Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

05.07.2019

Rüsselsheim hisst Flagge für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen

Foto: Oberbürgermeister Udo Bausch und Christel Göttert vom Friedenstreff mit der Flagge von "Mayors for Peace" (Foto: Stadt Rüsselsheim am Main)

Die Stadt Rüsselsheim am Main beteiligt sich an der Aktion der „Mayors for Peace“ („Bürgermeister für den Frieden“), die sich international gegen die Verbreitung von Atomwaffen ausspricht. Oberbürgermeister Udo Bausch hat am Freitag (5. Juli) die grün-weiß Aktionsfahne vor dem Rathaus im Beisein von Christel Göttert von der Initiative Friedentreff gehisst, die eine Beteiligung bei Mayors for Peace angeregt hatte. „Die nukleare Aufrüstung ist heute leider wieder ein sehr aktuelles Thema geworden. Beunruhigend ist beispielsweise der gegenwärtige Konflikt zwischen dem Iran und den USA, deren Atomabkommen gescheitert ist. Zudem rüsten auch andere Staaten wieder stärker auf, wie Friedensforscher kürzlich berichtet haben. Die Organisation ‚Mayors for Peace‘ will ein Zeichen für eine friedliche Welt setzen. Daran beteilige ich mich als Oberbürgermeister der Stadt Rüsselsheim am Main sehr gern. Denn diese Stadt hat im Zweiten Weltkrieg bereits erlebt, was Krieg bedeutet. Für viele Menschen sind Frieden, Demokratie und Freiheit heute glücklicherweise zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Sie alle wollen wir daran erinnern, dass wir hierfür einstehen und aktiv werden müssen“, sagt Rüsselsheims Rathauschef Udo Bausch.

Rüsselsheim ist eine von 326 Städten in Deutschland, die sich an der Aktion beteiligen. Die Organisation „Mayors for Peace“ wurde 1982 durch den Bürgermeister von Hiroshima gegründet. Aus der grundsätzlichen Überlegung heraus, dass Bürgermeisterinnen und Bürgermeister für die Sicherheit und das Leben der Bürgerinnen und Bürger mit verantwortlich sind, versuchen die Mitglieder, Einfluss auf die weltweite Verbreitung von Atomwaffen zu nehmen und diese zu verhindern.

Haupttag der Aktion ist am 8. Juli in Erinnerung an ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag, das am 8. Juli 1996 veröffentlicht wurde. Die Stadt Rüsselsheim am Main lässt die Fahne sogar noch etwas länger wehen und hat sie bereits am 5. Juli gehisst, um auf die anstehende Aktion aufmerksam zu machen. Der Internationale Gerichtshof hat in seinem Gutachten festgestellt, dass „eine völkerrechtliche Verpflichtung (besteht), in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen und zum Abschluss zu bringen, die zu nuklearer Abrüstung in allen ihren Aspekten unter strikter und wirksamer internationaler Kontrolle führen." Atomwaffen stellen eine immense Bedrohung für Städte und Gemeinden auf der ganzen Welt dar. Städte wären im Falle eines atomaren Angriffs durch ihre Wirtschaftskraft, Infrastruktur und hohe Bevölkerungszahlen herausgehobene Ziele.

Das Bündnis der „Mayors for Peace“ setzt sich für das Recht der Bevölkerung auf ein Leben frei von dieser Bedrohung ein. Jeder Einsatz von Atomwaffen, ob vorsätzlich oder versehentlich, würde katastrophale, weitreichende und langanhaltende Folgen für Mensch und Umwelt nach sich ziehen. Die „Mayors for Peace“ setzen sich daher für den 2017 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Atomwaffenverbotsvertrag (Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons) ein und fordern weltweit die Regierungen auf, diesem Vertrag beizutreten. In dem Vertrag werden Atomwaffen ausdrücklich geächtet. Der weit überwiegende Teil der Bevölkerung in Deutschland unterstützt das völkerrechtliche Verbot von Atomwaffen, deren Lagerung und Modernisierung auf deutschem Boden.

 

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