Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

30.08.2019

Stadt Rüsselsheim muss sich auf steigende Zahlen bei den Schülerinnen und Schülern einstellen

Alle fünf Jahre müssen Kommunen in einem Schulentwicklungsplan festhalten, wie sie auf den sich ändernden Bedarf an Plätzen in ihren Schulen reagieren. Schuldezernent und Bürgermeister Dennis Grieser hat nun erste Daten zu den Prognosen der Schülerinnen- und Schülerzahlen vorgestellt, die in den Schulentwicklungsplan für den Zeitraum bis 2024 einfließen sollen. Die Zahlen stünden zwar noch unter Vorbehalt, aber für den Schuldezernenten ist eine Tendenz deutlich erkennbar: „Es werden mehr Kinder, die in Rüsselsheim unterrichtet werden müssen. Das stellt uns als Stadt vor große Herausforderungen, denn bereits jetzt sind unsere Klassen gut gefüllt.“

Insbesondere bei den Grundschulen zeichnet sich ein hoher Anstieg der Zahlen ab. „Derzeit gehen wir davon aus, dass wir zum Schuljahr 2024/2025 auf die ganze Stadt bezogen 18 Klassen zusätzlich brauchen. Das ist mehr als eine vierzügige Grundschule“, veranschaulicht Grieser die Prognose. Aufgrund der hohen Geburtenraten lasse sich die Entwicklung an den Grundschulen gut vorhersehen. Daneben gebe es noch weitere Faktoren, die auf einen höheren Bedarf an Schulplätzen hindeuten. So seien derzeit viele Neubaumaßnahmen in der Umsetzung oder auch in der Planung, die dazu führen, dass künftig mehr junge Familien einen Schulplatz in Rüsselsheim benötigen.

Nach den bisherigen Daten werden die Zahlen der Schülerinnen und Schüler in Königstädten, Bauschheim und Dicker Busch relativ konstant bleiben. „Die Grundschule Innenstadt platzt dagegen aus allen Nähten. Von 303 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2018/19 könnten es unter anderem aufgrund verschiedener Neubauprojekte wie dem ‚Wohnen am Vernapark‘ oder dem Neubau auf dem ehemaligen Karstadt-Areal im Schuljahr 2024/25 412 Kinder sein.“

Auch in anderen Schulbezirken sind die Auswirkungen von Bauprojekte auf die Schülerzahlen analysiert worden. Das betrifft die Grundschule Hasengrund, wo man von einem Anstieg von 277 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2018/19 auf 443 im Schuljahr 2024/25 ausgeht. Im Schulbezirk der Eichgrundschule liegt das neue „Quartier am Ostpark“, daher weist die Prognose hier ein Anstieg von aktuell 294 auf 504 Kinder aus. „An dieser Schule rächt sich, dass sie in den 2000er Jahren verkleinert wurde, weil damals die Zahlen der Schülerinnen und Schüler rückläufig waren. Jetzt wird zu prüfen sein, ob wir wieder ausbauen können“, sagt Grieser. Bei der Otto-Hahn-Schule in Bauschheim wird man zu einem späteren Zeitpunkt das Neubaugebiet Eselswiese in die Berechnungen einbeziehen müssen. Ebenso ist ein Anstieg in der Albrecht-Dürer-Schule von 281 auf 377 Schülerinnen und Schüler zu erwarten sowie an der Goetheschule von 266 auf 380 Kinder.

„Auf Landesebene wird zudem über ein garantierte Betreuung am Nachmittag und kleinere Klassengrößen diskutiert, so dass wir solche Vorgaben möglicherweise ebenfalls beim neuen Schulentwicklungsplan aufgreifen müssen, wenn es um den Raumbedarf der Schulen geht“, schaut Grieser auf die anstehenden Aufgaben.

Bei den weiterführenden Schulen ist ebenfalls mit einem Anstieg der Zahlen der Schülerinnen und Schüler von rund zehn Prozent auszugehen. Von aktuell 4.525 Schülerinnen und Schülern wird die Zahl bis zum Schuljahr 2024/25 auf 5.022 angestiegen sein. „Hier werden wir aber einen Blick über die kommenden fünf Jahre des Schulentwicklungsplans hinaus wagen müssen und entsprechende Daten erarbeiten lassen. Denn die gestiegene Anzahl an Grundschulkindern wird sich danach auch bei den weiterführenden Schulen abzeichnen“, sagt Grieser.

Bei den weiterführenden Schulen müsse vor allem der Raumbedarf in der Immanuel-Kant-Schule betrachtet werden, wo derzeit Klassen in Containern untergebracht werden müssen. Das eigentlich fünfzügig geplante Gymnasium hat so viele Schülerinnen und Schüler, das in vielen Jahrgängen noch eine oder zwei Klassen zusätzlich nötig sind. Von derzeit 1.116 Kindern und Jugendlichen wird die Zahl auf 1.432 im Jahr 2024/25 klettern. Bei der Gerhart-Hauptmann-Schule ist ebenfalls von einem moderaten Anstieg von 489 auf 614 Schülerinnen und Schüler auszugehen. Bei der Sophie-Opel-Schule wiederum zeigt sich, dass viele Rückläufe aus den Gymnasien ab der 7. Klasse zu verzeichnen sind und die Schule mehr als ausgelastet sein wird.

Bei den Förderschulen übersteigen die Zahlen der Helen-Keller-Schule die räumlichen Kapazitäten. „Hier bräuchten wir mehr Räume. Wie dieses Problem zu lösen ist, müssen wir mit dem Landkreis Groß-Gerau besprechen“, sagt Grieser.

Die nächsten Schritte auf dem Weg zum Schulentwicklungsplan bestünden nun darin, zu bestimmten Fragestellungen weitere Daten erarbeiten zu lassen und Szenarien für verschiedene Maßnahmen und Einflussfaktoren zu entwickeln. „Jedes Kind hat einen Anspruch auf einen Schulplatz. Unsere Aufgabe liegt darin, Lösungen zu erarbeiten und diese mit verschiedenen Gremien zu diskutieren“, sagt Grieser abschließend.


Weitere Informationen

Link zu Präsentation der ersten Daten zum Schulentwicklungsplan (PDF)

 

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