Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

19.12.2019

Schulentwicklungsplan und Medienentwicklungsplan für Schulen der Stadt Rüsselsheim vorgestellt

Zwei wichtige Vorlagen erhalten die Stadtverordneten der Stadt Rüsselsheim am Main für ihre erste Sitzung im neuen Jahr zur Beratung: Den Schulentwicklungsplan und den Medienentwicklungsplan für Schulen der Stadt Rüsselsheim am Main. „Mit diesen Plänen stellt Rüsselsheim die Weichen für die Schulentwicklung in den kommenden Jahren. Deswegen geben wir die Vorlagen früh in die Beratung, damit die Stadtverordneten ausreichend Zeit haben, sich mit den einzelnen Themen auseinanderzusetzen“, sagte Bürgermeister und Schuldezernent Dennis Grieser bei der Vorstellung der Vorlagen. „Wir sind in der schönen Situation, dass derzeit viele Kinder geboren werden. Die heranwachsende Generation von Schülerinnen und Schülern ist um ein Drittel größer als die herauswachsenden. Dies stellt uns vor große Herausforderungen. Gleichzeitig macht auch die Digitalisierung vor den Schulen nicht halt, so dass auch dies ein Thema ist, dem wir uns als Schulträger widmen müssen“, erklärt Grieser weiter.

Der Erarbeitung beider Pläne sei ein breiter Arbeitsprozess mit Befragung aller Schulen, Datenanalyse und Arbeitstreffen verschiedener Beteiligter vorausgegangen. Aus diesem Prozess hat die Stadtverwaltung Beschlussvorschläge erarbeitet.

Sechs Beschlusspunkte enthält der Medienentwicklungsplan für die Schulen der Stadt Rüsselsheim am Main. Folgende Ziele sollen nach Angaben des Schuldezernenten umgesetzt werden: Die Stadt will damit beginnen, alle Schulstandorte mit Breitband zu versorgen, die Schulen sollen mit der benötigten IT-Infrastruktur inklusive der Verkabelung innerhalb der Schulgebäude und der Soft- und Hardware ausgestatten und ein IT-Support für die Schulen eingerichtet werden. „Wir wollen, dass die Schulen verlässlich mit ihrer IT-Ausstattung planen können und diese in bestimmten Abständen erneuert wird. Auch brauchen sie einen Ansprechpartner für technische Fragen und Probleme“, betonte der Schuldezernent. Um die Digitalisierung der Schulen voranzutreiben, stünden Mittel aus dem Breitbandförderprogramm des Bundes sowie dem Förderprogramm ‚DigitalPaktSchule‘ zur Verfügung.

Ein Schwerpunkt in der Schulentwicklung in den kommenden Jahren wird der Ausbau der Kapazitäten in den Grundschulen sein. Neben den Prognosen der Schülerzahlen berücksichtigt die Vorlage bereits zu erwartende Gesetzesänderungen, zum Beispiel für den Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz oder zur Bildung kleinerer Klassen, die auf den Schulträger zukommen. Den Stadtverordneten wird vorgeschlagen, eine neue Grundschule am Standort der bisherigen Parkschule zu gründen, die im Jahr 2021 auslaufen wird. Außerdem sollen Schulbezirke in der Innenstadt neu zugeschnitten werden.

Baulich besteht an der Eichgrundschule dringender Handlungsbedarf, da hier nicht nur die Zahlen der Schülerinnen und Schüler steigen, sondern auch ein Pavillon abgängig ist. Auf steigende Schülerzahlen muss sich auch die Grundschule Hasengrund einstellen. Hier empfiehlt die Stadtverwaltung den Stadtverordneten einen Beschluss, die beiden bald frei werdenden Interimsgebäude für die Grundschule herzurichten, die für die Sophie-Opel-Schule zur Verfügung gestellt wurden. Für die Albrecht-Dürer-Schule will sich die Stadtverwaltung zunächst den Auftrag für eine Machbarkeitsstudie vom Stadtparlament abholen. Hierin soll geprüft werden, wie der wachsende Raumbedarf gedeckt werden kann und die Räume für die Grundschule optimiert werden können.

„Wir müssen langfristig außerdem überlegen, wie wir damit umgehen, wenn der Bedarf an Schulplätzen durch das Neubaugebiet auf der Eselswiese steigt. Ein entsprechendes Grundstück für einen Schulstandort ist auf der Eselswiese bereits vorgesehen. Wie dieser Schulstandort am besten genutzt wird, dafür wollen wir uns einen Prüfauftrag abholen“, erklärte der Schuldezernent. Hierzu gebe es verschiedene zu prüfende Ansätze, zum Beispiel eine vorübergehende Dependance einer Grundschule dort einzurichten oder einen weiteren dauerhaften Grundschulstandort, eine weiterführende Schule für die Sekundarstufe I und ggf. mit der Verlagerung des Beratungs- und Förderzentrums der Förderschule Borngrabenschule.

Die Stadtverwaltung empfiehlt den Stadtverordneten, ein flächendeckendes Angebot zur inklusiven Beschulung durch eine entsprechende Ausstattung der Schulen zu ermöglichen. Um die Förderschule Helen-Keller-Schule zu entlasten, die derzeit an ihre Kapazitätsgrenze stößt, soll zudem eine Grundschule und eine weiterführende Schule für eine inklusiv arbeitende Kooperationsklasse gesucht werden. Durch eine weitere Förderschule mit Schwerpunkt geistige Entwicklung im Kreis Groß-Gerau könnte die Helen-Keller-Schule zudem entlastet werden. Viele der Kinder würden ohnehin aus dem Kreisgebiet kommen und hätten bei einer Schule im Mittel- oder Südkreis einen kürzeren Schulweg. Das Stadtparlament soll daher den Auftrag erteilen, dass die Stadt Rüsselsheim Gespräche hierzu mit der Kreisverwaltung aufnimmt.

Bei den weiterführenden Schulen setzt sich nach Einschätzung von Grieser die Entwicklung der steigenden Schülerzahlen fort, so dass perspektivisch auch dort Kapazitäten ausgebaut werden müssten. Das betrifft nach der Vorlage des Schulentwicklungsplans die Immanuel-Kant-Schule und die Gerhart-Hauptmann-Schule. „Grundsätzlich wollen wir den Schulen auch Raum zum Atmen lassen, damit diese auf kurzfristige erhöhte Nachfragen nach Schulplätzen oder neue Anforderungen reagieren können. Damit das möglich ist, sollten unsere Schulen nicht dauerhaft an ihren Kapazitätsgrenzen arbeiten. Deswegen ist wichtig, dass wir bei allen Schulen die langfristigen Entwicklungen im Blick behalten“, sagte Grieser abschließend.

 

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