Bild: Rathaus Rüsselsheim am Main

Presseinformationen

21.05.2021

Mit neuen Formaten Jugendliche nicht allein lassen: Magistrat legt Bericht zur Jugendarbeit vor

Trotz Corona hat die Jugendförderung der Stadt Rüsselsheim am Main jungen Menschen im vergangenen Jahr mit knapp 900 Veranstaltungen ein umfangreiches Programmangebot gemacht und viele neue Formate entwickelt. Das geht aus dem Jahresbericht zur kommunalen Jugendarbeit 2020 hervor, den der Magistrat beraten hat. „Alles war ein bisschen anders als gewohnt. Aber wir sind flexibel mit den großen Herausforderungen umgegangen, und haben auch neue digitale Formate entwickelt. So ist es gelungen, im Kontakt mit den Jugendlichen zu bleiben. In dieser schwierigen Lebenssituation, in der viele Einrichtungen schließen mussten, war es das wichtigste Ziel, sie nicht allein zu lassen“, sagt Bürgermeister und Jugenddezernent Dennis Grieser.

In normalen Zeiten werden die Ziele der Jugendförderung schwerpunktmäßig über die kommunalen Jugendeinrichtungen verfolgt. Die Stadt betreibt dazu das Freizeithaus Dicker Busch, den Jugendtreff Haßloch-Nord und den Jugendtreff Königstädten. Weitere Angebote machen das städtische Jugendbildungswerk, das Kinder- und Jugendbüro, sowie die Fachstelle Mädchenarbeit und Streetwork. Die Streetworkerinnen und Streetworker sind im gesamten Stadtgebiet unterwegs und suchen die Jugendlichen an ihren Treffpunkten auf. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Aufklärungs- und Beratungsgesprächen, Interventionen bei Konflikten und Angeboten der Freizeitgestaltung.

Über die eigenen Angebote hinaus gibt es in Rüsselsheim am Main auch ein Programmangebot über Auszeit e.V.. Im Auftrag der Stadt betreibt der Verein die Kinder- und Jugendtreffs Berliner Viertel und Böllensee-Siedlung sowie den Auszeit-Treff in Bauschheim.

Weiterentwickeltes Programmangebot

Grundlage für die jährlichen Angebote ist das Jahresprogramm. Bis März 2020 konnten diese Planungen umgesetzt werden, dann trat Corona auch hier auf die Bremse. Was folgte, waren kontinuierliche Anpassungen, die der Jugendförderung viel Flexibilität und Kreativität abverlangten. In der Zeit der Schließungen der Einrichtungen und auch in der Phase des eingeschränkten Regelbetriebs von Juni bis Anfang November wurden die digitalen Angebote für Kinder und Jugendliche stetig ausgebaut. Kontakt zu den Zielgruppen wurde über die sozialen Medien gehalten. Online wurde mit den Jugendlichen gekocht, gespielt und geredet. Viele der jungen Menschen konnten auch für „Challenges“ - sportliche oder künstlerische Aktivitäten und Herausforderungen - gewonnen werden. Über Social Media wurden auch konkrete Anregungen für die Tagesgestaltung und Unterstützung bei schulischen Aufgaben gegeben. Beispielsweise mit Informationen über geeignete Internet-Lernplattformen.

Alternative Angebotsformate inklusive der jeweiligen Hygienepläne wurden auch entwickelt. Die Ferienangebote beispielsweise wurden hybrid durchgeführt. Die Kinder und Jugendlichen konnten dazu Bastel-, Spiel- und Koch-Materialien in den Einrichtungen erhalten, die dann gemeinsam im digitalen Raum eingesetzt wurden. Auch das Konzept der Ferienspiele wurde so angepasst, dass ein Angebot für Kinder im Grundschulalter in den Sommerferien gemacht werden konnte. Beim „Sommerspaß“ zeigten sich die 152 Kinder begeistert davon, wieder unter Ihresgleichen unbeschwert spielen zu können. In ein digitales Format wurde die Kinder-Uni Rüsselsheim im Wintersemester überführt. So konnten viele acht- bis zwölfjährige Nachwuchsstudierende auch in Zeiten der Kontaktbeschränkungen, ihren Wissensdurst bei wissenschaftlichen und technischen Themen und zu Fragestellungen stillen.

Doch die Jugendförderung setzte nicht allein auf die virtuelle Welt. Angebote zur persönlichen Einzelberatung fanden ebenfalls statt und waren nachgefragt. Verstärkt durchgeführt wurde auch die aufsuchende Arbeit. Alles mit dem klaren Ziel, Präsenz zu zeigen und den Jugendlichen in der Pandemie-Zeit als Ansprechpersonen zur Verfügung zu stehen.

Auf der Agenda steht auch die Weiterentwicklung eines Angebots in der Innenstadt. Nach der Fertigstellung des Neubaus am Friedensplatz zieht dort der Jugendtreff Innenstadt mit ein.

Angebote von Auszeit

Der Bericht zur kommunalen Jugendarbeit geht auch auf die Angebote von Auszeit e.V. ein, die in 2020 ebenfalls vom  Rhythmus der Pandemie geprägt waren. Das Auszeit‐Team fokussierte sich darauf, in diesen schweren Zeiten den Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen und deren Familien aufrecht zu erhalten, um ihnen zur Seite zu stehen und sie zu unterstützen. Intensiviert wurde auch hier die aufsuchende Arbeit. Daneben gab es zahlreiche neue Online-Angebote. Die Präsenz auf allen gängigen Social‐Media‐Kanälen wurde ausgebaut. So wurden viele Interaktionen mit der Zielgruppe initiiert. Planmäßig wurde das Gebäude für das Nachbarschafts‐ und Familienzentrum in der Böllensee-Siedlung Ende 2020 fertiggestellt. Die zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer, die Kita Martinsgemeinde, das Nachbarschafts‐ und Familienzentrum sowie Auszeit freuen sich auf ihr neues Domizil. Mit dem Umzug in den Neubau stehen moderne Räume zur Verfügung, die zeitgemäßer Kinder- und Jugendarbeit angemessen sind. Da das Auszeit-Team im gesamten Planungsprozess für das Gebäude beteiligt war, ist das Raumprogramm auf die spezifischen Anforderungen der Kinder- und Jugendarbeit zugeschnitten.

Stadt ist Träger der kommunalen Jugendarbeit

Träger der öffentlichen Jugendhilfe und Jugendarbeit ist die Stadt Rüsselsheim. Als solche ist sie verpflichtet, ein ausreichendes und passendes Angebot für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von sechs bis 27 Jahren bereitzuhalten. „Neben der Bildung und Erziehung in Elternhaus, Kindergarten oder Schule und beruflicher Ausbildung liegt ein ergänzender Bildungsbereich in der Freizeit der Kinder und Jugendlichen. Diesem Bereich widmet sich die Kinder- und Jugendarbeit. Ziel ist, zur positiven Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen beizutragen, sie zur Selbstbestimmung zu befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung sowie sozialem Engagement anzuregen“, betont Grieser.

Im Jahr 2020 stellte die Stadt Rüsselsheim am Main rund 2,4 Millionen Euro im Haushalt für die kommunale Jugendarbeit bereit. Der Betrieb der städtischen Jugendeinrichtungen und der bei Auszeit e.V. beauftragten Leistungen werden davon finanziert. Auch die Stellenausstattung ist gut. Bei der kommunalen Jugendförderung wurden die dargestellten Leistungen von 12,73 Vollzeit-Stellen erbracht, dem Verein Auszeit e.V. standen bis September 4,11 Vollzeit-Stellen zur Verfügung, ab Oktober 5,5. In 2019 erst hatte die Stadtverordnetenversammlung mit Entscheidung zum Haushaltsplan 2020 zusätzliche 3,24 Vollzeit-Stellen im Bereich Jugendförderung bewilligt.

 

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