Rüsselsheim Rathaus

Presseinformationen

16.05.2019

Handwerklich lecker und regional hergestellt – Lebensmittelhandwerk in Rüsselsheim

Foto: Metzgermeister Willi Weyrich, Kelterer Lothar Hartmann, Bäckermeister Marius Blöcher und Rüsselsheims Oberbürgermeister Udo Bausch (Foto: Stadt Rüsselsheim am Main)

Weck, Worscht und Woi gab es dieses Mal beim Besuch von Rathauschef Udo Bausch im Rahmen der Reihe „Oberbürgermeister trifft Handwerk“. „Ich will zeigen, was Rüsselsheim zu bieten hat und gute Angebote in der Stadt bekannt machen. Und gerade das Thema regionale Ernährung liegt mir am Herzen, weil es gleichzeitig der eigenen Gesundheit, der Umwelt wie auch der hiesigen Wirtschaft zu Gute kommt, Lebensmittel aus der Region zu beziehen. Mit Will Weyrich, Marius Blöcher und Lothar Hartmann haben wir drei Experten in Rüsselsheim, die ihre Lebensmittel überwiegend regional herstellen“, sagte Bausch.

Auch wenn es viele Parallelen gebe, hätten sich die drei Betriebe ganz unterschiedlich entwickelt. Während Metzgermeister Willi Weyrich nächstes Jahr bereits das 25-jährige Bestehen seiner Innungsfleischerei feiern kann, sei Bäckermeister Marius Blöcher ein gutes Beispiel wie der Übergang zwischen den Generationen gelingen kann. Er hatte im vergangenen Jahr die Bäckerei der Familie Hofferberth übernommen. Lothar Hartmann wiederum zeigt mit seiner Kelterei, wie man sich mit einer privaten Leidenschaft den Weg in die Selbstständigkeit schafft. Seine Kelterei hat der ehemalige Mitarbeiter von Opel 2011 im Nebenerwerb gegründet und produziert nun Säfte und Apfelwein im Vollerwerb. „Alle drei Betriebe setzen auf hohe Qualität und heben sich damit auch von den Angeboten in Supermärkten und größeren Lebensmittelketten mit vielen Filialen ab. Sie legen noch selbst Hand an ihre Produkte und wissen, was darin verarbeitet ist und woher ihre Zutaten kommen. Zudem investieren sie in ihre Ausstattung und bleiben stets auf dem aktuellen Stand in ihren Berufen. Das ist auch notwendig, um sich am Markt zu behaupten“, sagte Bausch. Für Iris Allmendinger von der Handwerkskammer Rhein-Main zeigten diese Bespiele, dass Unternehmen nicht immer ein großes Filialnetz besitzen müssen, um erfolgreich zu sein.

Willi Weyrichs Fleischereibetrieb in der Dr.-Ludwig-Opel-Straße ist derzeit der einzige Innungsbetrieb im Kreis Groß-Gerau, der seine Ware noch selbst herstellt. Insgesamt drei Angestellte arbeiten in der Produktion und stellen täglich frische Würstchen und andere Leckereien her. Hinzukommen 11 Angestellte im Verkauf und zwei weitere in der Küche. Rund 90 Prozent der Ware wird im eigenen Betrieb hergestellt. Insbesondere Rheinhessische und Pfälzer Wurst- und Schinken-Spezialitäten gehört zum Angebot der Metzgerei Weyrich, ebenso wie Produkte, die ohne Gluten hergestellt und für Neurodermitiker geeignet sind. Der Betrieb bezieht das Fleisch hauptsächlich aus der Region Alzeyer Land und Bad Camberg. Geschlachtet werden die Schweine und Rinder in einem EU-Schlachthof in Bad Camberg, was kurze Transportwege sicherstellt. Angefangen hat Weyrich 1995 mit drei Angestellten. Für ihn sind auch seine Angestellten ein wichtiger Faktor für seinen Erfolg, ein gutes Arbeitsklima sei ihm daher wichtig. Deswegen kann er auch stolz darauf verweisen, dass viele seiner Mitarbeiter schon lange bei ihm beschäftigt sind.

Dass sein Team Spaß an der Arbeit hat, ist auch Marius Blöcher ein Anliegen.  Wie auch die Bindung zum Kunden, müsse auch der Draht zum Personal stimmen, damit sich die Begeisterung für die Produkte überträgt. Die Bäckerei Hofferberth arbeitet derzeit mit einer 17-köpfigen Mannschaft und stellt eigene Brote und saisonale Spezialitäten aus regionalen Zutaten her. Dazu gehören auch verschiedene Vollkornbrote, die mit Bio-Getreide in der Backstube in der Haßlocher Straße produziert werden. Oberbürgermeister Udo Bauschs lobte insbesondere, wie gut der Übergang zwischen der Familie Hofferberth und Blöcher funktioniert hat, der als ausgelernter Geselle im Betrieb angefangen hat und im Januar 2018 dann als Meister selbst das Ruder übernommen hat. Dabei setze Blöcher weiter auf den lange etablierten Namen der Hofferberths.

Neben den klassischen mittelständischen Handwerksbetrieben hat sich Oberbürgermeister Udo Bausch auch noch bei dem Ein-Mann-Unternehmen von Lothar Hartmann umgeschaut. Der begann mit dem Keltern bereits in ganz jungen Jahren und hat dann 2011 seine Kelterei in der Mainzer Straße im Nebenerwerb gegründet. Der ehemalige Opelmitarbeiter will diese Tätigkeit nun zu einem Vollerwerb ausbauen. Mit seiner Packpresse verarbeite er neben seinem eigenen Obst auch Äpfel, Birnen und Quitten für seine Kundschaft. Auch er hat einen hohen Qualitätsanspruch an seine Säfte und den Apfelwein. In seinen Apfelsaft und verschiedenen Mischsäften kommen hauptsächlich Obst aus Streuobstanbau, zudem stellt er traditionellen hessischen Ebbelwoi ohne Schwefel oder andere Chemikalien her und macht naturtrübe Säfte nur durch Erhitzen haltbar.

Hartmann unterhält verschiedene Streuobstwiesen in Rüsselsheim und trägt somit auch zur Pflege der Naturflächen um die Stadt bei, wie Bausch betont. Hartmann will seine Produkte demnächst auf den Wochenmärkten in Rüsselsheim und der Umgebung mit einem Verkaufswagen anbieten. „Eine Bereicherung auch für unsere Wochenmärkte“, hofft der Oberbürgermeister. Bausch betonte abschließend, dass er sich dafür einsetzen wolle, gute Bedingungen für die Betriebe in Rüsselsheim zu schaffen und diese nach Möglichkeiten bei Bewirtungsaufträgen im Rathaus einzubeziehen.

 

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