Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

01.11.2019

Theater zum Gedenken an die Pogromnacht 1938

Foto: Jürgen Flügge

Mit wechselnden Veranstaltungen halten die Stiftung Alte Synagoge und das Stadt- und Industriemuseum die Erinnerung an die jüdische Gemeinde in Rüsselsheim und besonders auch an die Geschehnisse in der sogenannten „Reichskristallnacht“ vom 9. auf den 10. November 1938 wach. Eine wahre Geschichte aus unserer Region, erzählt, gelesen und gespielt von dem Schauspieler Jürgen Flügge, steht in diesem Jahr im Mittelpunkt der Gedenkveranstaltung. Das Einpersonenstück „Edith und Minna“ handelt von der Geschichte einer jüdischen Familie und ihres Dienstmädchens Minna. Und es ist die Geschichte der tiefen Freundschaft zwischen Minna und der Tochter Edith, die alle Schrecken der Naziherrschaft überdauert.

Der Sohn von Minna findet einen alten Koffer auf dem Speicher, voller Briefe und Postkarten aus der Zeit von 1934 bis in die 50er Jahre, sowie Fotos in alten Briefumschlägen, auf den Briefmarken die Konterfeis von Hitler und Heuss. Briefe und Karten aus den USA sind darunter, geschrieben von jüdischen Freunden, die vor den Nazis fliehen mussten. Erinnerungen werden wach an die Mutter, an ihre und seine Jugend in einem Dorf im südhessischen Ried nach dem Krieg. An das Schweigen der Täter und Opfer, die bleierne Zeit der 50er Jahre. Die originalen Dokumente aus Minnas Koffer, Geschichten und Anekdoten verweben sich zu einem Stück über eine Freundschaft, die dem nationalsozialistischen Alltag versucht zu entfliehen.

Die Veranstaltung findet am Samstag (9. November) um 19 Uhr im Stadt- und Industriemuseum, Hauptmann-Scheuermann-Weg 4, statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden für die Stiftung Alte Synagoge wird gebeten. Weitere Informationen gibt es im Museum unter der Telefonnummer 06142 83-2950.

 

Link zu Zurück zur Übersicht