Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

19.12.2019

Flughafenausbau – zukünftig jede Minute ein startendes Flugzeug über Rüsselsheimer Stadtgebiet?

Der Flughafen soll immer weiter wachsen, so die Haltung von Flughafenbetreiber und Eigentümer. Mit unterschiedlichsten Maßnahmen wird dies forciert. Eine der folgenschwersten ist der Bau des Terminals 3, hier soll unter anderem die wachsende Zahl der „Billigflieger“ abgefertigt werden.

Wie die stetig wachsende Zahl der Flugbewegungen zukünftig bewältigt werden soll, will die Deutsche Flugsicherung (DFS) vom 3. Februar bis 25. März 2020 testen: 50 Starts, die bisher nach Nordwesten abgewickelt wurden, sollen versuchsweise auf die Südumfliegung umgelegt werden. Damit wird nicht nur die Kapazitätssteigerung auf der Südumfliegung getestet, sondern vor allem eine Verdichtung der Start- und Landeabfolgen am Flughafen selbst durch die Verringerung des Abstandes zwischen startenden und landenden Flugzeugen auf den Bahnen. So hofft man die steigende Zahl von Flugbewegungen zu bewältigen.

Der Probebetrieb ist kritisch im Auge zu behalten
„126 Flugbewegungen in der Stunde, wie sie der Planfeststellungsbeschluss anvisiert, würden bei Westwind 63 Flugbewegungen über die Südumfliegung pro Stunde, also jede Minute ein startendes Flugzeug über Haßloch, Königstädten und Nauheim bedeuten. Das ist nicht hinnehmbar. Erschwerend kommt hinzu, dass die neuen Erkenntnisse aus der NORAH-Studie und die Auswirkungen des Ultra-Feinstaubes sowie die schädlichen Wirkungen der CO2-Emissionen nicht berücksichtigt wurden. Der Planfeststellungsbeschluss muss überarbeitet werden“, so Oberbürgermeister Udo Bausch.

„Mit aktuell 510.000 Flugbewegungen im Jahr ist das Maß an Belastungen für Gesundheit und Klima schon längst überschritten, 701.000 Flugbewegungen pro Jahr wie vorgesehen, das geht überhaupt nicht“, ergänzt Marianne Flörsheimer, Dezernentin für Mobilitäts- und Verkehrsentwicklung, Lärmabwehr und Klimaschutz.

Erfreulicherweise wachse in jüngster Zeit der Widerstand gegen den weiteren Ausbau des Flughafens auch in den Reihen der Kommunalpolitikerinnen und -politiker der Region merklich. „Wir werden alles unternehmen, hier einen Zusammenschluss zu fördern und damit den politischen Druck weiter zu verstärken“, resümiert Oberbürgermeister Bausch.


 

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