Rüsselsheim Rathaus

Presseinformationen

04.06.2019

Rüsselsheimer Fachgespräch stellt städtischem Immobilienmarkt gute Prognose aus

Foto: Oberbürgermeister Udo Bausch beim Immobilienfachgespräch (Foto: Stadt Rüsselsheim am Main/ Isabella Groth)

Eine wichtige Wegmarke hat in den letzten Wochen für Gesprächsstoff auf dem Rüsselsheimer Markt für Immobilien gesorgt: Die Kür eines Siegers im Architekten- und Realisierungswettbewerb für den Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses auf dem Grundstück des ehemaligen Karstadts. Für Oberbürgermeister Udo Bausch Anlass genug, um die Immobilienprofis der Region zum Rüsselsheimer Immobilienfachgespräch ins Rathaus zu laden. Dabei konnte er mehr als 50 Vertreterinnen und Vertreter der Branche als Gäste begrüßen, was Bausch als gutes Zeichen wertete: „Dass heute so viele von Ihnen da sind, ist ein Hinweis dafür, dass Rüsselsheim ein guter Immobilienstandort ist.“

„Diese Ansicht wird im Übrigen auch von den Fakten gestützt“, führte Bausch weiter aus. Dabei verwies er besonders auf die Kaufpreisentwicklung im Wohnungsmarkt, die im Vergleich zur Region bislang moderat ausgefallen sei. Auch wenn die Nachfrage nach Wohnraum in Rüsselsheim inzwischen recht hoch sei, seien die Preise hier noch bezahlbar. Das aber ändere sich gerade, denn die Preise würden anziehen. Die Wachstumsrate bei der Wohnausgabenentwicklung als Indikator für die Preisentwicklung werde sich, so der Rüsselsheimer Oberbürgermeister, im Vergleich zum Kreis Groß-Gerau eher überdurchschnittlich entwickeln. Dabei würden die Bevölkerungsentwicklung, das verfügbare Einkommen und die Anzahl der Personen im Erwerbsalter die Preisentwicklung weiter treiben. „Rüsselsheim wächst schneller als jede Prognose“, erklärte Bausch, und verwies auf die aktuellen Bevölkerungsvorausberechnungen der Bertelsmann-Stiftung. Danach würde Rüsselsheim erst 2030 auf 66.800 Einwohnerinnen und Einwohner anwachsen, obwohl die Stadt bereits heute dabei ist, zumindest nach interner Zählung, die Marke von 67.000 zu überschritten.

Vor diesem Hintergrund ist die Stadt Rüsselsheim am Main sehr aktiv, was die Entwicklung neuer Quartiere und die Planung neuer Wohnung betrifft. Bausch konnte hierzu vor allem die künftigen Entwicklungen am Ostpark und auf der Eselswiese anführen. Das „Quartier am Ostpark“ hat eine Flächengröße von 4,6 Hektar, wo nach aktuellen Planungen 420 Wohneinheiten mit rund 48.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche entstehen werden. Mit der „Potenzialfläche Eselswiese“, die am Stadtteil Bauschheim liegt, werden derzeit rund 60 Hektar landwirtschaftliche Fläche für die Entwicklung zu Bauland vorbereitet. Dort könnten in einigen Jahren rund 3.000 bis 4.000 Einwohnerinnen und Einwohner Platz finden.

Neben der Flächenentwicklung sind innerstädtische Neubauprojekte und Verdichtung weitere wichtige Hebel, um dem Wohnungsdruck zu begegnen. Bausch belegte dies vor allem mit aktuellen Projekten der gewobau. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft ist der größte Wohnungsbauinvestor in Rüsselsheim und wird in den kommenden fünf Jahren 129,8 Millionen Euro in Neubau- und Modernisierungsmaßnahmen stecken. Allein im Jahr 2019 plant die gewobau Investitionen von 22,8 Mio. Euro für Neubaumaßnahmen, wie zum Beispiel für das Nachbarschafts- und Familienzentrum Böllensee oder die neuen Wohngebäude in der Georg-Treber-Straße 78 mit 20 Neubauwohnungen. Auch die bereits angelaufene Neubaumaßnahme für insgesamt 66 Wohnungen an der Frankfurter Straße/Taunusstraße/Waldstraße zählt dazu.

Um zu zeigen, dass es in Rüsselsheim mit großen Schritten vorangehe, verwies er auf das in den Startlöchern stehende Leuchtturmprojekt der Innenstadt: Der Neubau des ehemaligen Karstadt-Gebäudes. „Gebaut für die Ewigkeit“, stellte sich nach fast zwanzigjährigem Leerstand die Frage nach Abriss und künftiger Nutzung. Nach einem städtebaulichen Ideenwettbewerb für das gesamte innerstädtische Gebiet zwischen Löwen- und Friedensplatz, ist kürzlich der Realisierungswettbewerb für das Karstadtareal zu Ende gegangen. Die Sieger des ersten Wettbewerbs, das Architekturbüro raumwerk aus Frankfurt, hatte auch den nachfolgenden Architektenwettbewerb für sich entscheiden können und Geschäftsführerin Sonja Moers stellte nun erstmals konkrete Planungsdetails des künftigen Wohn- und Geschäftshauses vor.

Entwurf und Planung sehen eine Blockrandbebauung entlang der Frankfurter Straße mit einer durchgehenden Traufkante von zehn Metern Höhe vor. Damit füge sich das neue Gebäude in die vorhandene Bebauung der Umgebung ein, lasse aber auch mit der dadurch möglichen dreigeschossigen Bebauung eine wirtschaftliche Nutzung zu, führte Moers aus. Wichtig sei vor allem ein guter Anschluss an den Friedensplatz, den sie nach Ansicht des Preisgerichts und der gewobau hervorragend gelöst habe: Wechselnde Traufkanten mit einer maximalen Sechsgeschossigkeit, schräge und zurückgeklappte Fassaden, Gauben sowie eine Materialität und Farbgebung, die Wertigkeit ausstrahlen. Die spätere Nutzungsverteilung sieht für das Erdgeschoss 830 Quadratmeter für Büroflächen der Verwaltung, 450 Quadratmeter für den Einzelhandel und 300 Quadratmeter für Gastronomie vor. In den darüber liegenden Geschossen sollen dann 78 Wohnungen (mit ein bis vier Zimmern) auf 5.250 Quadratmetern entstehen. Um die Wirtschaftlichkeit des Neubaus noch zu verbessern, wird derzeit geprüft, ob die ehemalige Tiefgarage als künftige weiße Wanne weiter genutzt werden könne.

Auf die Frage, wie es nun auch zeitlich weitergehe, zeigte sich gewobau-Geschäftsführer Torsten Regenstein vorsichtig zuversichtlich. Zwar werde erst im Laufe des Jahres die Feinplanung abgeschlossen, aber er hielt das Einreichen eines fertigen Bebauungsplans bis Ende des Jahres für möglich. Der Abbruch des ehemaligen Monolithen, „eine große Herausforderung“, könnte dann 2020 erfolgen. Unter optimalen Umständen sei dann von einer Bauzeit von zwei Jahren auszugehen. Nach aktuellen Kostenschätzungen rechne er damit, dass der Neubau die gewobau etwa 20 bis 21 Millionen Euro kosten werde (ohne Grundstückskosten), auch wenn das bei der aktuellen Marktlage niemand genau vorhersagen könne.

Bausch zeigte sich auf jeden Fall sehr zufrieden. Die Bürgerinnen und Bürger wollten eine vorzeigbare, urbane Innenstadt. Aus seiner Sicht werde diese Bebauung  mit der großen Vielfalt an Nutzungsmöglichkeiten, die Zukunft sein. Rüsselsheim steht da erst am Anfang, werde aber dadurch neues Publikum in die Innenstadt locken. „Die Chancen, den neuen Wohnraum in der Innenstadt schnell zu vermarkten, sind hervorragend“, urteilte er abschließend.

 

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