, Leckagen im Leitungsnetz ausfindig zu machen. Dazu kämen Drohnen mit Wärmebildkameras und Probegrabungen zum Einsatz. Auch die notwendige Spülung des Leitungsnetzes wurde in diesem Zusammenhang thematisiert. Für tiefergehende technische Fragen wiesen die Vertreter der ESRM auf weitere Technikgespräche mit den Anwohnerinnen und Anwohnern hin, zu denen man in Kürze einladen werde.

Neben Fragen zur Heiztechnik und zum Wärmekonzept interessierten die Anwohnerinnen und Anwohner besonders die künftige Vertragsgestaltung, Zahlungsmodalitäten und die Kosten. Hier wurden teilweise unterschiedliche Vorstellungen deutlich, die unter anderem den Grundpreis der Wärmeerzeugung betrafen. Auch wenn noch nicht alle Details feststünden, so wolle man weiter den Austausch suchen, um den verschiedenen Interessen gerecht zu werden.

Schließlich dankte Dezernentin Flörsheimer noch einmal den Anwesenden für ihr Durchhaltevermögen und warb um Vertrauen für die gefundene Lösung: „Aus meiner Sicht haben wir nun endlich eine Basis, die eine nachhaltige Besserung für alle Betroffenen verspricht.“ Auch ESRM-Geschäftsführer Mathias Schweitzer blickte positiv in die Zukunft: „Nach unseren vorläufigen Berechnungen gehe ich davon aus, dass ab 2020, wenn alle baulichen Maßnahmen abgeschlossen sind, der Wärmepreis unterhalb der jetzigen Preisgestaltung liegen wird.“

 

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