Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

20.11.2019

Mit Frühen Hilfen gut ins Leben starten

Mit dem Angebot „Frühe Hilfen“ unterstützt die Stadt Rüsselsheim am Main Eltern bei Schwangerschaft und Geburt eines Kindes. Es bietet frischgebackenen Eltern viele Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten. „In dieser ganz speziellen Lebenssituation möchten wir Eltern und Alleinerziehende mit verschiedenen, aufeinander abgestimmten Maßnahmen begleiten“, erklärt Bürgermeister und Sozialdezernent Dennis Grieser. Wichtig sei eine niedrigschwellige und sehr frühe Information über bestehende Hilfsangebote. Denn gesundheitliche, psychosoziale oder finanzielle Belastungen erschwerten nicht selten den Start ins Familienleben. „Die Frühen Hilfen sind ein wichtiger Baustein der kommunalen Jugendhilfe, Prävention und Gesundheitsförderung zur Stärkung von Eltern“, sagt Grieser weiter.

In Anspruch nehmen kann man die Leistungen schon während der Schwangerschaft und dann bis zum dritten Lebensjahr des Kindes. Gestaltet und gesteuert wird das Unterstützungssystem von der Netzwerkkoordination Frühe Hilfen. Es besteht aus verschiedenen, aufeinander abgestimmten und einfach zugänglichen Angeboten. An gleich vier Stellen im Stadtgebiet werden beispielsweise Elternberatungen angeboten. Dabei geht es um Fragen der Kindesentwicklung, Ernährung, Stillen, Gesundheit oder Umgang mit dem Baby. Die Beratungen finden im Quartiersladen Q17 im Berliner Viertel, in der Martinsgemeinde am Böllenseeplatz, beim Kinderschutzbund im Dicken Busch sowie in der Innenstadt in der Löwenpassage statt. Das Angebot ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Fragen der Erziehenden können im Einzelgespräch besprochen werden. Im Wartebereich steht eine Krabbelecke zur Verfügung, bei der die Eltern zu einem Erfahrungsaustausch ins Gespräch kommen können. In der Innenstadt ist die Elternberatung zeitlich und räumlich mit einem offenen Eltern-Kind-Treff kombiniert. Auf die Frühen Hilfen wird bereits bei der Geburt im GPR Klinikum hingewiesen. Eine Babylotsin spricht die werdenden Eltern dort frühzeitig an und gibt passgenaue Informationen weiter. Bei Bedarf wird die Überleitung in das Netzwerk Frühe Hilfen angebahnt. Auch bei der Anmeldung der Geburt im Standesamt erhalten die jungen Eltern zum frühen Zeitpunkt Informationen über das Angebot.

Zwei Fachkräfte mit insgesamt 39 Stunden stehen in Rüsselsheim für die Frühen Hilfen zur Verfügung. Sie ermitteln die Bedarfe vor Ort, stimmen die Angebote aufeinander ab und fungieren als Netzwerkkoordinatorinnen. Sie initiieren Projekte und entwickeln die Netzwerkarbeit konzeptionell und strukturell weiter. Über die Koordinatorinnen werden alle relevanten Akteurinnen und Akteure in das Netzwerk Frühe Hilfen eingebunden, und der Informationsfluss wird gesichert. Beteiligt sind unter anderen das GPR Klinikum, der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) der Stadt, die Caritas, der Kinderschutzbund, pro familia, die Frühförderstelle, der Paritätische Wohlfahrtsverband sowie das Quartiersmanagement der Stadtteiltreffs.

Die Frühen Hilfen der Stadt Rüsselsheim am Main sind auch Teil eines Netzwerks im Kreis Groß-Gerau und im Arbeitskreis Hessen Süd vertreten. Jede Netzwerkkordinatorin ist zudem im Rahmen der Förderrichtlinien zur Qualitätsentwicklung, Qualitätssicherung und Weiterqualifizierung verpflichtet. Deshalb besuchen sie Netzwerktagungen des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration (HMSI), weitere Fachveranstaltungen und Fortbildungen. In 2018 lag darüber hinaus besonderes Augenmerk auf dem Projekt „Babylotse“ und der speziellen Situation von geflüchteten Familien.

Die Frühen Hilfen waren zunächst beim Fachbereich Bildung und Betreuung angesiedelt. Zwischenzeitlich wurden sie dem Fachbereich Soziales und Gesundheit zugeordnet. Für das Jahr 2019 ist eine Erhöhung der Frequenz der Elternberatungen an den bisherigen Standorten vorgesehen. Geplant ist außerdem die Ausweitung der Standorte auf die Hochschule RheinMain sowie den Stadtteil Bauschheim.

Rechtliche Grundlage für das Angebot ist das Bundeskinderschutzgesetz (BkiSchG), das im Januar 2012 in Kraft trat. In Folge brachte die Bundesinitiative Frühe Hilfen bis 2017 ein umfassendes Programm zur Stärkung der Frühen Hilfen auf den Weg. Die dadurch gewonnenen Ergebnisse bilden die Grundlage für die am 1. Januar 2018 gestartete Bundesstiftung Frühe Hilfen. Ein auf Dauer angelegter Fonds soll die Netzwerke Frühe Hilfen und die Familienunterstützung sichern. Die Kommunen werden durch die Bundesstiftung wirtschaftlich und beim Auf- und Ausbau der Frühen Hilfen unterstützt. 60.000 Euro hat die Stadt Rüsselsheim am Main 2018 an Fördermitteln erhalten, 47.000 Euro davon stammen aus Bundes-, 13.000 Euro aus Landesmitteln. Dies entspricht der Förderung im Vorjahr. Die Eigenleistung der Stadt Rüsselsheim am Main für die Frühen Hilfen bestand darüber hinaus aus einer Förderung des Kinderschutzbundes in Höhe von 15.000 Euro sowie der Finanzierung von Honorarleistungen für Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen in Höhe von 14.000 Euro. Hinzu kommen anteilige Personal- und Arbeitsplatzkosten für die Netzwerkkoordination. Der jetzt vorgelegte Bericht über die Frühen Hilfen in Rüsselsheim am Main dient der Information der Stadtverordneten über aktuelle Schwerpunktthemen und die Verwendung der zur Verfügung gestellten Mittel. Er wird in der kommenden Sitzungsrunde behandelt.



 

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